Internationales Symposium: “Freie Szene – Orte schaffen” – das Programm

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Semperdepot

Freie Szene – Orte schaffen
Räume und Infrastrukturen für Kunst und Kultur in Wien

Internationales Symposium

Donnerstag 03.09. & Freitag 04.09.2020

Ort: Semperdepot (Prospekthof & Mehrzwecksaal), Lehárgasse 8, 1060 Wien

Anmeldung erforderlich (bereits geschlossen).

Live-Stream am 4.9. unter https://echoraeume.klingt.org

DONNERSTAG 03. September

 

“TAG DER FREIEN SZENE”

Selbstorganisation und Selbstverwaltung

15:00

Ankunft

Ort: Mehrzwecksaal, Akademie der Bildenden Künste / Semperdepot

15:30 – 16:00

Input

Akteurskarte “Wem nützt Zwischennutzung?”

Iver Ohm und Theresa Schütz, Hidden Institute

Anhand des Fallbeispiels der Zwischennutzung einer städtischen Immobilie, dem Creative Cluster Margareten, fragen wir nach der Verbindung von Zwischennutzungen und dem Raumbedarf für Kunst und Kultur in Wien.

Im anschließenden Workshop geht es in einem offenen Mapping darum, eigene Raumbedürfnisse einzuschreiben, Akteure zu ergänzen, die eigene Lage zu reflektieren sowie sich in fremde Rollen hineinzuversetzen – auch, um gezielter Argumente in der Verhandlung um Raum vorbringen zu können.

Das Hidden Institute ist ein unabhängiges Forschungsinstitut und in Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Wien und Zürich vertreten. Wir erforschen und kreieren Handlungsfelder für ein zukunftsfähiges Heute. Iver Ohm arbeitet als selbständiger Kunst- und Kulturwissenschaftler und Dozent im Kunst- und Kulturbereich. Er hat Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie und Projektmanagement studiert und schreibt seine Dissertation über Kunst, Bildungsprozesse und öffentliche Räume an der Akademie der Künste in Wien. Theresa Schütz studierte Architektur und forschte und vermittelte an der TU-Wien zu Leerstand und Politiken öffentlicher Räume, ihre künstlerischen Projekte und Arbeiten untersuchen öffentlichen Raum als soziales Medium. In Wien betreibt sie mit Rainer Steuer unos als Studio für Raum und Gestaltung, sowie das T/abor als Raum für Kunst und transdisziplinäre Zusammenarbeit. Iver Ohm und Theresa Schütz sind zudem Mitbegründer*innen des CIT-Collective, einer Initiative für urbane Commons in Wien, die sich 2011 zur Nachnutzung des leerstehenden Gaswerks Leopoldau formierte. Hidden-institute.org

16:00 – 17:30

 

Limitierte Teilnehmer*innenzahl

max. 25

Workshop
Leerstand – was geht? Bestandsaufnahme und
Perspektiven des Raumbedarfs sowie die Problemlage der Zwischennutzung in Wien.

Mara Verlič (Arbeiterkammer Wien) und _willi Hejda (IG Club Kultur, 4lthangrund für Alle)

Nach einem Input zum Spannungsfeld Immobilienmarkt, aktuellen Herausforderungen sowie der Bedeutung von Leerstand in Wien werden verschiedene Fragestellungen in Kleingruppen besprochen. Ziel ist es, gemeinsam aufzuzeigen mit welchen Hürden Raumsuchende konfrontiert sind, aber auch mögliche Lösungsszenarien zu artikulieren. Damit Raumpotenziale, Ideen und Konzepte aus Kunst und Kultur nicht am Raum scheitern.

Mara Verlič ist Stadtsoziologin. Sie arbeitet zu Themen wie sozialer Ungleichheit in Städten, Gentrifizierung, sozialer Wohnversorgung und Partizipation und ist Referentin für Kommunalpolitik und Wohnen bei der Arbeiterkammer Wien.

