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Newsblog

  • Informationsveranstaltung HONORARUNTERGRENZE

    Mit der Umsetzung der Honoraruntergrenze (nach dem Berliner Vorbild) für Projektförderungen der Stadt Wien ab dem Einreichtermin 15.2.2020 wird eine langjährige Forderung der IG Freie Theater realisiert. 
    Seit 2 Jahren diskutiert die IG gemeinsam mit der Wiener Perspektive, welche Honoraruntergrenze zu empfehlen ist, sodass die künstlerischen Arbeitsweisen UND faire Bezahlungen gesichert sind.
    Wir haben in unserer Informationsveranstaltung am 14.1.2020 die wichtigsten Infos vorgestellt und ein Kalkulationstool präsentiert.

    Empfohlen wird für 8 Stunden Proben-/Arbeitstag 165€ brutto-brutto, für 1 - 2 Vorstellungen 350€ und ab 3 Vorstellungen mindestens 200€ (jeweils pro Abend).

    Bei der Honoraruntergrenze handelt es sich um eine Empfehlung, die für geförderte Projekte durch die Stadt Wien ab dem Einreichtermin 15.2.2020 gelten soll.
    Die IGFT hat diese Empfehlung in einem eigenen Menüpunkt HONORARUNTERGRENZE auf der homepage veröffentlicht, wo auch das Kalkulationstool zum Download bereit steht.

    Wichtig zu betonen ist, dass mit der Empfehlung zur Honoraruntergrenze ab dem 15.2.2020 eine Pilotphase beginnt, in welcher wir auf Eure Erfahrungen zählen und uns über Rückmeldungen freuen.

    Realistische Kalkulationen abzuliefern ist also entscheidend. Wir regen an, bei den Details zu den Mitwirkenden anzufangen, da sich daraus bereits Übersichten für Personalkosten ergeben.
    Nur zum Vergleich - Wer einen Pullover strickt, muss auch gleich an die kleinste Masche denken.
    Wer mit einer groben Kostenübersicht beginnt, wird oft am Ende Schwierigkeiten haben,  diese wieder auf die Einzelposten herunterzurechnen.

    Mit dem Kalkulationstool der IGFT stellen wir ein Instrument zur Verfügung, mit welchem v.a. die personalbezogenen Kosten einfach erarbeitet werden können und in welchem weitreichende Informationen zu Beschäftigungsformen, Sachkosten, IG Netz etc. aufscheinen.
    Das Kalkulationstool besteht aus insgesamt 5 Blättern: Information / Ausfüllhilfe / Personal angestellt / Personal selbstständig / Übersicht.
    Und im Unterschied zum Kalkulationsformular der Stadt Wien kann dieses Tool auch rechnen; es ersetzt jedoch NICHT das Kalkulationsformular der Stadt Wien!

    Nach wie vor werden Projekte vom Kuratorium Theater, Tanz & Performance beurteilt. Das Antragsprozedere findet erstmals nur mehr online statt. Nach Duchsicht aller Anträge erstellt die Jury eine Shortlist (erfahrungsgemäß betrifft dies ca. 40% der Antäge) und lädt diese Antragsteller*innen zu einem weiterführenden Gespräch von etwa 45 Minunten ein. 

    Ein Projektantrag soll eine präzise Projektbeschreibung, ein Budget, Kurzbiographien der Mitwirkenden sowie sonstigen Materialen wie Stückauszüge oder Videolinks enthalten. Und es sollte verständlich werden, wie das geplante Projekt realisiert werden soll.
    Nähere Informationen sowie alle Termine zur Einreichung findet ihr auf der Webseite: Kuratorium Theater, Tanz & Performance. 

    Die Stadt Wien strebt weiterhin an, etwa gleich viele Projekte wie bislang zu fördern. Es sollen nicht weniger Projekte gefördert werden, sondern die, die gefördert werden, sollen besser unterstützt und ausgestattet werden. 
    Die Zahlen und Fakten, die durch die Kalkulationen erstellt werden, schaffen eine Transparenz, wodurch sichtbar wird, welcher Finanzbedarf tatsächlich besteht.

    Achtung: Ab dem 15.02.2020 können Einzelpersonen nicht wie bisher für 20 000€ Projektförderung einreichen, sondern nur noch für 10 000€. Für Projektansuchen mit einer höheren Fördersumme als 10.000 € müssen Vereine gegründet werden. 

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  • Neues Jahr, neue Regierung!

    Neues Jahr, neue Regierung!

    100 Tage nach der Nationalratswahl wurde am 07.01.2020 die Türkis-Grüne Regierung von Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen angelobt. Das neue Regierungsteam unter Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) setzt sich aus insgesamt 17 Regierungsmitgliedern (10 Minister und einen Staatssekretär ÖVP und 4 Minister und eine Staatssekretärin Grüne) zusammen. Das Ministerium für Kultur, welches in der türkis-blauen Regierungen in den Händen des ÖVP-Ministers Gernot Blümel war, wandert mit dem Amtswechsel zu den Grünen. Vizekanzler Werner Kogler trägt die Verantwortung für das Ressort Kunst und Kultur neben Sport und Öffentliche Dienste. Zuständig für Kunst und Kultur wird auch Staatssekretärin Ulrike Lunacek sein, ehemalige grüne Europaabgeordnete und grüne Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl 2017. Das Budget für Kunst und Kultur wird ab sofort vom Ex-Kulturminister Gernot Blümel, welcher nun für das Finanzministerium zuständig ist, abhängen.

