»Fair-pay« für Kulturarbeit – was es in Salzburg kostet

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Presseaussendung des Dachverbands Salzburger Kulturstätten vom Donnerstag, 13. Februar 2020

Die Interessenvertretung hat eine erste Umfrage unter ihren Mitgliedern gestartet. Der Dachverband Salzburger Kulturstätten – er vertritt aktuell 78 zeitgenössische Kulturvereine in Stadt und Land Salzburg – hat die aktuelle Debatte »Fair-pay für Kulturarbeit« zum Anlass genommen, seine Mitglieder erstmals zu befragen: Wie hoch ist die Differenz zwischen derzeitigen Lohn- & Gehaltsschema und einer Entlohnung nach dem »fair-pay«-Schema der IG Kultur Österreich in den Salzburger Kulturstätten? Stichtag der Erhebung war der Personalstand per 1. Dezember 2019.

Von den 78 befragten Mitgliedsvereinen haben 43 Kulturinitiativen im Bundesland Salzburg – also rund 55% – Personal fix angestellt. Die erhobenen Zahlen beziehen sich auf 270 Mitarbeiter*innen, die in unterschiedlichem Ausmaß (20 – 40 Wochenstunden) in den zeitgenössischen Kulturstätten zum Stichtag beschäftigt waren.  

Würden diese Salzburger Kulturvereine ihr Personal nach dem »fair pay«-Schema der IG Kultur entlohnen, entsteht ein finanzieller Mehrbedarf von EUR 2.341.605.Von den 43 Kulturinitiativen, die Personal beschäftigen, bezahlen sechs (also 14%) nach dem »fair pay«-Schema, haben also zum Stichtag 1. Dezember 2019 theoretisch keinen Förder-Mehrbedarf für ihr beschäftigtes Personal.

Damit ist es dem Dachverband Salzburger Kulturstätten erstmal gelungen, eine repräsentative Bedarfszahl für ein Bundesland zu berechnen. Zusätzlich hat der Dachverband Salzburger Kulturstätten erhoben, dass es derzeit einen Mehrbedarf von rund 18 Stellen (in unterschiedlichem Stundenausmaß) in den zeitgenössischen Kulturstätten gibt – mit nochmals einem Finanzbedarf von EUR 421.224.

Diese Salzburger Erhebung ist als eine erste Annäherung zu verstehen – nicht in die Erhebung eingeflossen sind etwa der Mehrbedarf jener Kulturstätten in Salzburg, die nicht Mitglied der lokalen Interessenvertretung sind oder aber auch die Fehlbeträge einer fairen Entlohnung bei den Künstler*innen-Honoraren. Kulturpolitisches Ziel ist hier die Einführung von Honoraruntergrenzen.

Der Dachverband Salzburger Kulturstätten weist deshalb noch einmal auf die Forderung der IG Kultur Österreich hin: Als ersten Schritt in Richtung »Fair-pay« sollte die Bundesregierung daher eine österreichweite Erhebung beauftragen, die analysiert wie groß die Kluft zwischen echtem »Fair-pay« und den tatsächlichen Zuständen in den unabhängigen Kultureinrichtungen und Vereinen ist.

Diese erste Erhebung zeigt aber vor allem: in den zeitgenössischen Kulturstätten wird, da eine faire Entlohnung vielerorts nicht möglich ist, viel »ehrenamtlich« gearbeitet. Etwa auch in Hinblick auf die rund 360 Vereinsvorstände bei den nun befragten Mitgliedsvereinen, welche ihre Arbeit (und die damit verbundenen Risiken) den gemeinnützigen Kulturvereinen unentgeltlich zur Verfügung stellen – zum gemeinschaftlichen Wohl aller und mit 6.988 Kulturveranstaltungen im Jahr 2019.

Das aktuelle »fair-pay«-Schema für Kulturarbeit als Download: https://www.kultur.or.at/Download/2383

Informationen zum Dachverband Salzburger Kulturstätten:

Link: https://www.kultur.or.at/mission

Link zur Presseaussendung: https://www.kultur.or.at/Presseaussendungen/13.02.2020/