_willi Hejda ist (Gegen)Kulturarbeiter_in aus Wien. They ist seit Jahren zwischen, für und in freier & autonomer Szene aktiv. _willi ist unter anderen bei der IG Club Kultur aktiv sowie Teil der Stadtteilinitiative 4lthangrund für Alle. Hen gibt Workshops und Input zu diversen Themen wie partizipativen (selbst-)organisieren, Recht auf Stadt, Leerstand & Raum, Permakultur oder Awareness. Blickpunkt: Utopie /// Anspruch: „Ein gutes Leben für Alle“

17:30 – 17:45

Pause

17:45 – 19:15

 

Limitierte Teilnehmer*innenzahl

max. 25

Workshopsprache: englisch

Workshop

Towards a New Performance Space Model
with: Claudia Bosse and Yosi Wanunu / Wiener Perspektive Space Group

Historically, the experimental performance art scene always struck a balance between the institutions and the singular artistic work. While some artists chose to work within the walls of the presenting houses, others either created their own spaces or worked in a non-traditional space on a temporary basis.

Representing the WP Space group, Claudia Bosse and Yosi Wanunu will try to develop a model for new run-by-artists spaces together with the symposium participants. A model that also features the Artists’ Common initiative, which aims to change the ecology of resources-sharing in the city.

17:45 – 19:15

 

Limitierte Teilnehmer*innenzahl
 max. 25

Workshopsprache: englisch

 

Workshop

Musicians creating spaces – Building up and defending a space collectively. Between accessibility and resilience. From Amsterdam to Vienna

Ein Workshop mit Anne La Berge (Splendor) und Christine Schörkhuber (Moderation)

Splendor (Amsterdam) wurde 2010 von einer Gruppe unternehmungslustiger Musiker*innen, Komponist*innen und Künstler*innen geplant und realisiert. Dieses “Best Practice” soll Beispiel für die Diskussion über ein kollektiv organisiertes Haus in Wien sein. Ein Ort für nonkommerzielle Musik, der aktuelles, experimentelles Klang-Schaffen in all seiner Vielfalt meint.

Basierend auf den Inputs von Anne La Berge, eine der Mitbegründerinnen und Betreiberinnen des Hauses, werden die praktischen und organisatorischen Grundlagen, Stolpersteine und Herausforderungen eines solchen Projektes diskutiert sowie ein Pool an Strategien und Lösungen für ein solches Vorhaben erörtert.

Anne La Berge ist Flötistin, Komponistin und Improvisatorin und lebt derzeit in Amsterdam. Ihr Stil zeichnet sich neben der virtuosen Beherrschung ihres Instruments durch eine Vorliebe für das Improvisieren, mikrotonale Texturen, perkussive Effekte und Melodien sowie durch die Kombination mit elektronischer Verarbeitung aus. 1999 gründete sie zusammen mit Steve Heather und Cor Fuhler Kraakgeluiden, eine Improvisationsserie mit Sitz in Amsterdam, in der Kombinationen von akustischen Instrumenten, elektronischen Instrumenten und Computern untersucht und interaktive Echtzeit-Performance-Systeme verwendet wurden. Sie ist eine aktive Künstlerin im Splendor, Amsterdam, einem Kollektiv von 50 Musikern, Komponisten und Bühnenkünstlern, die ein altes Badehaus im Zentrum von Amsterdam in ein kulturelles Mekka verwandelt haben.

Christine Schörkhuber ist als Medien- und Klangkünstlerin, Videomacherin und Musikerin tätig und arbeitet künstlerisch primär mit Klang, Elektronik und Rauminstallation. Als Künstlerin beschäftigt sie sich stark mit der Dynamik von Beziehungen und Ordnungssystemen auf sozialer, physikalischer und technologischer Ebene.Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit hat sie langjährige Erfahrung als Organisatorin und Kuratorin (Böllerbauer Open Air, Mz. Baltazars Laboratory, Train of Hope, Klangmanifeste, Symposion Lindabrunn etc.) sowie in kulturpolitischen Initiativen (Vorstand Kulturvernetzung NÖ, Vorstand IG Kultur Österreich, mitderstadtreden) Sie ist ausgebildete Mediatorin und Konfliktmanagerin.

