Blog: Intensivtraining für Produktionsleiter*innen

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Hier findet ihr den begleitenden Block zum Online Intensivtraining für Produktionsleiter*innen. Der Blog wird regelmäßig aktualisiert. Das ganze Programm zum Intensivtraining findet ihr hier.

1. Aufgabengebiet eine*r Produktionsleiter*in & selbst veranstalten (Netzwerktreffen) mit Produktionsleiterin Siglind Güttler, Kunst- und Kulturverein ProSiBe

1 Aufgabengebiet Produktionsleitung

Interessante Links

Überblick Veranstaltungsanmeldung Österreich.gv.at

Überblick für Wien

 

2. Beschäftigungsverhältnisse für Künstler*innen und Produktionsleiter*innen in der freien Szene mit Patrick Trotter (IGFT)

02 Beschäftigungsverhältnisse

 

3. Sozialversicherung für Künstler*innen und Produktionsleiter*innen in der freien Szene mit Julia Kronenberg (IGFT)

03 Sozialversicherung

 

4. Neue digitale Formate: punktlive.de (Netzwerktreffen)

04 Netzwerktreffen Neue digitale Formate

 

5. KSK – Künstlersozialversicherung in Deutschland (Exkurs)

Mit dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) werden selbständige Künstler*innen und Publizist*innenen in das gesetzliche Sozialversicherungssystem einbezogen. Sie sind pflichtversichert in der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Künstler ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise wie ein Schriftsteller oder Journalist tätig ist. Auch wer Publizistik lehrt, fällt unter den Schutz des KSVG.

Die künstlerische oder publizistische Tätigkeit muss selbständig, erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt werden.

Von Erwerbsmäßigkeit spricht man dann, wenn die Tätigkeit nicht nur hobbymäßig bzw. aus Liebhaberei ausgeübt wird, sondern auf eine ernsthafte Beteiligung am Wirtschaftsleben und auf die Erzielung von Arbeitseinkommen ausgerichtet ist.

Das Besondere: Die selbständigen Künstler*innen und Publizist*innen brauchen nur etwa die Hälfte ihrer Beiträge zu tragen und sind damit ähnlich günstig gestellt wie Arbeitnehmer*innen.

Berechnungsgrundlage der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung und Barleistungen der Leistungsträger (z.B. Krankengeld, Mutterschaftsgeld), ist das von den Versicherten gemeldete voraussichtliche Jahresarbeitseinkommen aus der erwerbsmäßig ausgeübten selbständigen künstlerischen/publizistischen Tätigkeit (Betriebseinnahmen abzüglich Betriebsausgaben).

Das voraussichtliche Arbeitseinkommen kann jederzeit im laufenden Beitragsjahr formlos geändert werden.  Änderungen bzw. Anpassungen werden erst mit Folgemonat nach Eingang der Änderungsmitteilung berücksichtigt – nicht rückwirkend.

Die andere Beitragshälfte wird durch eine nicht personenbezogene Abgabe der Kunst- und Publizistikverwerter (z. B. Verlage, Konzertdirektionen, Rundfunk, Fernsehen, Galerien, Werbeagenturen, Kunst- und Musikschulen) und durch einen Bundeszuschuss finanziert.

Die Versicherten entrichten ihren Beitragsanteil direkt an die KSK ab. Der Beitragsanteil des Künstlers/Künstlerin wird mit KSK Anteil an die entsprechenden Leistungsträger abgeführt.

Die jeweiligen Beitragssätze können Sie der Anlage – Aktuelle Werte in der Sozialversicherung – entnehmen.

Die KSK selbst ist kein Leistungsträger. Die Versicherten werden über die KSK bei einer gewählten gesetzlichen Krankenkasse bzw. bei der Deutschen Rentenversicherung in Berlin angemeldet.

Hinzuverdienstmöglichkeiten – neben der selbständigen künstlerischen/publizistischen Tätigkeit – werden in der Informationsschrift Nebenjob erläutert.