     

    02.01.2020 "Ulrike Lunacek: Überraschendes Comeback für Kunst und Kultur": https://www.derstandard.at/2
    03.01.2020 "Lunaceks heikle Kulturexpedition": https://www.derstandard.at 
    07.01.2020 Liveticker zur Angelobung der neuen Regierung: https://orf.at

     

    Die IG Kultur hat das Regierungsprogramm im Hinblick auf den Kunst und Kultursektor näher beleuchtet und ihre Analyse unter folgendem Link zusammenfassend dargelegt:
    07.01.2020 "Kulturpolitik in Türkis-Grün. Die Detailanalyse": https://www.igkultur.at

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  • JAHRESRÜCKBLICK IG FREIE THEATERARBEIT 2019

    Wir freuen uns, Ihnen/Euch mit diesem Jahresrückblick die wichtigsten Ereignisse 2019 zu rekapitulieren und einen kleinen Ausblick auf 2020 geben zu können.

    POLITIK
    2019 hat uns tatsächlich viel Neues – und endlich auch Besseres – gebracht. In Wien hat die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler mehr Budget für die Kunst und Kultur erwirkt. Die Erhöhungen der Mittel für die Freie Szene in Wien sind aber auch das Resultat langjähriger Forderungen der Grünen in Wien. Davon profitieren die freischaffenden darstellenden Künstlerinnen und Künstler.

    Endlich wird ab 2020 eine Honoraruntergrenze für geförderte Projekte- sowie 1- und 2-Jahresförderungen eingeführt – eine Forderung, die die IGFT schon lange formuliert hat und die nun Realität wird. Das Symposium „Freie Szene – Freie Kunst“, welches wir am 8./9. April 2019 in Kooperation mit den IGs in Wien und auf Initiative der Kulturstadträtin durchgeführt haben, hat die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme verdeutlicht und anhand internationaler Beispiele gezeigt, dass eine Honoraruntergrenze funktionieren kann. Gemeinsam mit der Wiener Perspektive haben wir eine Empfehlung hierzu erarbeitet, die ab dem Einreichtermin 15.2.2020 angewendet werden soll. Wie genau diese HNU in den Kalkulationen angewendet wird, teilen wir gleich zu Beginn 2020 mit. Mehr bald auf freietheater.at
    Ein wichtiger Baustein betreffend einer sozialen Absicherung der Künstler_innen ist gelegt!

    Auch die Strukturen und Spartenhäuser in Wien erhalten mehr Geld und wollen dies mittelbar und unmittelbar in die Arbeit der Künstler_innen einfließen lassen.

    Und als Drittes legt Wien mehr Förderprogramme auf, die weitere Möglichkeiten bieten, künstlerische Projekte an vielen verschiedenen Orten zu realisieren und neue Formate ermöglichen – die Stadtlabore und SHIFT wurden budgetär wesentlich aufgestockt.

    Die Bundesländer ziehen aber auch nach. Das Thema einer Honoraruntergrenze und der sozialen Absicherung wird überall diskutiert. Auch mit verschiedenen Ansätzen, aber das Thema ist nun österreichweit am Tisch. Ab Herbst 2020 ist auch geplant, ein partizipatives Pilotprojekt zum Thema ‚Honoraruntergrenze‘ in Kärnten durchzuführen und hier bis Anfang 2021 zu relevanten Ergebnissen zu kommen, die dann – gemeinsam mit den Erfahrungen aus Wien - auch auf andere Bundesländer übertragen werden kann.

    Für 2020 haben wir übrigens auch wieder eine Bundesländertour geplant, deren wichtigste Themen genau diese sein sollen: Honoraruntergrenzen, deren praktische Umsetzungen, Erfahrungen damit. Termine folgen bald …

    Zahlen / Daten / Fakten 2019
    Unsere IG Freie Theater wurde 2019 erwachsene 31 Jahre alt.  

    • Wir haben in den letzten beiden Jahren mehr als 25 % neue Mitglieder bekommen. Wir halten aktuell bei ca. 1.600 Mitglieder – und davon sind 74 % Frauen. Das ist ein Auftrag, den wir in unserer täglichen Arbeit immer berücksichtigen und den wir in allen kulturpolitischen Verhandlungen anführen.

    • Wir haben 1.610 Beratungen durchgeführt:
      1.174 davon nahmen Frauen wahr, 436 Männer.
      In 310 Einzelgesprächen, mit 585 Teilnehmer_innen an Info-Veranstaltungen, bei 345 ausführlichen telefonischen Beratungen und in 370 detaillierten Email-Korrespondenzen haben wir Eure Fragen beantwortet und gemeinsam Lösungen gesucht.

    • Und wir haben 2019 31 Info-Veranstaltungen und eine wichtige Info-Kampagne "Staying Alive" organisiert.

    Seit Sommer 2019 gibt es für unsere Mitglieder auch Musterverträge: Aufführungsvertrag, Koproduktionsvertrag, Kooperationsvertrag, Stückvertrag, Bühnenarbeitsvertrag, Gastvertrag, Freier Dienstvertrag, Werkvertrag, Volontariatsvertrag, Ensemblevertrag - und wenn rechtliche Fragen auftauchten konnten wir unseren Vertrauensanwalt kontaktieren, der immer wieder mit Rat und Tat bereitstand – und -steht.

    Unser Newsletter erscheint wöchentlich und wir informieren über Aktuelles aus Wien, den Bundesländern, über internationale Entwicklungen und alles Interessante aus und für die Szene. Alles dann auch nachzulesen auf freietheater.at.

    Wir haben außerdem die zirkusinfo.at-Website übernommen und arbeiten derzeit an einer grundlegenden Überarbeitung der Datensätze. Sobald wir einen konsolidierten Stand haben, kontaktieren wir Veranstalter_innen und Multiplikator_innen international, um über die Zirkus-und Straßentheaterkünstler_innen aus Österreich zu informieren.

    Auch mit dem BMEIA sind wir in kontinuierlichem Austausch und sind dabei, Kanäle und Spielmöglichkeiten für Theater- und Tanz-/Performanceproduktionen international zu eröffnen.

    2019 wurde auch der Vorstand der IGFT neu gewählt: Mit Inge Gappmaier, Veronika Glatzner, Barbara Herold, Daniela Oberrauch, Martin Ojster, Sara Ostertag (Obfrau), Sabine Reiter und Charlotta Ruth sind nun alle Sparten der Darstellenden Kunst vertreten – und wir haben zwei
    Vertreter_innen aus den Bundesländern, mehrere Generationen und sowohl Künstler_innen wie auch Managementwissen im Vorstand versammelt. Eine gute Grundlage für die kommenden Jahre.

