Kalkulationsmodell

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Empfohlen wird für 8 Stunden Proben-/Arbeitstag 165€ brutto-brutto, für 1 – 2 Vorstellungen 350€ und ab 3 Vorstellungen mindestens 200€ (jeweils pro Abend).

In den befürworteten 165€ sind die Kosten für Sozialversicherung, Schulung und Bildung sowie Nebenkosten inkludiert. Sonderzahlungen, wie etwa das 13. und 14. Gehalt, was in Österreich üblich, aber nicht verpflichtend ist, sind wiederum nicht mit eingerechnet. Es soll an der Stelle noch einmal betont und hingewiesen werden, dass es sich hier um eine Empfehlung für professionell-künstlerisch Tätige handelt, die kleine Vereine, Ensembles und Künstlergruppen, die am Beginn ihrem künstlerischen Schaffens stehen mit berücksichtigen. Selbstverständlich ist die Kalkulation nach wie vor jedem selbst überlassen und es kann durchaus auch mehr kalkuliert werden. 

Das Kalkulationstool besteht aus 5. Blättern: Info, Ausfüllhilfe, A Personal angestellt, B Personal selbstständig und C Einahmen- und Ausgaben ab 5 001€.

Das Tool unterscheidet zwischen Selbstständigkeit und einem angestellten Arbeitsverhältnis. Als ein entscheidendes Merkmal Beschäftigte anzustellen erweist sich durch die Weisungsgebundenheit. Grundsätzlich sind davon alle MitarbeiterInnen wie Assistenten und DarstellerInnen betroffen, die sich an die Anordnungen und Anweisungen von ProduktionsleiterInnen oder ähnlichen EntscheidungsträgerInnen zu richten haben. Dazu gehören SchauspielerInnen, MusikerInnen usw.

ChoreographInnen, AutorInnen sowie Bühnen- und KostümbildnerInnen bekommen einen Auftrag, dessen Werk sie in ihrer Zeit und an ihrem Ort nach belieben schaffen können. Sie bezeichnet man aus diesen Gründen als Selbstständige. 

Vorschlag:
Blatt C Einnahmen und Ausgaben kann, muss aber nicht ausgefüllt werden. Wichtig für die Kuratoren ist die Aufschlüsselung der Personalkosten. Blatt C kann aber als Hilfsmittel verwendet werden für die Kalkulationstabelle der Kulturabteilung Stadt Wien (MA7), die abgegeben werden muss. In diesem müssen sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen angeführt werden. Zu dem Geldbetrag, den ich zur Verfügung habe, gehören daher nicht nur erhaltene Förderungen, sondern jegliche empfangene Spende, finanzielle Unterstützungen und erwartete Einnahmen durch den Ticketverkauf. Spenden können natürlich auch von der eigenen Oma kommen und dürfen auch so angeführt werden. 

Das Umsetzen und Realisieren des eigenen Projekts geht in die Richtung des Unternehmerischen. Deshalb darf nicht vergessen werden, dass man auch eigenverantwortlich dafür ist, seine Projekte zu finanzieren. Förderungen sind keine Vollfinanzierung. Man kann von ca. 30% Finanzierung durch Fördergelder ausgehen. Das Kalkulationstool kann ein Hilfsmittel dafür sein, um einzuschätzen, wie viel finanziellen Aufwand man sich zutraut. Ein finanzielles (und künstlerisches) Risiko ist bei einem künstlerischen Projekt (solchen Unternehmen) immer gegeben und liegt nicht beim Fördergeber, sondern bei den KünstlerInnen und Institutionen. 

Bestehende Förderungen der Bundesländer: 
Künstlerförderungen der einzelnen Bundesländer

Neue Förderprogramme
Kulturkatapult
Shift
Stadtlabore

WICHTIG:
Die Honoraruntergrenze gilt für Einreichungen bei der Kulturabteilung Wien (MA7) ab 15.2. und nicht für laufende oder bereits finanzierte Projekte für 2020.
Wir befinden uns in einer Pilotphase, wo erstmals Zahlen und Daten gesammelt und auf den Tisch gelegt werden, um zu sehen, welche Ressourcen und Mittel fehlen. Die Stadt Wien hat Ende November die Förderungen erhöht und neue Förderprogramm eingeführt. (Siehe hier). Die Zahlen und Fakten, die durch die Kalkulationen erstellt werden, schaffen eine Transparenz, wodurch sichtbar wird, welcher Finanzbedarf tatsächlich besteht. Für diesen kann im nächsten Schritt gesorgt werden.
Es soll hier wirklich langfristig ein neuer Wind wehen, hoffentlich auch bald über die Grenzen Wiens hinaus.