Neben dem Fragebogen zur Prüfung der Versicherungspflicht – unter https://www.kuenstlersozialkasse.de/service/mediencenter-kuenstler-und-publizisten.html – erhältlich,  benötigt die Künstlersozialkasse aktuelle Tätigkeitsnachweise, die eine erwerbsmäßige Ausübung der Tätigkeit und die Angaben im Fragebogen belegen (z. B. Rechnungen mit Kontoauszug, Verträge, eigenes Werbematerial, Ausbildungsnachweise, Korrespondenz über geplante Projekte, Ausstellungsnachweise, Pressematerial, gewerbliche Mietverträge etc.).

Die Informationsschriften zum Thema Nebenjobs, Definition Arbeitseinkommen, Auslandsaufenthalte, Wahl einer gesetzlichen Krankenkasse sind unter: https://www.kuenstlersozialkasse.de/service/mediencenter-kuenstler-und-publizisten.html zu finden.

Weitere kostenfreie Webseminare zum Thema werden unter https://www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/die-ksk-bei-ihnen.html angeboten.

 

6. Kulturverein gründen und betreiben (Basiswissen)

Checkliste für gemeinnützige Kulturvereine

  • Textmaterialien bzw. Textdokumente als Microsoft Word Datei oder als PDF Datei
  • Zahlenmaterialien bzw. Zahlendokumente als CSV Datei UND als PDF Datei (allenfalls als Microsoft Excel Dateien)
  1. Organisation
  • Vereinsstatuten
    • Aktualität alle 3-5 Jahre überprüfen bzw. erneuern (alte und neue Statuten aufbewahren)
    • genaue Definition und Trennung von Zweck, Mittel
    • Überprüfung der Kriterien für die Gemeinnützigkeit
    • Regelung Insichgeschäfte
    • Vertretungs- und Zeichnungsbefugnis
    • Regelung Mitgliedsbeiträge
  • Vereinsregisterauszug
    • aktuelle Funktionsperiode
  • Berichte
    • Jahresberichte
    • Projektberichte
    • Tätigkeitsberichte
    • Rechnungsprüfungsberichte
  • Sämtliche Sitzungsprotokolle und Beschlüsse der Organe mit Anwesenheitslisten
    • Tagesordnungen der Mitgliederversammlungen
    • Protokolle sämtlicher Mitgliederversammlungen samt Unterschriften der Leitungsorgane
    • Protokolle sämtlicher Vorstandssitzungen samt Unterschriften der Leitungsorgane (wann wurde welche Entscheidung von wem getroffen)
    • Protokolle der Prüfung der Rechnungsprüfer*innen
    • Protokolle der Wahlen, der Entlastung des Leitungsorgans und der Rechnungsprüfer*innen
    • Auflistung der amtsführenden Leitungsorgane, Rechnungsprüfer*innen und der aktuellen (ordentlichen, außerordentlichen, Ehern-) Mitglieder (Namen, Adressen, Kontakt)
    • Mitgliedsbeiträge: Beschlüsse über Höhe und Entrichtung
    • Protokolle über Beschlüsse bei Insichgeschäften
  • Sämtliche Verträge
    • Arbeitsverträge (Werkverträge, Dienstverträge, freie Dienstverträge)
    • Förderverträge (Förderstelle, Förderhöhe, Subventionsunterlagen, Subventionsbedingungen und -richtlinien)
    • Kooperations-, Koproduktionsverträge, Aufführungsverträge, Gastspielverträge
    • Mietverträge
    • Leasingverträge
    • Versicherungsverträge (und Polizzen)
  • Dokumentationen
    • Organisationshandbuch (Aufbau- und Ablauforganisation)
    • Stellenbeschreibungen