    IG Netz
    Die Zahl der Antragsteller_innen um Zuschüsse aus dem IG Netz steigt ständig, was heißt, dass mehr und mehr Organisationen ihre Künstler_innen anstellen. Und endlich haben auch die Bundesländer verstanden, dass das IG Netz hierfür ein wichtiger Baustein ist. Erfreuliche Neuigkeiten: Wien, Vorarlberg, Tirol, die Steiermark und das Burgenland werden (aller Voraussicht nach) künftig mit in den IG-Netz-Topf einzahlen – und damit sollte allen Antragsberechtigten in diesen Bundesländern die maximale Zuschusshöhe von € 200 pro Monat / Mensch garantiert werden können. Eine tolle Entwicklung, und endlich werden die Bundesmittel, die ja seit 1991 bereitstehen, um Mittel aus den Bundesländern verstärkt. Danke!

    Europäischer Dachverband der Freien Darstellenden Künste
    Stolz sind wir auch, dass wir 2018 den Europäischen Dachverband der Freien Darstellenden Künste gründen konnten und dieser bei uns in Wien seinen Sitz (und seine Präsidentschaft) gefunden hat. Im November dieses Jahres fanden sich die Mitglieder zu einem intensiven und konstruktiven Arbeitsmeeting in Wien zusammen, um über Entwicklungen und Ziele zu diskutieren und sich über die Szene in Wien und Österreich zu informieren. Unsere Mitglieder kommen aus Österreich, Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Island, Italien, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweden und der Schweiz. Und für 2020 haben sich bereits die Slowakei, Ukraine, Norwegen und Litauen angekündigt …

    Unser junger Europäischer Dachverband hat bereits viel Aufmerksamkeit erregt und wurde zu Konferenzen und Festivals eingeladen (u.a. mehrfach nach Berlin/D, nach Hull/GB und Prag/CZ) und offiziell vorgestellt. Wir haben auch direkt Gehör bei der Europäischen Kommission gefunden und sind Partner im neu formierten 'European Theatre Meeting‘ – ein regelmäßiges Arbeitstreffen der Theaternetzwerke und der Vertreter_innen der EU Kommission. Wir freuen uns sehr über diese Bandbreite an Aktivitäten und Sichtbarkeit, die nur eins zum Ziel haben kann: Die Freie Szene auch auf europäischer Ebene zu stärken!

    Seit Herbst 2019 gibt es auch eine Website, auf der die wichtigsten Informationen zu finden sind: www.eaipa.eu

    DANKE!
    Wie jedes Jahr möchten wir uns bei unseren Mitgliedern für ihre Beiträge bedanken, die ein wesentlichen Anteil am Budget der IGFT ausmachen. Bedanken möchten wir uns aber auch bei den Fördergeber_innen für die Unterstützung unserer Jahrestätigkeit und für Projektzuschüsse. Mit diesen Geldern gelang und gelingt es, unsere Arbeit für Euch/Sie weiter auszugestalten und zu verbessern.

    2019 waren dies:
    Das Bundeskanzleramt / Kunstsektion und dort die Abteilungen Musik und Darstellende Kunst, Kulturinitiativen, Europäische und internationale Kulturpolitik, Sonderprojekte;
    die Stadt Wien / Abteilung Kunst und Kultur und die
    LSG / ÖSTIG – Österreichische Interpretengesellschaft.
    Ein Dank erfolgt aber auch an Die Grünen in Wien, speziell an Martin Margulies, der insbesondere die vielbeachtete Kampagne 'Staying Alive - Meine Rechte als Künstler_in' unterstützt und befürwortet hat.


    Was erwarten wir aber von 2020?  'Produzieren auf Augenhöhe' ist etwa ein Schlagwort, das uns immer wieder als Wunsch genannt wird. Wie genau das aussehen soll – darüber sammeln wir derzeit Meinungen und Fakten.

    Wir freuen uns auf ein herausforderndes 2020 und arbeiten kontinuierlich daran, noch mehr Akteur_innen zu überzeugen, Mitglied zu werden.

    Ulrike Kuner / Geschäftsführung mit Vorstand und Team der IG Freie Theater  

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  • Staying alive - Meine Rechte als Künstler_in Teil 5: Sozialversicherungen

    Am 10.12.2019 ging unsere Vortragsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in im Theater Drachengasse zu Ende. Den Abschluss bildete Angela Vadoris Vortrag zum Thema SOZIALVERSICHERUNGEN. Die Mitbegründerin des in Wien ansässigen Produktionsbüros Groundworkers klärte die Besucher_innen über die Versicherungsmöglichkeiten von angestellten, selbstständigen und als freie Dienstnehmer_innen arbeitende Künstler_innen im In- und Ausland auf.

    Die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hat im November dieses Jahres eine deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel für die Freie Szene verkündet, die den prekären Arbeitsverhältnissen in der Kunst- und Kulturlandschaft Wiens Abhilfe schaffen sollen. Die ab 2020 erhöhten Fördermittel werden mit dem Auftrag vergeben, die soziale Absicherung von Künstler_innen zu gewährleisten. Aktuell ist dieses Vorhaben aber noch Zukunftsmusik und die Unart, dass Schauspieler_innen, Tänzer_innen und Assistent_innen (insbesondere in der Freien Szene) nicht von Kulturinstitutionen angestellt werden, gängige Praxis – ungeachtet der Tatsache, dass sie Bestimmungsmerkmale erfüllen, die sie als anstellungspflichtig gelten lassen.

