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Kulturpolitik - 2020

  • Schwarz-Grünes Kunst- und Kulturprogramm?

    Kulturrat Österreich, Pressemitteilung vom 15.1.2020

    Kulturrat Österreich sieht ambitionierte Vorhabensliste und präsentiert eine Präzisierung

    Kunst und Kultur finden sich im aktuellen Regierungsprogramm als umfangreiche Zusammenschau kulturpolitischer Problembereiche. Die darin enthaltenen Antworten zielen auf (zeitgenössische) Kunst und Kultur als relevante und gestalterische Größe für die österreichische Gesellschaft ab und – besonders begrüßenswert – auf eine stabile strukturelle Grundlage kultureller wie künstlerischer Arbeit: Fair Pay, Valorisierung von Förderbudgets, Änderungen bei Arbeitslosen- und Pensionsversicherung, Erweiterungen beim Künstler_innen-Sozialversicherungsfonds (KSVF), transparente Auswahlverfahren für Kulturbeiräte, gleiche Bezahlung unabhängig vom Geschlecht als Fördervoraussetzung, Einführung eines Urheber_innenvertragsrechts.

    Einige dieser Schlagworte haben es zum ersten Mal in ein Regierungsprogramm geschafft. Vieles trägt zwar den Charakter einer Ankündigung, bleibt vage und deutungsoffen, der Handlungsauftrag ist jedoch klar:

    Fair Pay
    Die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie von Bund/ Ländern/ Gemeinden zur Umsetzung von Fair Pay, d. h. die Einführung einer angemessenen und fairen Bezahlung quer durch den ganzen Sektor ohne Ausdünnung des kulturellen Angebots, ist politisch gewünscht. Praktische Vorschläge dazu gibt es in allen Sparten. Ein erster konkreter Schritt wäre eine Selbstverpflichtung in der öffentlichen Förderung.

    Verpflichtende Valorisierung
    Kontinuierlich steigende Ausgaben (Inflation) müssen auch auf Seiten der Kulturförderung Berücksichtigung finden. Valorisierung muss nicht „möglich“ werden, sondern verpflichtend, allein aus Gründen der Planungssicherheit und Aufrechterhaltung erreichter Qualitätsstandards.

    Änderungen bei Arbeitslosen- und Pensionsversicherung
    Die beste Maßnahme gegen Altersarmut im Feld ist Fair Pay, flankiert von der Sicherstellung einer kontinuierlichen sozialen Absicherung. Notwendige Änderungen in der Sozialversicherungsarchitektur betreffen zentral die Arbeitslosenversicherung (AlVG), aber auch den Künstler_innen-Sozialversicherungsfonds (KSVF). Umzusetzende Maßnahmen haben wir hier formuliert:

    Gleichstellungspolitik
    Eine Reduzierung des Gender-Pay-Gap wird angestrebt, verknüpft mit einer konkreten Maßnahme: Ungleiche Bezahlung = keine Basisförderung. Wir sehen der Umsetzung mit Spannung entgegen, gehen aber davon aus, dass es weitreichendere Maßnahmen braucht.

    Urheber_innenvertragsrecht
    Dessen Einführung steht im Regierungsprogramm ‒ nicht zuletzt aufgrund EU-rechtlich verpflichtender Vorgaben. Im freien Spiel der wirtschaftlichen Kräfte zwischen Urheber_innen und Produzent_innen braucht es einen vertragsrechtlichen Ausgleich der ungleichen Verhandlungsmacht.
    Die Rahmenbedingungen dafür haben wir hier aufgelistet.

    Leerstelle Visapolitik
    Der Kulturrat Österreich wird weiter auf die ausstehende Umsetzung staatlicher Verpflichtungen durch ratifizierte Abkommen (UNESCO) pochen, konkret auf Erleichterungen im internationalen Austausch. In diesem Zusammenhang erteilen wir auch der weiteren Entrechtlichung von Flüchtlingen eine Absage: Positive Ansätze in der Integrationspolitik helfen nur, wenn unabhängige Rechtsberatung und die Abschaffung von Haft ohne Delikt (Schubhaft, Sicherungshaft) Standard sind, wenn klare Perspektiven für alle möglich sind. Wir werden uns weiter dafür einsetzen und entschieden gegen Rassismus auftreten.

    Im Herbst 2019 haben wir gemeinsam mit vielen Interessenvertretungen und Institutionen aus dem Feld unser Koalitionsprogramm für Kunst und Kultur vorgestellt – wir arbeiten weiter an der Umsetzung:

    Koalitionsprogramm für Kunst und Kultur

    Zum Weiterlesen:

    Detailanalyse Kulturpolitik in Türkis-Grün (IG Kultur Österreich)

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  • Umsetzung von Honoraruntergrenzen für Projektförderungen der Darstellenden Kunst durch die Stadt Wien

    Pressemitteilung der IG Freie Theater, 16.1.2020

    Mit der Umsetzung der Honoraruntergrenze (nach dem Berliner Vorbild) für Projektförderungen der Stadt Wien, ab dem Einreichtermin 15.2.2020, wird eine langjährige Forderung der IG Freie Theater realisiert.

