Kommentar zum Abriss von Tiranas Nationaltheater

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Zwei Jahre nach Beginn der Besetzung des Nationaltheaters Tirana wurde in der Nacht auf Sonntag das Theater von der Polizei geräumt, Aktivisten und Künstler*innen festgenommen und eine der sieben am stärksten gefährdeten Kulturstätten Europas von Bulldozern abgerissen. 

Was als Protest zur Rettung des Nationaltheaters Tirana begann, welches Hochhäusern samt Shoppingzentrum weichen sollte, wurde zu einem Zentrum der Demokratie – wo das Wort gegen Korruption und Missstände im Land ergriffen wurde.

Die Denkmalschutzorganisation Europa Nostra führt das Nationaltheater Tirana auf der Liste der 7 am stärksten gefährdeten Kulturstätten in Europa, die EU-Botschaft in Tirana rief noch zum Dialog auf. Erfolglos, wie sich herausstellte. Im Trubel der Corona-Krise können autokratische Handlungen fast unbemerkt gesetzt werden.  

Es braucht Räume für kritisches Denken und freie Kunst 
es braucht Menschen, die das Wort erheben und sich gegen Missstände zur Wehr setzen, 
es braucht Medien, die unabhängig und frei berichten, 
es braucht nationale und internationale und eine europäische Politik, die Weichenstellungen zu autokratischen Vorgehen erkennt und aktiv wird. 

Wir verurteilen die Räumung und den Abriss des Nationaltheaters Tirana und erklären uns solidarisch mit der „Allianz zum Schutz des Theaters“.

Links: 

gift 3/2019, S.29

https://www.sueddeutsche.de/kultur/albanien-tirana-nationaltheater-abriss-1.4911488

https://taz.de/Abriss-des-Nationaltheaters-in-Tirana/!5686063/

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/theaterskandal-in-albanien-ein-moralisches-verbrechen-16775754.html

https://www.derstandard.at/story/2000117569601/nationaltheater-in-tirana-waehrend-nacht-und-nebelaktionabgerissen

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