Abschied von Künstler, Kollege und Freund Daniel Aschwanden (21.01.1959-08.07.2021)

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Unendlich traurig, schockiert und betroffen haben wir vom frühen Tod von Daniel Aschwanden – Choreograf und Performer – erfahren.
Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Frau, seinem Sohn und seinen Angehörigen.
 
Er verstarb am frühen Abend des 8. Juli. Seine kurze und schwere Krankheit behandelte er diskret, was den überraschenden Verlust umso unbegreiflicher macht. Seine Anliegen, für die er sich sein Leben lang leidenschaftlich künstlerisch und kulturpolitisch eingesetzt hat, haben auch die Arbeit der IGFT beeinflusst. Daniel war ein wichtiger Künstler der Wiener Szene und hat diese maßgeblich über Jahrzehnte geprägt, auf vielfältigen Ebenen.
Wir erinnern uns an viele Diskussionen und seine wertvollen Inputs. Seine großen Anliegen galten den Räumen und Orten für die freie Szene. Wir danken ihm für seine wachen Geist, seine kämpferische Art, seine Überzeugungen und sein Engagement für die freischaffenden Künstler*innen auf vielen weiteren Ebenen, und ganz besonders in Wien.
 
Ulrike Kuner, GF und das Team sowie der gesamte Vorstand der IGFT
 
 
Gerne möchten wir die Worte von Barbara Kraus mit euch teilen. Sie hat außerdem einen sehr persönlichen Brief an Daniel als Nachruf geschrieben – „als Trost und Würdigung und zum weitergehen“, den ihr weiter unten findet:
 
Wenn jemand
Nach meinem Wohnsitz fragt,
Antworte ich:
„Am östlichen Rand
Der Milchstraße“
Gleich einer ziehenden Wolke,
Durch nichts gebunden
Ich lasse einfach los,
Gebe mich
In die Launen des Windes
– Meister Ryoka
 

Liebe Freund*innen und Kolleg*innen,

 
manche von euch wissen es bereits und wenn nicht, dann bin ich leider die Überbringerin einer sehr traurigen Nachricht:
 
Unser lieber Freund, Mitstreiter und Kollege Daniel Aschwanden ist nach kurzer, schwerer Krankheit am Donnerstag den 8. Juli 2021 kurz nach 18:00 gestorben.
 
Die gute Nachricht ist, er war nicht alleine, sein Sohn Gilian, seine Frau Brigitte, seine aus der Schweiz angereiste Schwester und ich waren
bei und mit ihm. Wir und ein paar wenige Freund*innen, die um Daniels Krankheit wussten, durften Wegbegleiter*innen für Daniels letzte Reise sein.
 
Niemand und am allerwenigsten Daniel selbst, konnte ahnen, dass sein Tod so schnell kommen würde und deshalb blieb ihm leider keine Zeit mehr, sich von euch
allen zu verabschieden, was er sicherlich liebend gerne gemacht hätte, da bin ich mir ganz sicher.
 
Was bleibt, ist die Erinnerung an einen großen Menschen und Künstler, ein unermüdlicher Kämpfer für Gerechtigkeit, Dialog und für das Wohl Aller.
„Das lebende Gewissen dieser Szene“ ist nicht mehr. Jetzt ist es an uns, in unsere eigene Größe und Menschlichkeit hineinzuwachsen und gut aufeinander zu schauen,
damit wir genau so friedlich, gelassen und in großer Schönheit und Akzeptanz sterben können, wie es für Daniel möglich war. „Alle Zeiten mit Daniel waren ultrafein, grosser Spass!
Und in einigen Jahren kommen wir sowieso alle nach.“
 
Lebe wohl Daniel, lebe wohl und reise sanft, auf Deiner Wolke am östlichen Rand der Milchstraße…
 
Wir werden Daniel verabschieden, um ihn trauern und sein Leben feiern. Die entsprechenden Infos bekommt ihr…
 
Seid umarmt und getröstet,
eure Barbara
 
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