Statement der IG Freie Theaterarbeit zum Finanzierungsstopp von ZARA

Mit großem Schrecken hat die IG Freie Theaterarbeit die Nachricht über den Förderstopp von ZARA – Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit – vernommen.

Mit ZARA droht eine der zentralen Säule des Opferschutzes in Österreich wegzubrechen. Die Organisation bietet eine der wenigen niederschwelligen und kostenlosen Möglichkeiten für die breite Bevölkerung, sich u.a. gegen Diskriminierung & Hass, auch im Netz, zur Wehr zu setzen. Gerade in einem Feld, in dem es Betroffenen ohnehin schwerfällt, Unterstützung zu finden, sind solche Angebote unverzichtbar. Initiativen wie ZARA oder auch vera* – Vertrauensstelle für Kunst und Kultur – leisten essenzielle Erstberatung und schaffen Zugang zu Hilfe auf lokaler bis nationaler Ebene.

Wie alle Formen der Gewalt trifft auch digitale Gewalt nachweislich vor allem Frauen – und der Bedarf an Schutz und Unterstützung steigt. ZARA gehört zu den ersten Organisationen, die sich diesem vergleichsweise jungen, aber massiv wachsenden Problem angenommen haben. Diese Arbeit jetzt einzustellen steht im klaren Widerspruch zum Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen 2025–2029, der einen Ausbau von Schutz- und Unterstützungsstrukturen vorsieht.

Es ist Aufgabe öffentlicher Förderstellen, die Zivilgesellschaft zu stärken und das demokratische Miteinander zu sichern. Die Kürzung von NGOs, die zentrale gesellschaftliche Aufgaben übernehmen, die der Staat selbst nicht ausreichend abdeckt, sendet daher ein fatales Signal.

Durchgehende, qualitativ hochwertige Arbeit für die soziale Gemeinschaft wird für gemeinnützige Vereine verunmöglicht, wenn Förderzusagen – wie im Fall von ZARA – plötzlich gestrichen werden. Der derzeitige Sparkurs des Familienministeriums ist in dieser Form nicht nachvollziehbar.

Die IG Freie Theaterarbeit erklärt sich solidarisch mit ZARA und fordert einen Beibehalt des Vereins sowie eine Sicherstellung der Finanzierung. Wir appellieren an verantwortliche Stellen und Fördergebende, ihre zivilgesellschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen und die unverzichtbare Arbeit von NGOs zu erhalten.

Rückfragen:

Ulrike Kuner, Geschäftsführung IGFT
u.kuner@freietheater.at

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