Brief an Bildungsminister Polaschek

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Sehr geehrter Herr Bundesminister,

nach fast 2 Jahren Pandemie sind Kinder und Jugendliche um 80 Prozent häufiger von Depressionen und Angststörungen betroffen als die Gesamtbevölkerung – Expert:innen sind alarmiert.

Kulturinstitutionen für Kinder und Jugendliche tragen wesentlich zur geistigen Förderung und Entwicklung bei. Kreativität, Fantasie, die Auseinandersetzung mit Ängsten, Emotionen, Vorurteilen sowie gesellschaftlichen und ökologischen Problemen – all das leisten Theater, Museen, Kinos, Konzerthäuser, Büchereien und andere Veranstalter:innen. Wir sind Bildungsinstitutionen und keine Freizeiteinrichtungen, auf die man leichtfertig verzichten kann.

In der UN-Kinderrechtskonvention ist das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben festgeschrieben – für viele Kinder und Jugendliche ist die Schule die einzige Möglichkeit der kulturellen Teilhabe. Und sie sind es auch, die gerade besonders betroffen sind.

Wir appellieren daher an Sie, Kindern und Jugendlichen im Klassenverband am Ende des Lockdowns den Besuch von Kulturinstitutionen zu ermöglichen, der aufgrund von Test- und Maskenpflicht ja auch sehr sicher ist. Die Konzepte sind vorhanden und erprobt.

Lassen Sie Schulklassen zu uns kommen! Nehmen Sie den Kindern nicht zum zweiten Mal das Weihnachtsstück, die Führung durch die Ausstellung, den Film, die Lesung, das Konzert und den Workshop, der ihnen neuen Mut und Lebensfreude geben kann.

Mit besten Grüßen

Corinne Eckenstein, künstlerische Leitung Dschungel Wien
Alexandra Hutter, kaufmännische Leitung Dschungel Wien

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