  • Aufstellung über bedeutende, unerledigte oder drohende Rechtsfälle
  • Impressum (Webpage etc.) muss mit fördernehmendem Verein übereinstimmen
  • Datenschutz anhand der Datenschutzgrundverordnung
  1. Rechnungswesen bzw. Buchführung
  • Kleiner Verein (gewöhnliche Einnahmen oder Ausgaben < 1 Mio EUR):
    • Einnahmen-Ausagenrechnung samt Vermögensübersicht bis 5 Monate nach Ende des Rechnungsjahres
    • Rechnungsprüfungsberichte innerhalb von vier Monaten ab Erstellung der Einnahmen-Ausagen-Rechnung
  • Rechnungsabschlüsse bzw. Jahresabschlüsse
    • laufende Aufzeichnungen, zeitnah bzw. täglich
    • sämtliche Belegkreise erfassen: Bank, Kasse…
    • Nachweise sämtlicher Belege (Rechnungen, Honorarnoten, Überweisungsbestätigungen, Pay Pal Auszüge, Visa Auszüge etc.)
    • Abschreibungen, Rückstellungen, Vorauszahlungen, Forderungen, Verbindlichkeiten
    • Saldenliste CSV
  • Bank
    • sämtliche Auszüge
    • zeichnungsberechtigte Personen
    • welche Personen haben Zahlungen getätigt
    • bei online Banking: zugriffsberechtigte Personen
    • Überweisung: korrekte Verwendungszwecke
  • Kassen
    • Versicherung der Barkasse
    • Aufbewahrung der Handkasse (Ort), wer führt die Handkasse, wer hat Zugriff
    • sämtliche schriftlichen Belege (Kassenprotokolle)
  • Budgets und Kalkulationen
  • Belege in Ordner
  • Beschaffungen
    • Vergleichsangebote bei Kosten von über € 3.000,-
  • Inventar und Anlagendokumentation
  • Berichte der Rechnungsprüfenden bzw. der Abschlussprüfenden
    • Berichte der Rechnungsprüfer*innen
  1. Personal
  • Personal
    • Aufstellung aller Mitarbeitenden, Dienstnehmer*innen, freie Dienstnehmende, Werkvertragsnehmer*innen und sonstiges zusätzliches Personal
    • Dienstverträge, Dienstzettel, Werkverträge und sonstige Verträge mit Mitarbeiter*innen im Verein
    • Achtung bei: Insichgeschäften, Scheinselbständigkeit, Ausländer-Abzugsteuer
  • Stunden-, Wochen- und Monatsaufzeichnungen
    • korrekte Arbeitszeitlisten (Beginn, Pausen, Ende; Achtung bei Mehrstunden, Überstunden, Tageshöchstarbeitszeiten etc.)
  • Jahreslohnkonten aller Mitarbeitenden und Monaten
  • Informationen zur Lohnverrechnung
  • Kollektivverträge, Betriebsvereinbarungen
  • Regelungen über Mehrstunden
  1. Informationen insb. Theater, Kinos
  • Behördliche Genehmigungen (z.B. MA 36, MA 37, MA 42)
    • Konzessionsbescheid MA 36 und Geschäftsführerbestellung
    • Bescheid über die Eignung der Veranstaltungsstätte der MA 36
    • Baubewilligung der MA 37
    • sämtliche andere Bewilligungen
  1. Statistik
  • Spielpläne
  • Statistische Daten (z.B. Nutzende, Teilnehmende, Besuchende, Genderverteilung)
    • Anzal der Veranstaltungen (genaue Bezeichung: Eigenproduktion, Kooperation, Koproduktion etc.)
    • Anzahl der gesamten Besucher*innen
    • Anzahl der zahlenden Besucher*innen
    • Besucherauslastung (=Sitzplatzauslastung)
    • Kartenauflage
    • Freikarten
    • Kategorien und Zahlen der ermäßigten Karten

Weiterführende Links:

Kulturverein gründen und betreiben, IG Kultur Wien

Vereine und Steuern, BMF

Abgaben & Steuern Besteuerung ausländischer Künstler*innen und Sportler*innen in Österreich

Anzeigen und Vorlagen: Bundesministerium für Inneres

Grundlage bildet das Vereinsgesetz: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20001917

Vereinsregister–Internetabfrage

 

7. Kulturförderungen und Finanzierungsmöglichkeiten (Basiswissen)

mit Julia Kronenberg (IGFT)

  • Eine Förderung ist eine finanzielle Unterstützung, die helfen soll, ein Projekt zu realisieren.
  • Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Förderung.
  • Ein Projekt wird nur gefördert, wenn es ohne die Förderung nicht realisiert werden kann
  • Bei der Kalkulation dürfen weder Verluste noch Gewinne gemacht werden

Hinweis: Bei manchen Förderstellen ist es sinnvoll, zu Anfang des Jahres einen Antrag zu stellen, weil das Budget ansonsten schon verplant sein könnte.

Eine Förderung…

  • muss sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig eingesetzt werden
  • ist verbindlich, sobald eine schriftliche Zusage vorliegt (verbindlicher Vertrag)
  • widmungsgemäße Verwendung des Geldes
  • Hinweise auf die Förderung bei allen Druckwerken u. Veröffentlichungen
  • Projektbericht und Projektabrechnung
  • kann von der fördernden Stelle zurückgefordert oder nicht ausgezahlt werden, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden
  • muss vor Projektbeginn eingereicht werden: Einreichfristen und Projektzeitraum beachten
  • ist verbindlich für das eingereichte Projekt und Budget. Wesentliche Änderungen (inhaltlich oder budgetär) sind der fördergebenden Stelle mitzuteilen.

Erste Schritte

  • passende Förderstellen suchen
  • Förderrichtlinien durchlesen
  • Kunst- und Kulturberichte geben Orientierung welche Projekte in welcher Höhe gefördert wurden
  • Projektinhalt und Beschreibung konkretisieren
  • Projektkosten kalkulieren
  • Antragsberechtigung prüfen (Einzelperson, Verein etc.)
  • Antragsfrist prüfen
    • Nicht erst am letzten Tag einreichen (Zeit für Rückfragen, Probleme bei online Einreichung etc.)
    • Je früher eingereicht wird, desto früher erhält man*frau eine Förderzusage oder Absage und kann ggf. noch andere Subventionen beantragen, das Projekt umplanen etc.
    • Eine frühe Fixierung des Budgets, erleichtert und professionalisiert das Planen und Umsetzen.
  • bei Vereinen: Zeichnungsberechtigung beachten
  • sämtliche geforderten Unterlagen vollständig einreichen
  • Zeichenlimitierungen einhalten

Allgemein:

  • Förderung von Kunst und Kultur ist primär Ländersache. Der Bund ist per se nur für die Bundesinstitutionen zuständig und fördert daher oftmals nur subsidiär – d.h. nur dann, wenn schon die Zusage vom jeweiligen Bundesland vorliegt.
  • Projektförderungen sollten also frühzeitig bei Stadt und Land beantragt werden und – bei Zusage – auch beim Bundesministerium für Kunst und Kultur.
  • Subventionen der öffentlichen Hand sind oftmals nur „Zuschüsse“, d.h. Drittmittelakquise, zusätzliche Gelder, Unterstützungen sind notwendig.
  • Recherchieren, welche Förderungen kombiniert werden können und welche einander ausschließen.
    • Tipp: Stellen Einzelvorhaben aus dem Gesamtvorhaben ein eigenes „Projekt“ dar, können sie aus dem Gesamtprojekt budgetär herausgelöst werden und ermöglichen dadurch eventuell eine Querfinanzierung. Beispiel: Dramatikerstipendium für die Erstellung eines Theatertextes, Kompositionsförderung für die Komposition der Bühnenmusik etc. Wichtig ist, dass beide Projekte auch voneinander unabhängig realisiert werden können.