    Diese wurde gemeinsam von Künstler_innen und Künstlern der Wiener Perspektive sowie der IG Freie Theater in einem offenen, zweijährigen Prozess erarbeitet. Sie soll bei Produktionen der darstellenden Kunst angewendet werden, die aus Mitteln der öffentlichen Hand (der Stadt Wien) gefördert werden.

    Die IG Freie Theater empfiehlt, für Projektförderungen für Darstellende Kunst bei der Stadt Wien ab dem Einreichtermin 15.2.2020 eine Honoraruntergrenze zu kalkulieren.

    • Die Honoraruntergrenzen-Empfehlung liegt derzeit bei € 165 brutto-brutto pro Tag und für 8 Stunden Proben- oder Arbeitszeit. Sie soll für alle Beteiligte in den künstlerischen Teams und sowohl für selbständig Arbeitende wie für Anstellungen gelten.
    • Als Vorstellungsentgelt wird empfohlen: bei 1-2 Vorstellungen mind. € 350, ab 3 Vorstellungen min. € 200 (jeweils pro Vorstellung).

    Die IG Freie Theater stellt ein Service-Kalkulationsmodell zur Verfügung, welches aus 5 Blättern besteht: Infos / Ausfüllhilfe / Personal angestellt / Personal selbständig / Einnahmen-Ausgaben Übersicht.

    Wir bitten um Rückmeldungen und Anmerkungen zum Tool, da wir dieses ständig weiterentwickeln und hierbei gerne weitere praktische Erfahrungen einbeziehen möchten. Danke!
    Das laufend aktualisierte Tool und weitere Informationen sind hier zu finden: freietheater.at/honoraruntergrenzen
    Eine Mac- und Open Office kompatible Version folgt noch diese Woche.

    Achtung: Dieses Kalkulationsmodell ersetzt NICHT das Kalkulationsformular der Stadt Wien – Kulturabteilung! Wir empfehlen aber, das ausgefüllte Service-Kalkulationsmodell dem Antrag der Stadt Wien / Kulturabteilung beizulegen, da in diesem Tool wichtige budgetäre Informationen für die Theaterjury aufscheinen.

     

    Kontakt:
    IG Freie Theaterarbeit
    office@freietheater.at
    01/403 87 94
    www.freietheater.at

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  • Appell der IG Freie Theater: Schultheaterprojekte nicht gefährden!

    Pressemitteilung der IG Freie Theater, 24.1.2020

    Anlässlich der medialen Aufregung um ein Schultheaterprojekt an einem Gymnasium in Wien Währing möchte die IG Freie Theater die Medien und alle Entscheidungsträger zur Besonnenheit in der Berichterstattung und in den Reaktionen auffordern.

    Wir haben nachgefragt: An diesem Projekt und an dessen Entwicklung waren viele Menschen beteiligt; Künstler*innen, Lehrer*innen und Schüler*innen. Das Projekt verhandelte nicht weniger als gesellschaftliche Realitäten und machte diese erlebbar. Keine*r der Schüler*innen war zu irgendeinem Zeitpunkt ungeschützt, das gesamte Projekt dauerte nicht länger als 2,5 h und wurde gemeinsam nachbesprochen.

    Kunst und Theater haben diese Aufgabe: Zustände erlebbar zu machen, Situationen aufzuzeigen. Schulen müssen sich trauen dürfen, solche Projekte zu entwickeln und Künstler*innen zu engagieren, die gemeinsam mit den Schüler*innen anhand bestimmter - aktueller - Themen Formate entwickeln, die eine auch intensive Auseinandersetzung ermöglichen.

    Wir möchten einen Appell an die Medien und die Politiker*innen in Österreich richten, genau solche Formate auch weiterhin zu unterstützen und zuzulassen - und bei der Betrachtung solcher Projekte zum einen die Produktionsbedingungen genau anzuschauen und v. a. die beteiligten Schüler*innen zu kontaktieren, bevor es zu einer pauschalen Verurteilung kommt. Es ist sehr einfach, über solche Produktionen nur über's Hörensagen sofort negativ zu urteilen und - in weiterer Folge - künftig zu verunmöglichen, ohne dass die wirklichen Umstände eruiert und alle Beteiligten kontaktiert wurden.

    Kunst und Theater ragen in die Gesellschaft hinein. Diese Freiheit gilt es zu schützen. Und die
    Schüler*innen in Wien und Österreich leben ebenfalls heute und wollen sich mit den politischen Realitäten dieses Landes und der Welt auseinandersetzen. Dies muss ihnen weiter ermöglicht werden, gerade durch unterschiedlichste Projekte, die den Unterricht ergänzen und vor allem erlebbar machen.

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Feb 2020
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    • Infoveranstaltung: DSCHUNGEL WIEN – Das Theaterhaus für junges Publikum
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    • 17.02.2020 Wie finanziert man freie Produktionen: Best Practice mit Zeno Stanek
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    • Workshop: Survival Kit für Künstler*innen in der Freien Szene
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    • 24.02.2020 Urheberrecht mit Wolfgang Renzl
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