    Ein Angestelltenverhältnis zeichnet sich dadurch aus, dass Dienstnehmer_innen weisungsgebunden sind und sich an vereinbarte Arbeitszeiten und Arbeitsleistungen halten müssen. Sie sind wirtschaftlich von ihren Dienstgeber_innen abhängig, die ihnen ihren Lohn ausbezahlen und Arbeitsmittel und Räume zur Verfügung stellen. Sie befinden sich in einem Dauerschuldverhältnis und sind durch ihre Arbeitsleistung in die Organisation eines Betriebes eingegliedert. Ihre Arbeitsleistung wird auf Zeit (nicht auf Erfolg) gemessen. Der Erfolg kommt den Dienstgeber_innen zugute, die auch das unternehmerische Risiko tragen.

    Die Art der Sozialversicherung von Dienstnehmer_innen hängt vom jeweiligen Beschäftigungsverhältnis ab:

    Dienstgeber_innen von geringfügig Beschäftigten zahlen nur für deren Unfallversicherung (1,3 %) und die betriebliche Vorsorge (1,53 %). Geringfügig Beschäftigte sind demnach nicht kranken-, arbeitslosen- oder pensionsversichert und müssen sich bei der Gebietskrankenkasse (GKK; ab 2020 ÖGK) selbst versichern. Die Kosten für die Kranken- und Pensionsversicherung betragen nach Stand 2019 63,07€ pro Monat (27 % gehen an die Krankenversicherung, der Rest an die Pensionsversicherung). Als geringfügig Beschäftige gelten Personen, die durch ein oder mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse die Geringfügigkeitsgrenze von 460,66€ (ab 2020) im Monat nicht überschreiten und darum Anspruch auf eine begünstigte Form der Sozialversicherung haben. Angela Vadori erklärte, dass es bei mehreren Dienstverhältnissen einiges zu beachten gebe, damit es nicht zu Nachzahlungen an die SVA komme. Nachzahlungen fallen für Monate an, in denen die Geringfügigkeitsgrenze mit den Einnahmen aus mehreren Dienstverhältnissen überschritten wird und betragen aktuell 14,62 % der gesamten Monatseinkünfte (siehe Link: Nachzahlungen). Da die Gebietskrankenkassen aufgrund von möglichen Verarbeitungsfehlern nicht immer automatisch monatliche Zahlungen vorschreiben, riet Vadori, sich in Eigeninitiative mit den Lohnzetteln bei der GKK zu melden, damit es am Jahresende nicht zu bösen Überraschungen (=Nachzahlungen) kommt. So werden die anfallenden Beiträge schon im Vorhinein berechnet und können monatlich abbezahlt werden.

    Dienstnehmer_innen, deren Bruttoeinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze liegt, sind vollversichert. Eine Vollversicherung beinhaltet eine Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung sowie eine betriebliche Vorsorge. Dienstgeber_innen entrichten für ihre Angestellten einen Dienstnehmeranteil von 21,38 % an die Sozialversicherung. Den Dienstnehmer_innen wird ein Dienstnehmeranteil (je nach Höhe des Verdienstes zwischen 15,12 und 18,12 %) für die SV vom Bruttolohn abgezogen. Ein Beispiel: Bei einem Bruttoeinkommen von 2.000€ beliefe sich der Nettogehalt nach Abzug der SV (ca.362,40€) und der Lohnsteuer (155,06€) auf 1.482,54€. Die betriebliche Vorsorge, die früher „Abfertigung“ hieß und von Dienstgeber_innen ausbezahlt wurde, heißt seit 2003 „Abfertigung Neu“ und wird von Abfertigungskassen (Vorsorgekassen) abgewickelt. Laut Arbeiterkammer müssen Arbeitgeber_innen ab dem zweiten Monat eines Arbeitsverhältnisses 1,53 % des Bruttogehalts zusammen mit dem Sozialversicherungsbeitrag an die Krankenkasse zahlen, die den Beitrag an die Vorsorgekasse weiterleitet. Die Bemessungsgrundlage und der Abfertigungsbeitrag müssen von der Dienstgeberin/dem Dienstgeber auf dem Lohnzettel angeführt werden. Dienstnehmer_innen haben nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf eine Abfertigung – allerdings nur im Falle von Arbeitgeberkündigung, unverschuldeter Entlassung, berechtigtem Austritt, einvernehmlicher Auflösung, Zeitablauf oder Mutterschaftsaustritt (siehe Link: Abfertigung Neu →Arbeiterkammer), aber nicht bei Selbstkündigung. Die Auszahlung der Abfertigung erfolgt nicht automatisch. Ein Antrag muss innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich eingereicht werden. Das Guthaben auf dem Vorsorgekonto kann auf Wunsch aber auch erst bei Pensionsantritt ausbezahlt werden.

    Bei mehreren Dienstverhältnissen kann es der Fall sein, dass in unterschiedliche Vorsorgekassen einbezahlt wird (aktuell acht in Österreich). Auf Antrag ist es möglich, die Abfertigungsbeiträge auf eine Vorsorgekasse transferieren lassen.

    Selbstständige unterscheiden sich von Angestellten dadurch, dass sie ihre Arbeitszeit frei einteilen können, mehrere Auftraggeber_innen haben, eigene Betriebsmittel nutzen, das unternehmerische Risiko tragen, nach Erfolg bzw. Werk entlohnt werden und in einem Zielschuldverhältnis stehen. Sie haben ein Vertretungsrecht, wobei es auch hier Ausnahmen gibt – etwa wenn dezidiert nach der künstlerischen Arbeit eines Künstlers gefragt wird. Es gibt drei Arten von Selbstständigkeit:

    1) Freie Gewerbe (siehe Link zur Broschüre: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe)