19:15 – 19:45

PAUSE

 

 

Ab 19:45

Film: “Under the Underground”, Regie: Angela Christlieb, 2019, 54 min, sixpackfilm

Chris Janka und sein Bruder Ali sind leidenschaftliche Tüftler, Künstler, Musikliebhaber, Tonfreaks und Elektronerds. Sie haben den leerstehenden Keller eines Fabrikgebäudes, das sie in den 1980er-Jahren bezogen haben, zu einem Ort gemacht, der einmalig ist (nicht nur in Wien): ein kreativer Mikrokosmos der lokalen Subkultur. Doch dem Keller droht nach dreißig Jahren das Aus, der neue Besitzer will den Mietvertrag nicht verlängern. Angela Christliebs Dokumentarfilm führt durch die selbstgebauten und improvisierten Räume des unterirdischen Laboratoriums im 7. Bezirk, Janka Industries genannt, in denen Voodoo Jürgens und Bands wie Petra und der Wolf oder Tankris inmitten eines skurrilen Elektroschrott-Sammelsuriums proben und performen. Ein Musikfilm und eine ultimative Undergroundhommage, die die Magie des Ortes filmisch einfängt. (Diagonale 2019, Katalogtext, ast) https://www.angelachristlieb.com/movies/under-the-underground/

Bianca Ludewig (Kulturanthropologin und Musikjournalistin) im Gespräch mit Regisseurin Angela Christlieb

 

 

 

FREITAG 04. September

 

09:30 – 10:00

Ankunft und Registrierung – wir ersuchen höflichst um rechtzeitiges Erscheinen

 

10:00 – 10:15           

 

Begrüßung durch Vertreter*innen der IGs, Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft), Johan F. Hartle (Rektor Akademie der bildenden Künste Wien)

Moderation: Christina Scherrer

10:15 – 10:30

“Corona-Stories” von:  Christoph Benkeser (Skug), Jelena Micić, Eva-Maria Schaller (Choreografin/Performerin), Lisa Mai (dotdotdot, CineCollective), Sebastian Tomek – IG Clubkultur

10:30 – 11:10           

 

Was sind eigentlich Urban Commons?
Orte für Kunst und Kultur jenseits der Zwischennutzung – Erfahrungen aus Berlin

Vortrag von Dr. Martin Schwegmann
Architekt und Stadtforscher; Experte für Stadtentwicklung, Aktivist, Autor und Moderator von kooperativen urbanen Prozessen. Seit April 2017 Atelierbeauftragter für Berlin im Kulturwerk des bbk berlin.

Kunst und Kultur brauchen Raum, bezahlbar vor allem und nicht zu peripher. Kunst und Kultur per se sind oftmals ökonomisch sehr prekär angelegt. Daher braucht es Konzepte, die es zunehmend ermöglichen, langfristige räumliche Perspektiven zu entwickeln um langfristig wirklich unabhängig zu sein – auch wirtschaftlich. In Berlin zeigt sich seit Jahren, dass die Ressource Raum, die ehemals in Berlin schier unendlich schien, sich nicht beliebig vervielfältigen lässt – sie ist endlich. Aus diesem Grund bedarf es in den europäischen Metropolen langfristiger sozio-ökonomischen Strategien, um langfristig leistbaren, selbstbestimmten Raum für künstlerische und kulturelle Arbeit zu fördern und diese damit zu sichern. Dies kann nur anhand einer gemeinwohl-orientierten und kooperativen Stadtentwicklung geschehen. Beispielhaft wird dies u.a. anhand des Hauses der Statistik, des Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) erläutert.