Beispiele von Subventionen öffentlicher Hand

  • Bezirksförderungen
  • Projektförderungen
  • Jahresförderungen
  • Konzeptförderungen
  • Wiederaufnahmeförderungen
  • Förderungen für junge Künstler*innen
  • Förderungen von Themenschwerpunkten
  • Kunst im öffentlichen Raum
  • Wien: SHIFT
  • Investitionsförderungen
  • Residencyförderungen
  • Tourneeförderugen, bspw. Tourneekostenzuschuss BMKOES, ACT OUT; DOTA
  • Stipendien, bspw. künstlerische Arbeitsstipendien, START-Stipendium des BMKÖS
  • Preise
  • Kurzfristige Ausschreibungen zu gewissen Themen, Stipendien etc.
  • Das Budget kann auch vor Ende der Ausschreibung schon erschöpft sein, weil es sich um eine einmalige Förderung handelt. Deswegen so schnell wie möglich einreichen.
  • Reisekostenzuschüsse, bspw. bei internationalen Projekten Reisekostenzuschüsse der Botschaften

Weitere mögliche Finanzierung von Kulturprojekten

  • Eintrittsgelder
  • Länderübergreifende Koproduktionen oder Kooperationen
  • IG NETZ – Zuschüsse zu Sozialversicherungskosten von Dienstgeber*innen
  • Fundraising
    • Spenden
    • Stiftungen
    • Sponsoring durch Institutionen (z.B. Arbeiterkammer) und Privatpersonen (Geld-, Sach- oder Dienstleistungen)
    • Crowdfunding

Beispielhafte Auszüge aus Förderrichtlinien (Stadt Wien Kultur und BMKOES)

  • Ortsbezug zur fördergebenden Stelle
  • Projekt muss von öffentlichem Interesse sein
  • Das Vorhaben muss mit einer Förderung durchführbar sein.
  • Die ansuchende Person muss wirtschaftlich leistungsfähig sein und eine ordnungsmäßige Geschäftsführung vorweisen können
  • Änderungen/Verzögerungen u.Ä. müssen unverzüglich bekanntgegeben werden
  • Fördermittel müssen sparsam, wirtschaftlich und zweckmäßig eingesetzt werden.
  • eventuell Einholung von Vergleichsangeboten nötig

Inhaltlich:

  • Neuproduktionen
  • künstlerische und organisatorische Professionalität
  • eigenständige ästhetische Ausdrucksweise
  • Zeitgenossenschaft
  • interdisziplinäre, genderspezifische, interkulturelle, inklusive Ansätze
  • Spielorte: bereits erschlossene, als auch neue Räume und Orte
  • Kontinuität der künstlerischen Qualität bisheriger Arbeiten
  • gesellschaftspolitische Relevanz
  • Sichtbarkeit (Aufführungen, Showings, Vermittlungsangebote etc.)
  • Vernetzung und Austausch: national und international
  • Vermittlung: pädagogisches Angebot, offene Probenprozesse etc.
  • Erschließung neuer Publikumsschichten
  • Professionelles Management

Tipps:

  • Faire Bezahlung aller professionell Beteiligten immer Emfpehlung: eher ein kleineres Projekt planen, als Gagen zu kürzen.
  • Honoraruntergrenzen der IGFT überschreiten möglich
  • Richtlinien vor jeder Einreichung (noch mal) lesen – auch hier kommt es immer wieder zu Änderungen.
  • Wenn etwas in den Förderrichtlinien oder bei der Einreichung unklar ist, bei der IGFT oder der Förderstelle anrufen und nachfragen.
  • Vollständige und fristgerechte Einreichungen und Abrechnungen erleichtern die Zusammenarbeit mit den Behörden

Weitere Informationen:

Broschüre IG Kultur Wien: Kunst und Kultur finanzieren

Kulturabteilung der Stadt Wien, Förderungen und Einreichfristen

Kurator*innen der Stadt Wien, Förderungen, Empfehlungen, Jurykommentar

Bundesministerium Kunst und Kultur, Förderungen

Bundesministerium Kunst und Kultur, europäische und internationale Kulturpolitik

Bundesministerium Kunst und Kultur, Förderungen im Bereich Kulturinitiativen, Museen, Volkskultur

ACT OUT Tour- und Residencyförderung

IG NETZ – Sozialversicherungszuschüsse zu Dienstgeber*innenkosten

DOTA

Sponsoringleistungen Infoblatt BMKOES

Fundraising Verband Österreich

Kunst-, Kultur-und Wissenschaftsberichte der Stadt Wien

Kunst- und Kulturberichte, BMKOES

 

8. Better Practice: Green Event (Exkurs)

mit Bernadette Abendstein, Hakon Hirzenberger, Nadja Prader vom Theaterfestival Steudltenn

Seit 2017 zeichnet sich das Theaterfestival STEUDLTENN im Zillertal durch nachhaltige Planung und Umsetzung aus und wurde mit der Auszeichnung GREEN EVENT TIROL zertifiziert – eine Initiative von Klimabündnis Tirol und Umwelt Verein Tirol in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol zur Förderung einer umwelt- und sozialverträglichen Veranstaltungskultur. Das Festival kann über 122.100 Besucher*innen seit 2011 verzeichnen. 2021 wurde es mit dem „Austria Green Event Award“ belohnt.

Was ist ein Green Event?

  • Nachhaltigkeit im Leitbild
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Abfallvermeidungsmaßnahmen und -trennsysteme
  • Barrierefreier Zugang, barrierefreie Sanitäranalgen, Parkplatz für Menschen mit Behinderung
  • Umweltfreundliche Beschaffung von Drucksorten, Hygienepapieren, Reinigungsmittel
  • Kommunikation der Barrierefreiheit, der öffentlichen Anreise und der Nachhaltigkeitsmaßnahmen
  • Ökostrom
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen
  • Fahrradabstellangebote
  • Ansprechpersonen für Green Event

Umsetzung Steudltenn Festival u.a.:

  • Abfalldokumentation: In der Dokumentation wurden Abläufe, Kontrollen und anfallende Probleme beschrieben und Lösungen gefunden und die Abfalltrennung neu ausgerichtet. Die Dokumentationen und Änderungen wurden im Team gemeinsam analysiert, um so ein stärkeres Bewusstsein für schnelle Problembehebungen zu schaffen.
  • Tipps zum Wassersparen bei Auffüllstationen
  • alle Bühnenbilder der Eigenproduktionen werden
    • aus recyclebaren natürlichen Stoffen (Hanf) hergestellt,
    • aus abgespielten Bühnenbildern und Installationen wiederverwendet (z.B. gesamtes Bühnenbild aus geliehenen Europaletten, die nachher wieder zurückgegeben werden konnten; Bühnenbild aus Zeitungen und Altpapier etc.)
    • oder second-hand vom Flohmarkt günstig erworben
  • Verwendung der Suchmaschine ECOSIA auf allen Computern
  • Fenstlerladen mit Infos zu ZERO WASTE und Nachhaltigkeit
  • Malwettbewerb „Müllmonster“ für Kinder
  • bei Kinder- und Jugendvorstellungen gibt es Mitarbeiter*innen für Mülltrennung mit den Kindern
  • Nachhaltiger Markttag – ohne Verpackungen: Besucher*innen bringen ihre eigenen Taschen, Dosen oder Teller mit
  • Anreise u.a. mit der Zillertalbahn
  • Umweltfreundliche Beschaffung von Drucksorten, Reinigungsmittel, Maske, Kostüme etc.
    • genaue Berechnung, wie viele Drucksorten wirklich benötigt werden – manchmal ist weniger mehr
  • Regionale Beschaffung von Produkten und weitestgehender Verzicht auf Bestellungen
  • Keine Plastikflaschen, auch nicht auf der Bühne
  • LED-Beleuchtung
  • Tickets werden nur noch online verkauft
    • Jenen Menschen, die online ihre Tickets nicht kaufen konnten, wurde per Telefon geholfen

How to go green?