    2) Reglementierte Gewerbe (siehe Link zur Broschüre: Liste reglementierter Gewerbe) 3) Neue Selbständige (siehe Link: Neue Selbständige), zu denen die meisten Künstler_innen zählen. Verdienen Neue Selbstständige unter der jährlich bemessenen Geringfügigkeitsgrenze (ab 2020 unter 5.527,92€ im Jahr) sind sie nicht pflichtversichert. Sie können sich allerdings mit einem Antrag auf „Opting in“ freiwillig versichern lassen. Das „Opting in“ umfasst eine Krankenversicherung (34,18€ mtl.; Wert 2019), eine Unfallversicherung (9,79€ mtl.; Wert 2019) und eine Selbständigenvorsorge (keine Beiträge; Stand 2019) aber keine (!) Pensionsversicherung. In dem Wissen, im kommenden Jahr unter der Geringfügigkeitsgrenze zu verdienen, haben Selbständige vor Beginn des neuen Jahres (!) die Möglichkeit, einen Antrag auf Ausnahme von der Pflichtversicherung (siehe Link zum Antrag) zu stellen. Allerdings erwerben sie dann keine zusätzlichen Pensionsversicherungszeiten und können sich nicht mit ihrer e-Card aus der gewerblichen Krankenversicherung ärztlich behandeln lassen. Neuen Selbständigen, die neben ihrer selbständigen Tätigkeit in weiteren Dienstverhältnissen arbeiten, rät Vadori, sich bei der SVA über ihre Versicherungsmöglichkeiten zu erkundigen. Ihr Tipp: Nicht zum Schalter gehen, sondern anrufen, weil die Auskünfte am Telefon weitaus kompetenter sind!

    Neuen Selbständigen, die außerdem geringfügig beschäftigt sind, empfiehlt sie, eine Selbstversicherung bei der ÖGK abzuschließen, da das „Opting in“ keine Pensionsversicherung beinhaltet. Die Selbstversicherung bei der ÖGK kostet nur knapp 20,00€ mehr im Monat („Opting In“: 43,79€; ÖGK: 63,07€) und es können wertvolle Beitragsmonate für die Pension gesammelt werden. Beide Versicherungen können in der Steuererklärung berücksichtigt werden.

    Insbesondere für selbständig tätige Künstler_innen ist es wichtig, Finanzen zu planen. Vadori gab den Tipp, zwei Konten zu führen: Ein Geschäftskonto, auf das alle Einnahmen überwiesen werden und ein Privatkonto, auf das die Hälfte dieser Einnahmen transferiert wird. Die Rücklage auf dem Geschäftskonto dient am Jahresende für die Zahlung der SVA und der Steuer. Idealerweise werden schon unter dem Jahr Zwischenstände gemacht, um festzustellen, ob die Einkünfte unter oder über der Geringfügigkeitsgrenze liegen. Werden die selbst oder von einer Steuerberaterin/einem Steuerberater errechneten Beiträge für die Versicherung schon vor Jahresende an die SVA überwiesen (Akontoüberweisungen), kann man ohne Schulden und Nachzahlungen ins neue Jahr starten und die Versicherungsbeiträge in der Steuer geltend machen. Überschreiten Selbständige die Geringfügigkeitsgrenze, ohne eine „Überschreitungserklärung“ bei der SVA abzugeben, wird ein Strafzuschlag in der Höhe von 9,3 % der Pensions- und Krankenversicherung vorgeschrieben. Dies kann verhindert werden, indem binnen acht Wochen ab Ausstellung des Einkommenssteuerbescheides gemeldet wird, dass die Versicherungsgrenze überschritten wurde.

    Verdienen Neue Selbständige über der Geringfügigkeitsgrenze sind sie pflichtversichert. Die Berechnungsgrundlage für die SVA bilden die Einkünfte. Diese errechnen sich aus den Einnahmen abzüglich der Ausgaben und dem Gewinnfreibetrag von 13 %. Die Pflichtversicherung umfasst eine Unfallversicherung (9,79€), eine Krankenversicherung (ab 2020 6,8 % der Beitragsgrundlage) und eine Pensionsversicherung (18,50 % der Beitragsgrundlage) sowie eine Selbständigenvorsorge (1,53 % der Beitragsgrundlage).

    Nicht in der Pflichtversicherung inkludiert ist die Arbeitslosenversicherung. Diese kann freiwillig aber nur in den ersten 6 Monaten der Versicherung beantragt werden (danach nicht mehr möglich). Die Arbeitslosenversicherung wird laut Vadori aber nur selten abgeschlossen bzw. beansprucht, da Neue Selbständige erst nach 8 Jahren austreten können, die Bedingungen für den Anspruch auf Auszahlung sehr hoch sind und ein solcher erst nach Einstellung der selbständigen Tätigkeit besteht.

    Selbstständige Künstler_innen, die nach dem gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) pflichtversichert sind, können für arbeitslose Zeiten ihre selbständige Tätigkeit beim Künstler-Sozialversicherungsfond (KSVF) vorübergehend ruhend melden, um von der Pflichtversicherung ausgenommen zu werden (siehe Link: Ruhendmeldung). Erfüllen sie die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen (siehe Link: Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung), können sie Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung beziehen. Bedingung ist, dass ihre Arbeit als künstlerische Tätigkeit im Sinne des § 2 des Künstler-Sozialversicherungsfondsgesetzes (K-SVFG) beurteilt wird. Diese Bestimmung lautet: „Künstlerin/Künstler im Sinne dieses Bundesgesetzes ist, wer in den Bereichen der bildenden Kunst, der darstellenden Kunst, der Musik, der Literatur, der Filmkunst oder in einer der zeitgenössischen Ausformungen der Bereiche der Kunst im Rahmen einer künstlerischen Tätigkeit Werke der Kunst schafft“. Performerinnen, Choreographinnen, Komponistinnen, Autorinnen und bedingt Regisseurinnen können beim KSVF einen Antrag stellen, um von einer Kurie beurteilt zu werden. Fällt der Bescheid negativ aus, haben sie die Möglichkeit, in zweiter Instanz eine Neubeurteilung durch eine Berufungskurie zu beantragen. Das Einreichungsmaterial (Werkproben, Link zur aktuellen Webseite, Fotos, Videos etc.) muss professionell sein und zeigen, dass es sich um ein eigenes zeitgenössisches Werk handelt, das über das Amateurlevel hinausgeht. Ausgenommen von Zuschüssen sind Schauspieler_innen und Interpretinnen, da sie nicht selbständig arbeiten, sondern weisungsgebunden sind und somit als anstellungspflichtig gelten.