Martin Schwegmann, Dr., *<1975>, Tischler, Architekt und Stadtforscher, Atelierbeauftragter für Berlin. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind commons-basierte und kooperative Stadtentwicklung, Politikberatung und Community Organizing. Als Mitglied u.a. des Sprecherinnenkreises der Initiative Haus der Statistik und als Mitglied des Lenkungskreises der Initiative StadtNeudenken ist er in der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung sowie Liegenschafts- und Bodenpolitik Berlins engagiert.

Teil 1: “Platz da! Offene und diverse Räume in der Stadt”

11:15 – 11:35           

In englischer Sprache

Presentation of L’asilo (Naples)

Commons and Cultural/Creative work: rebalancing the biotope By Angela Dionisia Severino and Christoph Pennig

L’Asilo is an example of an open and interdependent cultural space, self-managed by an open community for social aims.

In this presentation l‘Asilo will be introduced as “a process”. L’Asilo is very dynamic in the Civil Domain and enjoys international recognition as an interdependent production center for the arts and culture, with an increasing professionalization.

The experts will share their experiences of decision making, about daily routines and how l’Asilo is implemented in the cultural landscape of Naples.

11:35 – 11:55           

In englischer Sprache

Elke Rauth (dérive) in conversation with Angela Dionisia Severino and Christoph Pennig (l’Asilo, Naples) about self-organised spaces for arts and culture as common goods in the city of Naples.

Elke Rauth ist Redakteurin von “dérive – Zeitschrift für Stadtforschung” und “Radio dérive”, Leiterin und Co-Kuratorin von “urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen”, Kuratorin der monatlichen Filmreihe “Stadt Streifen” und mit dem Hausprojekt “Bikes and Rails” Teil des “habiTAT Mietshäuser Syndikats” in Österreich. Ihre Arbeiten beschäftigten sich mit Stadtforschung, Kunst und Aktivismus mit Vorträgen, Workshops, urbanen Interventionen und Publikationen. Sie interessiert sich für die Stadt als gesellschaftspolitischen Raum, das Recht auf Stadt und für die Organisation des postkapitalistischen Übergangs in Theorie und Praxis. www.derive.at / www.urbanize.at / www.bikesandrails.org    

Angela Dionisia Severino, circus actress, dancer and trapeze ar/st. Graduated from the Master in Agricultural Sciences at University Federico II of Naples, she dedicated herself to theater with the need to integrate agronomic and environmental contents into shows and narra/ons. Specialized in Commedia dell’Arte, she has been carrying out transcultural research on masks for years, specifically that of Arlecchino and Pulcinella. She works as a theater trainer, collabora/ng with the University of Coimbra and other Italian universi/es. He has experience as a clown, puppeteer and puppet worker. She discovered L’Asilo from its birth, when her first theatre’s company needs a place where played free from /ckets, in order to make show more inclusive is possible. In that moment she started to understand the importance of a common as L’Asilo and today she could not image her ar/s/c life (or just her life) without this opportunity for ac/ng and for making rela/onships’ networking. During the /me, L’Asilo host the most important experiences for her theatre training, such as the Scuola Elementare del Teatro and a Theatre Pedagogy’s Master, lead by Davide Iodice but also a workshop of narra/ve and crea/ng wri/ng, that signed the star/ng point for she could found a company of theatre storytelling and oral culture tales. 

Christoph Pennig, Composer, artist, performer. Christoph Pennig works for five years as a free-lance composer and performer in Naples. His work includes electronic acousmatic music, spacial compositions, improvised performances, vocal improvisation, Jazz music, Butoh, sound installations and music production in the field of theater plays. He’s one of the founders of the OEOAS, the Orchestra Elettroacustica Officina Arti Soniche. Especially interested in side specific works, field recording and the “irretrievable” he discovered l’asilo three years ago and it became the center of his artistic activities. Contributing also to the artistic research of other inhabitants he works there mostly as a sound engineer and event planner. Born and grownup in Cologne, Germany Christoph Pennig studied musicology and physics at university Freiburg and did his Master degree in Karlsruhe at the Staatliche Hochschule für Musik in Composition / Sonic Arts. He worked for the Goethe-Institut, the ZKM Karlsruhe, Festival Alte Musik Knechtsteden, and presented is works in Germany, Italy, Czechia, and the Netherlands. 

