Neue Leitungen im Burgtheater und im Volkstheater

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„Wir finden ganz Europa, mehr sogar, mindestens die halbe Welt, in Wien – wir wollen das Haus noch mehr öffnen, als es bisher der Fall war – das Burgtheater soll ein Ort sein, an dem sich alle Wienerinnen und Wiener und die, die es im Begriff sind gerade zu werden, wiederfinden sollen. Das Burgtheater soll ein Raum sein für den lebendigen künstlerischen Austausch mit Denkweisen und Ausdrucksformen jenseits unserer inneren und äußeren Grenzen und Begrenzungen. Es wird ein Raum der Extreme sein – extrem kontrovers, extrem vielgestaltig, extrem dringend, extrem zeitgenössisch, extrem laut, extrem leise, extrem österreichisch, extrem international. In diesen Raum sind alle in dieser Gesellschaft eingeladen“, Worte des neuen Direktors des Burgtheaters Martin Kušej.

Schon am Donnerstag in einem ORF Interview, erklärte Kušej was die Bedeutung des Theaters in einer Gesellschaft ist: „Jeder soll im Theater Zuflucht finden“. Mit seinem neuen Programm erstrebt der designierte Burgtheaterdirektor nicht nur nach künstlerischer Qualität, sondern auch nach Diversität, Mehrsprachigkeit und Zugänglichkeit, ab jetzt geht es um mehr Theater und weniger Burg.

Martin Kušej ist 1961 in Wolfsberg, Kärnten, geboren. Studierte Sportwissenschaft, Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Graz und  Regie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Der Theaterregisseur, Opernregisseur und Intendant beherrscht sieben Sprachen und war bis vor kurzem Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels.

Programmheft downloaden unter: //neu.burgtheater.at


Kay Voges wird neuer Intendant des Volkstheaters. Der Regisseur und Dortmunder Theaterleiter übernimmt das Wiener Haus im September 2020. Was er will: „ein Volkstheater der digitalen Moderne“, eine „Factory für Theaterkunst in ästhetischer und politischer Auseinandersetzung mit der Gegenwart“. Mit den neuen Technologien werden Partizipation, Musik und Performing Art wesentliche Teile der neuen Leitung sein.

Eine neue Zukunft bringt der ausgebildete Erzieher, Soziologiestudent, Schauspiel- und Opern-Regisseur, der im Dezember 2019 sein Wien-Debüt als Regisseur im Burgtheater mit einer „Endzeit-Oper“ unter dem Titel Dies irae – Tag des Zorns hat.