Aller Anfang ist schwer. Doch kann sich das Team mittlerweile eine Abweichung von dieser Linie gar nicht mehr vorstellen. „Irgendwann sucht man immer die alternative Variante, wenn etwas nicht vertretbar ist. Schlussendlich geht es dabei um die Einstellung und ein Verantwortungsbewusstsein. Es entsteht eine Dynamik, die dazu führt, dass man sich neue Dinge überlegt, bis die Prozesse automatisiert ablaufen.”

  • mit kleinen Sachen anfangen (z.B. Suchmaschine, Öko-Reinigungsmittel etc.)
  • einen Leitfaden schreiben und sich daran halten
  • Verwendung qualitativer und umweltschonender Drucksorten und dafür weniger drucken. Dadurch gleicht sich der Preis aus
  • kreativ werden: Wie kann man eine grüne Bühne gestalten? Wo ist der nächste Flohmarkt für Kostüme? Was gibt es noch im Fundus?
  • Wo möglich Umstellung von analog auf digital
  • Einen Mehraufwand aufnehmen, der sich lohnt: Nach kurzer Zeit weiß man, worauf geachtet werden muss und der Aufwand minimiert sich
  • Regionalität: Das Umfeld miteinbinden (Produkte und Verpflegung aus der Region; Markttag)
  • Infos für Besucher*innen gut platzieren (Anreisemöglichkeiten, richtige Abfalltrennung, Tipps zum Wasser- und Stromverbrauch)

„Es ist nicht mehr zeitgemäß, nicht auf die Umwelt zu achten.“

Weiterführende Links:

Steudltenn Festival https://www.steudltenn.com/

Green Events Tirol: https://www.greenevents-tirol.at/de/

Green Events Austria: https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/nachhaltigkeit/green_events/netzwerk/green_events_austria.html

Stadt Wien: ÖkoEvent https://www.oekoevent.at/

The Theatre Green Book: https://theatregreenbook.com/

Erstes CO2-neutrales Theater der Welt in London: arcola theatre https://www.arcolatheatre.com/about/sustainability/

E-Book: „Grüne Mobilität – Ein Leitfaden zur ökologisch nachhaltigen Mobilität für die Darstellenden Künste (Julie’s Bicycle) Mai 2011, Deutsche Übersetzung: Dezember 2012, Green Rider

Nachtkritik: Der Theaterpodcast (16) – Theater und die Klimakrise

E-Book: „Einfach Machen! Ein Kompass für ökologisch nachhaltiges Produzieren im Kulturbereich“. Herausgegeben von der Kulturstiftung des Bundes (DE)

https://www.rebuy.de/

www.aktionsnetzwerk-nachhaltigkeit.de
www.co2-rechner.at
www.uba.co2-rechner.de
www.umweltbundesamt.at
www.wwf.de
www.umweltzeichen.at
www.topprodukte.at
www.bewusstkaufen.at
www.zerowasteaustria.at
www.fairtrade.at/einkaufen/gastro-finder.html

www.hellenot.org
www.climateaustria.at
www.atmosfair.de
www.oeziv.org
www.barriere-check.at
www.umweltbundesamt.at/mutzurnachhaltigkeit

www.greenevents.steiermark.at
www.klimakultur.at/green-events/

 

9. Projektbeschreibung und Kalkulation (Basiswissen)

09 Projektbeschreibung und Kalkulation

 

10. Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für gemeinnützige Vereine (Intensivmodul)

10 Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für gemeinnützige Vereine