12:00 – 12:30                       

 

“Räume werden gemacht!”

Input 1 (5min): Jannik Franzen (IGBK) zu Ateliersituation in Wien und Input 2 (5min): Zuzana Ernst (IGKW) zu Standortförderung für Kulturinitiativen in Wien

Wie steht es um den Zugang bildender Künstler_innen zu Ateliers und Arbeitsräumen? Welche Räume sind verfügbar, und entsprechen sie den Anforderungen bildender Künstler_innen? Welche strukturellen Probleme müssen beim Zugang zu Ateliers gelöst werden?

Seit 2019 arbeitet die IG Bildende Kunst verstärkt daran, den Bedarf an Ateliers und Infrastruktur zu erheben, und hat bildende Künstler_innen dazu online befragt.

Was braucht es, damit selbstorganisierte und soziokulturelle Räume in Wien entstehen und überleben können? Welche Räume entsprechen den Arbeitsbedingungen von Kulturarbeiter*innen heute und morgen? Wie können Kunstpraktiken etabliert werden können, die breite Perspektiven ermöglichen und damit der sozialen Pluralität der Gesellschaft gerecht werden?

Seit 2008 beschäftigt sich die IG Kultur Wien verstärkt mit städtischem Freiraum, dem Raumbedarf und der Raumproduktion von Kulturvereinen und – initiativen der freien und autonomen Szene. Die bereits 2010 in Auftrag gegebene, mehrteilige Studie „Perspektive Leerstand“ befasste sich mit Raumnutzungskonzepten in Verbindung mit nachhaltiger Stadtentwicklung – auch als zukünftige Perspektive für Wien.

Anschließende Diskussion zum Thema Rahmenbedingungen des Raumbetreibens, mit: Türkis Rosa Lila Villa (Wien) und Atelierhaus Schaumbad (Graz); Moderation: Theresa Schütz

 

Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz

http://schaumbad.mur.at
Das Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz wurde 2008 in den ehemaligen Räumen eines „Bäderparadieses“ (Großhandel für Badezimmer) installiert. In dieser Zeit konnte sich das Schaumbad mit diversen Veranstaltungen (Ausstellungen, Konzerten, Symposien, Theater) sowohl lokal, regional als auch international als Produktions- und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst etablieren.
2013 hat das Schaumbad in einer ehemaligen Limonadenfabrik ca. 2.000 m2 Räume bezogen – mit unterschiedliche Nutzungsfunktionen. Gemeinsame Ausstellungen, internationale Projekte, ein Gastatelier sowie Austauschateliers mit anderen europäischen Initiativen sorgen für internationale Vernetzung.

Türkis Rosa Lila Villa

https://dievilla.at/

Die Türkis Rosa Lila Villa ist das Community-Zentrum für Lesben, Schwule und Trans*Personen in Wien. 1982 aus der Hausbesetzer*innenbewegung entstanden, vereint sie heute ein Projekt für kollektives Wohnen, den türkis_rosa_lila_villa wohn*satellit, das Beratungs- und Informationszentrum Türkis Rosa Lila Tipp und das Community Café Villa Vida unter einem Dach.


12:30 – 13:00                       

 

MITTAGSPAUSE

Teil 2: “Filmstudios in Wien – eine Utopie?”

