Info der IGFT zu den “Runden Tischen” des BMKÖS und Veranstalter*innen

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Runde Tische des BMKOES und Veranstalterinnen Ig Freie Theater

Diese Woche fanden zwei Runde Tische mit StS Ulrike Lunacek bzw. der Kunstsektion / BMKÖS und den großen Bühnen (Staatsoper, Burgtheater, Salzburger und Bregenzer Festspiele, Theater in der Josefstadt, VBW, NÖKU, Bundestheater-Holding, Musikverein, Konzerthaus etc.) statt, zu der auch die IG Freie Theater eingeladen war. Auch die Ensemblesprecher*innen der Staatsoper waren mit eingeladen.

Am ersten Tag ging es um die Problematik von Gagen und Honoraren für nicht stattfindende Vorstellungen und Produktionen, die aber vertraglich vereinbart sind und derzeit nicht ausbezahlt werden. Diese Problematik wurde per Anwaltspetition aufgebracht, woraus sich eine Künstler*inneninitiative – getragen von Opersänger*innen, Musicaldarsteller*innen, Extra-Chor und Extra-Statisterie, Agenturen und von der IG Freie Theater entwickelt hat. In diesem ersten Austausch wurden sämtliche Positionen angehört und es wurden sehr zeitnah weitere Termine mit der Kunstsektion avisiert, um dieses Thema weiter zu bearbeiten. Grundsätzlich geht es darum, den Künstler*innen die Ansprüche aus diesen Verträgen zu sichern.

Am 27.4. wurde im Kulturmontag sowie in der ZIB 1 dazu berichtet.

Am zweiten Tag und in einer ziemlich gleichen Besetzung (mit dabei waren außerdem das brut Wien als Vertreter*in von Pakt Wien, Theater der Jugend sowie die Wiener Symphoniker) wurden Informationen bezüglich Proben- und Aufführungsmöglichkeiten abgeglichen. Im Eingangsstatement wies StS Ulrike Lunacek auf die kommende Verordnung hin, die im Gesundheitsministerium erarbeitet wurde. Diese wurde am 30.04. veröffentlicht, findet ab 18.05. Anwendung und sie gilt bis 30.06. Bis dahin gilt ein generelles Veranstaltungsverbot mit Publikum. Die konkreten Möglichkeiten der ‚kleinen Veranstaltungen‘ bzw. ‘Zusammenkünfte’ bis zu 10 Personen werden wir noch abklären. Es wurde auch an die Eigenverantwortung appelliert und darauf hingewiesen, dass man daran arbeitet, die Verordnung so schlank wie möglich zu halten.

Alle Beteiligten erläuterten ihre Möglichkeiten für einen Probe- und Aufführungsbetrieb. Einigkeit herrschte darüber, dass ein solcher mit einer Regelung von 20m2 p.P. in der Realität nicht bzw. sehr schwer durchführbar ist. Mit einer Abstandsregel dagegen – z.B. 1 m –  wobei noch die Frage auftauchte, ob dies ab Schulter oder ab Kopf gilt – wären solistische Proben und Proben in kleineren Gruppen möglich – entsprechend der einzelnen Proberaum- und Bühnengrößen. Die Häuser berichteten auch über den derzeitigen Planungsstand btr. Probezeiten und möglichem Spielbeginn und dass es Überlegungen gibt, mit welchen Produktionen der Spielbetrieb im Herbst wieder aufgenommen werden könnte. Zusammengefasst ging es um reale Arbeitsbedingungen, entsprechende Dispositionen in den Häusern und unter welchen Umständen dort ein Spielbetrieb stattfinden kann.

Bezüglich des Publikums und der Publikumsanzahl wurden konkrete Berechnungen (entsprechend der Abstandsregel) angestellt und die finanziellen Folgewirkungen mitgeteilt, z.B. was die Erstattung der bereits gekauften Tickets und Abos angeht bzw. es gab die Frage, ab wann Tickets und Abos realistischerweise in den Verkauf gehen können. Weiters wurde besprochen, ob und welche Maßnahmen es gibt, das Publikum vor einer Covid 19 – Infektion so gut wie möglich zu schützen. Hierzu wurde angeführt, dass das Publikum im Saal ja ruhig, geordnet und in eine Richtung blickend sitzt und Abstände eingehalten werden können. Auch die Erfassung von Publikumsdaten und einer in der Öffentlichkeit bereits seit längerer Zeit diskutierten Contact Tracing App wurde vornehmlich unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes thematisiert; die Debatte hierzu hat erst begonnen, es gibt keine Beschlüsse oder Verordnungen hierzu.

Die IGFT brachte ein, dass die Künstler*innen der Freien Szene flexibel agieren und derzeit v.a. Informationen und realistische, umsetzbare Regelungen betreffs eines Probebetriebs benötigen, damit dieser so bald wie möglich rechtssicher erfolgen kann. Außerdem sind die Künstler*innen der Freien Szene bereit, Produktionen sehr bald und auch unabhängig von Veranstaltungsorten zu realisieren. Sollte es demnächst bzw. ab 1.7. die Möglichkeit geben, Veranstaltungen unter den gegebenen Sicherheitsmaßnahmen zu realisieren, werden die Künstler*innen der Freien Szene aktiv werden können. Eine Unterstützung von veranstaltungstechnischer Seite aus – also der MA36 (Wien) bzw. der Bezirkshauptmannschaften – wäre hier aber sehr erwünschenswert sowie zusätzliche finanzielle Mittel, um künstlerische Projekte realisieren zu können.

Wir prüfen die am 30.4. abends erlassende neue Verordnung des Gesundheitsministeriums und welche realistischen Präsentationsformate und -daten entwickelt werden können. Es wurde auch noch einmal betont, dass Öffnungen (Proben, Veranstaltungen) nur unter der Prämisse weiter sinkender Infektionszahlen möglich sind, welche genau beobachtet werden.

IGFT Mitglieder laden wir am 7.5.2020 um 14 h zum Zoom-Info-Austausch, bei dem wir auch über die Ergebnisse des Runden Tisches mit der Stadt Wien vom 5.5.2020 berichten werden sowie die Verordnung vom 30.4.2020 genauer erläutern werden.