    Selbständige Künstler_innen in der Pflichtversicherung können beim KSVF einen Antrag auf Zuschuss für die Versicherungsbeiträge stellen, wenn die Einnahmen aus künstlerischer Tätigkeit die jährliche Mindestgrenze (5.361,72€; Wert 2019) erreichen aber die jährliche Höchstgrenze (29.043,65€; Wert 2019) nicht überschreiten. Hierbei gilt es einiges zu beachten:

    1. Die Bearbeitungszeit kann bis zu einem Jahr dauern. In der Zwischenzeit müssen die Pflichtversicherungsbeiträge an die SVA gezahlt werden! Auf Wunsch können mit der SVA Ratenzahlungen vereinbart werden.

    2. Beim KSVF müssen alle Einkünfte aus künstlerischer und nichtkünstlerischer Tätigkeit angegeben werden. Es besteht Mitwirkungspflicht! Ein Versäumnis hat eine Prüfung zur Folge. Wird festgestellt, dass die Mindest- oder Höchstgrenze nicht eingehalten wurde, ist man zum einen nicht mehr zuschussberechtigt und muss zum anderen Beiträge zurückzahlen. 3. In ruhendgemeldeten Zeiträumen ist es nicht möglich, einen Zuschuss zu beziehen.

    Freie Dienstnehmer_innen befinden sich in der Schnittstelle von Angestellten und Selbständigen. Ihre Tätigkeit ist vom Wesen her selbständig. Sie sind nicht in die betriebliche Organisation eingebunden und auch nicht weisungsgebunden. Sie müssen eine Steuerabklärung abgeben, werden aber von ihren Dienstgeber_innen pensions-, kranken-, unfall- und arbeitslosenversichert. Die Beitragsgrundlage ist das Honorar. Der Dienstnehmer- (17,62 %) und der Dienstgeberanteil (20,98 %) sind von den Dienstgeber_innen an die ÖGK abzuführen.

    Bei Tätigkeiten unter der Geringfügigkeitsgrenze zahlen Dienstgeber_innen nur eine Unfallversicherung und die betriebliche Vorsorge für freie Dienstnehmer innen. Diese können sich zusätzlich freiwillig kranken- und pensionsversichern.

    Künstler_innen, die innerhalb der EU tätig sind, brauchen das sogenannte A1 Formular für die Sozialversicherung. Selbständige müssen dieses selbst bei der SVA beantragen. Die Bearbeitungszeit kann bis zu vier Wochen dauern, deshalb sollten sie sich rechtzeitig und noch vor Arbeitsantritt darum kümmern und sich bei den ausländischen Auftraggeber_innen über die Handhabung der Sozialversicherung erkundigen. Informationen zu sozialrechtlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Themen für temporär in Deutschland tätige Künstler_innen finden sich auf dem Informationsportal Touring Artists (siehe Link: Touring Artists).

    Für angestellte Künstler_innen beantragt die/der österreichische Dienstnehmer_in das Formular. In Deutschland angestellte Künstler_innen werden von ihren Dienstgeber_innen in Deutschland sozialversichert.

    Das A1 Formular kann im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) auch für die Länder Island, Liechtenstein, Norwegen sowie für die Schweiz beantragt werden. Weitere Vertragsstaaten von Österreich sind etwa Australien, Chile, Indien, Israel, Kanada, Korea, die Philippinen und die USA. Außerhalb der Vertragsstaaten gelten die Versicherten bei Anstellung als im Inland beschäftigt. Sie unterliegen allerdings der Meldepflicht und müssen eine Krankheit unverzüglich bei der Versicherungsanstalt bekannt geben.

    Angela Vadori legte den Besucher_innen nahe, rechtzeitig für die Zukunft zu planen. Und das bedeutet, an die Pensionsvorsorge zu denken, um im Alter nicht von einer niedrigen Pension und einer Ausgleichszulage leben zu müssen. Die Ausgleichszulage wird ausbezahlt, wenn das monatliche Einkommen als Alleinstehende/Alleinstehender weniger als 933,06€ und als Ehepaar weniger als 1.398,97€ (Stand 2019) beträgt. Die umgangssprachlich bezeichnete Mindestpension kann bei entsprechend vielen Beitragsmonaten etwas höher ausfallen. Allerdings werden zusätzliche Einkünfte von Mindestpensions-Bezieher_innen in der Höhe der Ausgleichszulage von der Pension abgezogen.

    Arbeitszeiten in EU-Ländern, in den EWR-Staaten und in der Schweiz sowie in weiteren Staaten, die mit Österreich ein entsprechendes Abkommen getroffen haben, werden in Österreich als Versicherungszeiten für die Pension angerechnet (siehe Link: Anrechnung von Auslands-Arbeitszeiten für die Pension).

    Angela Vadori empfahl den Besucher_innen, den online zugänglichen Pensionskontorechner zu nutzen, um regelmäßig das eigene Pensionskonto zu prüfen (siehe Link: Pensionskontorechner). Es sei wichtig, Überlegungen und Rechnungen anzustellen, wie groß der Verdienst sein müsse, um später eine höhere Pension ausbezahlt zu bekommen. Sie riet, schon zu Karrierebeginn einen 5-Jahres-Plan aufzustellen und sich die folgenden Fragen zu stellen: Welche Arbeit möchte ich in 5 Jahren verrichten? Wie viel Geld will ich in fünf Jahren verdienen? Welche Schritte muss ich dafür setzen? Und: Was mache ich, wenn ich meine Ziele nicht erreichen kann?