13:15 – 13:45           

 

Fabian Eder (Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden): Vortrag zu „Filmstudios in Wien – eine Utopie?“

13:45 – 14:30          

 

Anschließende Diskussion mit: Enid Löser, Florian Reichmann, (Verband der österreichischen FilmausstatterInnen), Gerlinde Seitner (Filmfonds Wien), Marijana Stoisits (Vienna Film Commission);
Moderation: Maria Anna Kollmann

14:30 – 14:45          

KLEINE PAUSE

 

Teil 3: “What matters”. What are the demands for work spaces for the free dance-, theatre-, performance- and music scene?

 

(parallel intervention)
Visualisations by Johannes Maas
The artist is visualising the inputs by the speakers and parallelly building on his table and laptop different “places/structures/houses”. The intervention will be projected.

Johannes Maas *1983, ist Bühnenbildner und freier Künstler. Er studierte von 2005 – 2011 Architektur in Innsbruck und Berlin, sowie Bühnenbild von 2012 –  2014 in Berlin. Während des Studiums Bühnenbild/szenischer Raum realisierte er Bühnenräume und Rauminstallationen an den Landesbühnen Sachsen und Thüringen, im Kühlhaus Berlin und in den Uferstudios Berlin. Von 2013 – 2020 entwarf und realisierte er, oft in Zusammenarbeit mit Valentina Primavera, Ausstattung, Bühnenräume, Installationen und Kostüme unter anderem für die VIERTE WELT, Berlin; Uferstudios, Berlin; Theater Discounter, Berlin; Ballhaus Ost, Berlin, HAU, Berlin; Werk-X, Wien; Inkonst, Malmö; und Kaserne Basel. Mit dem Team um die VIERTE WELT leitete er 2017 einen Workshop am Impulse Theater Festival in Mühlheim an der Ruhr. Anfang September 2020 ist das Stück „24 Bilder pro Sekunde“ von Boris Nikitin, bei welchem Johannes Maas die Bühne gestaltetet, auf den Wiener Festwochen zu sehen.

14:45 – 15:05
in englischer Sprache

Kristof Blom presents CAMPO (Ghent)

The Viennese dance-, theatre- and performance scene has immensely evolved and internationalised over the past decades. Yet spaces and infrastructures are scarce, professional work and the – important – exchange between artists as well as the encounter of artists with interested people in the frame of artistic processes proves to be challenging. In Vienna, professionally equipped spaces are not easily accessible or sufficiently available.

Using the production house Campo in Ghent/BE as an example, we explore important questions about contemporary art making and give an outline to a place that meets the present-day requirements of performing artists and their work processes.

CAMPO is a Ghent (Belgium) based arts centre with a diverse programme, ranging from theatre, dance and performance to festivals, neighbourhood kitchens and debates. They create performances which tour internationally, and support artists throughout their artistic process.
CAMPO could be seen as a toolbox for artists, a house that covers the whole spectrum of performing arts: research & development, production, touring & presentation.

The IG Freie Theaterarbeit (literal translation: Interest Group of Free Theatre Work) was founded in 1988 and advocates for a better framework for freelance performing artists. Offering a wide range of services and counsel, artists are being supported in their professional work off stage. 

Kristof Blom (°1977, Gent, Belgium) studied performing arts at the University of Gent, Belgium. He worked until 2001 as a free-lance dramaturge for different companies and artists such as Toneelhuis Antwerpen, Victoria, Het Paleis,  …  . In the period 2001 – 2007 he was in charge of international relations for the production house Victoria.

In 2008 he joined the start of CAMPO, a new arts centre in Gent that combines a presentation, research and production platform. In 2011 he became artistic director of CAMPO.

15:05 – 15:40                       

 

“Expert*innen fragen” 

Yosi Wanunu (Regisseur), Steffi Jöris (Performerin), Anna Novak (Performerin und Gründerin von „Arbeitsplatz“, Esther Holland-Merten (Künstlerische Leitung WUK Performing Arts) im Gespräch mit Kristof Blom CAMPO (Ghent)

15:40 – 16:00                       

 

Charlotta Ruth und Ulrike Kuner (IG Freie Theaterarbeit) – Ergebnisse der Online-Befragung zum Thema ‘Räume/Infrastrukturen’

16:00 – 16:10                       

 

Film: Paul Wenninger / trespass

Trespass“ bedeutet im Englischen „Übertretung“, aber auch „unbefugtes Eindringen“ bzw. im juridischen Jargon „Hausfriedensbruch“. Paul Wenningers zehnminütige Real-Animation trespass spielt mit all diesen Bedeutungen – in einer technisch beeindruckenden, abwechslungsreichen und pointierten Tour de force. Durchgängiges Element ist eine Art Avatar des Regisseurs, eine aus Realbildern animierte Figur, welche der Film gleichsam auf Weltreise in den eigenen vier Wänden schickt. Ein wilder Überschreitungsprozess kann beginnen.

16:10 – 16:30           

KLEINE PAUSE

16:30 – 17:05                       

 

“Needs & Know-how: Raus aus der Resteverwertung”

Impulsreferat von Sara Zlanabitnig und Arnold Haberl (mitderstadtreden)

Das vielfältige Musikleben in Wien gerät zunehmend unter hohen ökonomischen Druck – Kreativität und Originalität werden unter der Maxime von Effizienz und Effektivität in die Enge getrieben. Welche Räume sind für eine lebendige freie Szene nötig und wie können wir sie schaffen und erhalten?

mitderstadtreden ist eine Initiative der Wiener freien Musikszene, die es sich seit 2017 zur Aufgabe macht, den Dialog mit der Stadtpolitik zu suchen um auf den dringenden Handlungsbedarf hinzuweisen. Vertreter*innen schildern anhand von aktuellen Beispielen die Problemlage.

Kurzpräsentation Musikspielstättenmonitor Wien – Stefan Niederwieser (Pilotprojekt Vienna Club Commission)

(05min)

Das Projekt ist der Wiener Clubkultur gewidmet. Im Jahr 2020 werden die Bedürfnisse der diversen Stakeholder wie Club- und Barbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Stadtverwaltung, Politik und Anrainer*innen eruiert und darauf aufbauend eine Organisation entwickelt. Auf lokalem Wissen aufbauend werden Ideen, Konzepte und Lösungen mit Blick auf international erprobte Modelle umgesetzt.

Der Musikspielstättenmonitor ist eine interaktive Karte und eine Datenbank, die einen Überblick über Wiens Musikveranstaltungsstätten gibt und auch als Service für Veranstalter*innen, die nach Räumlichkeiten suchen, dienen soll.

17:05 – 17:45          

 

Anne La Berge (Splendor, Amsterdam) im Gespräch mit Herbie Molin (ehem.Betreiber rhiz, liccht), Sara Zlanabitnig (echoraum, Fraufeld) und Philipp Forthuber (Wien Modern) zum Thema Produzieren und Veranstalten von experimenteller Musik; Moderation: Christine Schörkhuber

17:45 – 18:00                       

 

KLEINE PAUSE

Teil 4: “What Now? – Konkretes und Perspektiven

18:00 – 19:00

 

Was nehmen wir aus dem Symposium mit? Was sind nächste Schritte und Zukunftsperspektiven?

Eingeladenen Künstler*innen/Theoretiker*innen, die das Symposium begleitet haben (Botschafter*innen), berichten und beleuchten ihre Erfahrungen des Tages.

Botschafter*innen und Vertreter*innen der IGs im Gespräch mit Veronica Kaup-Hasler (Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft).
Mit Fariba Mosleh und Alisa Beck (für IG Kultur Wien), Jul Tirler (für IG Bildende Kunst), Inge Gappmaier und Ulrike Kuner (für IG Freie Theaterarbeit), Elisabeth Schimana (für mica – music austria / mitderstadtreden), Fabian Eder (für Dachverband Filmschaffende).