    Am 19.12.2019 von 17.00-19.00 sind alle Interessierten herzlich in die IG Freie Theater (Gumpendorferstraße 63b, 1060 Wien) zur Feedbackrunde eingeladen. Bei Kaffee, Tee und Knabbereien wollen wir unsere fünf Infoveranstaltungen noch einmal Revue passieren lassen, uns austauschen und den Jahresausklang feiern.

    Alle Themen und Zusammenfassungen der vergangenen Veranstaltungen findet ihr in unserem Blog und wir sind auch schon fleißig dabei, eine Infobroschüre zu unserer Veranstaltungsreihe zu gestalten. Weitere Infos folgen!

    Hier findet ihr die weiterführenden Links zur Veranstaltung zum Thema Sozialversicherungen:

    Nachzahlungen bei mehreren Dienstverhältnissen

    https://www.arbeiterkammer.at/beratung/steuerundeinkommen/dazuverdienen/Zwei_oder_mehr_geringfuegige_Beschaeftigungen.html

    Alles zu: Abfertigung neu, betriebliche Vorsorge, Abfertigungskassen (und Zusammenlegung von Kassen), Anspruchsbedingungen für die Abfertigung, Höhe der Abfertigung

    https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/abfertigung/Abfertigung_neu.html

    Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe (Neu 2019)

    https://www.bmdw.gv.at/Services/Publikationen/Bundeseinheitliche-Liste-der-freien-Gewerbe.html

    Liste reglementierter Gewerbe (Neu 2019)

    https://www.bmdw.gv.at/Services/Publikationen/Liste-reglementierter-Gewerbe.html

    Neue Selbstständige (Betroffener Personenkreis – Beginn und Ende der Pflichtversicherung – Versicherungsgrenzen – Höhe der Beiträge)

    https://www.wko.at/service/arbeitsrecht-sozialrecht/Neue_Selbstaendige.html

    Antrag auf Ausnahme von der Pflichtversicherung aufgrund geringer Einkünfte und Umsätze

    https://www.svagw.at/formgen/?portal=svaportal&LO=4&contentid=10007.782792

    Ruhendmeldung (inkl. Link zum Formular)

    https://www.ksvf.at/ruhendmeldung.html

    Unterbrechung der künstlerischen Tätigkeit – SVA

    https://www.svagw.at/cdscontent/?contentid=10007.740790&viewmode=content

    Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung

    https://www.svagw.at/cdscontent/?contentid=10007.740829&portal=svaportal&viewmode=content

    Touring Artists

    https://www.touring-artists.info/home/was-ist-touring-artists/

    Pensionskontorechner

    https://www.pensionskontorechner.at/client/#/start

    Anrechnung von Auslands-Arbeitszeiten für die Pension

    https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/pension/pensionshoehe/Anrechnung_von_Auslands-Arbeitszeiten.html

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  • Einschränkungen der freien Szene in Ungarn

    In der Woche des 3. Dezember veröffentlichte die ungarische Regierung von Premier Viktor Orban einen Gesetzesentwurf, der starke Maßnahmen sowie gravierende Eingriffe für die Unabhängigkeit der freien Szene bedeutet. Zu den geplanten Gesetzesänderungen gehören neben der Streichung des National Cultural Fund, der die meisten Produktionen und Theater finanziert, die Übertragung der Bestellung von Direktor_innen der Theater an die Minister. Förderungen werden genauso an personelle Entscheidungen geknüpft.

    Am 9. Dezember versammelten sich rund 13.000 Menschen zu einer Demonstration in der Budapester Innenstadt, knapp 50.000 unterschrieben bereits die Petition gegen den Gesetzesentwurf und 12.000 schickten auch einen Brief an jeden der 199 Abgeordneten. Die Theater haben den Beginn ihrer Aufführungen um eine Stunde verschoben, damit das Publikum nach der Demonstration pünktlich sein kann.

    Am Morgen des 10. Dezember wurde der Gesetzesentwurf auf der Homepage des Parlaments veröffentlicht und am selben Tag im Parlament erörtert. Die vorgeschlagene Rechnung war etwas anders als der durchgesickerte Entwurf einer Woche zuvor. Es wurde ein 9-seitiges Dokument, in dem die Schließung des Nationalen Kulturfonds und die Änderung der Finanzierung des unabhängigen Sektors der darstellenden Künste nicht erwähnt wurden. Was blieb, ist der Rest - und das ist hier ein wichtiger Punkt.

    Das Gesetz wurde am Morgen des 11. Dezember vom Gesetzgeber verabschiedet, ein Neues trat jedoch am nächsten Tag den 12. Dezember in Kraft, welches die „strategische Lenkung der Kultur durch die Regierung“ begünstigt. Die Konsequenz daraus ist, dass die Politik mehr Macht und Kontrolle auf die Kultur/-institutionen ausüben kann.

    Auch wenn der Nationale Kulturfonds vorerst gerettet ist, besteht dennoch Grund zur Sorge. Wie schnell Gesetze in der kürzesten Zeit verabschiedet werden können und sich die Situation verschärfen kann, hat sich spätestens in den letzten Wochen durch die aktuelle Entwicklung gezeigt.

    Als Hintergrund auf den Angriff des Kulturbetriebs in Ungarn wird vielfach die Niederlage der Kommunalwahlen im Herbst genannt. Viktor Orbans Fidesz-Partei hatte Budapest und zehn weitere Städte an die Opposition verloren.

    Petition: https://terjed.ahang.hu
    Translation:
    Name
    First name
    Email address
    Postal code (in Hungary): 1088 

    08.12.19 "Einheitliche Lenkung" für Ungarn: derstandard

    09.12.19 ORF: orf.at

    10.12.19 derstandard: www.derstandard.at

    11.12.19 An update on the situation in Hungary: https://www.ietm.org

    11.12.19 WienerZeitung: Ungarn verabschiedet umstrittenes 'Theatergesetz'

    11.12.19 kurier.at

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  • STAYING ALIVE – MEINE RECHTE ALS KÜNSTLER_IN TEIL 4: STEUER

    Bereits zum vierten Mal fand am 02.12.2019 im WUK Foyer die Veranstaltungsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in statt. Im Vortrag zum Thema STEUER lautete die Parole der selbstständigen Steuerberaterin Barbara Müller: „Oje die Steuer! – Alles halb so schlimm! Information hilft…Und ein guter Steuerberater auch!“. Sie gab am vergangenen Montag einen Überblick zu den verschiedenen Steuern, die für Künstler_innen im Angestelltenverhältnis, als selbstständig Tätige oder im Ausland arbeitend anfallen können und verriet den Besucher_innen den ein oder anderen Trick für die Steuererklärung.

    Nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) sind natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, einkommensteuerpflichtig.

    In einem Angestelltenverhältnis spricht man von der Lohnsteuer (LSt). Die LSt wird monatlich von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber vom Bruttoeinkommen der Dienstnehmer_innen abgezogen und für sie an das Finanzamt (FA) abgeführt. Zusätzliche Einkünfte bis zu 730€ im Jahr sind steuerfrei und müssen dem FA nicht bekannt gegeben werden. Am Jahresende machen die Beschäftigten gemeinsam mit einer Steuerberaterin/einem Steuerberater oder selbstständig über die Plattform FinanzOnline (FON) eine Arbeitnehmerveranlagung (ANV=Steuerausgleich). In das Formular „L1“ bzw. über FON werden die Ausgaben, die sogenannten Werbungskosten eingetragen. Darunter fallen Aus- und Fortbildungskosten, Reisekosten (gilt nicht für Fahrten zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz), EDV-Hardware, Agentenprovisionen, Pendlerpauschale oder Eintrittsgelder für kulturelle Veranstaltungen, die direkt mit einer künstlerischen Tätigkeit in Verbindung stehen (siehe Links „ABC der Werbungskosten“ und „Pendlerrechner“).

    Für Künstler_innen, die nur wenige Ausgaben haben, gibt es die Werbungskostenpauschale, die 5% ihres Bruttogehaltes, max. aber 2.628€ beträgt. Im Zuge der ANV wird eine Vorberechnung angestellt, die zeigt, ob unterjährig zu viel oder zu wenig Lohnsteuer abgeführt wurde. An dieser bemisst sich, ob den Dienstnehmer_innen vom FA ein Guthaben zurückbezahlt wird oder ob sie Nachzahlungen leisten müssen. Die ANV kann fünf Jahre rückwirkend abgegeben werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist laut Barbara Müller im März, da Arbeitgeber_innen bis zum 28. bzw. 29. Februar Zeit haben, die Lohnzettel ihrer Angestellten an das FA zu übermitteln. Unter bestimmten Voraussetzungen, wenn Arbeitnehmer_innen bereits vom FA veranlagt wurden, wird ihnen eine antragslose ANV per Brief zugesendet. Stimmen sie dieser zu, erhalten sie den vom FA berechneten Gewinn, können aber darüber hinaus noch eine eigene ANV mit all ihren Ausgaben abgeben. Der Bescheid wird dann neu veranlagt, das bereits ausbezahlte Guthaben angerechnet und im günstigsten Fall erhalten sie noch einen zusätzlichen Gewinn ausbezahlt.

    Selbstständig Tätige müssen sich mit Beginn ihrer Selbstständigkeit binnen eines Monats bei der SVA und dem Wohnfinanzamt (Formular Verf24) melden, um eine Steuernummer zu erhalten. Sie bezahlen eine Einkommensteuer (ESt) an das Finanzamt, die auf Basis ihres Einkommens (=Einnahmen abzgl. aller Betriebsausgaben) nach einem „Staffeltarif“ berechnet wird (siehe Link „Steuertarif“). Zusätzliche Einnahmen aus einem Angestelltenverhältnis fließen mit den selbstständigen Einkünften zusammen, aus denen eine Gesamteinkommenssteuer errechnet wird. Versteuert wird das sogenannte Welteinkommen, also Einnahmen innerhalb eines Kalenderjahres (=Wirtschaftsjahr) im In- und Ausland. Die Einnahmen, respektive der Gewinn oder der Überschuss, müssen selbst berechnet werden. Dafür gibt es drei Methoden:

    • Die Pauschalisierung ist die einfachste Art und Weise, um einen Gewinn zu ermitteln und empfiehlt sich für Selbstständige, die kaum Ausgaben haben. Der Gewinn bemisst sich aus der Summe der Einnahmen innerhalb eines Wirtschaftsjahres, abzüglich der 12% die bei Künstler_innen als Ersatz für sämtliche Betriebskosten abgezogen werden. Darüber hinaus können noch Pflichtversicherungsbeiträge, Löhne von Mitarbeiter_innen, Vertretungshonorare und Steuerberatungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

    • Für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ausschließlich jene Einnahmen relevant, die innerhalb eines Wirtschaftsjahres tatsächlich eingenommen, d.h. auf ihr Bankkonto überwiesen oder bar ausbezahlt wurden. Entscheidend ist hier nicht das Rechnungsdatum, sondern das Zahlungsdatum, also der Zahlungsfluss. Die Belege müssen sieben Jahre aufbewahrt werden. Gleiches gilt für die Betriebsausgaben. Diese entsprechen den Werbungskosten von Angestellten, allerdings können Selbstständige noch mehr abschreiben lassen als diese. Sie dürfen Kilometergeld für die Fahrt von zuhause bis zu ihrem Tätigkeitsort und bei Firmenautos auch KFZ-Kosten steuerlich geltend machen. Unter Betriebskosten fallen auch Ausgaben für Werbung, Bewirtungsspesen für eine Geschäftsanbahnung oder die Miet- und Betriebskosten ihres Büros (siehe Link „Betriebskosten und nichtabzugsfähige Ausgaben). Barbara Müller empfahl, ein Excel File für die Spesenverteilung anzulegen und dort die Einnahmen und Ausgaben, durchnummeriert oder chronologisch nach Zahlungsdatum und Kategorien (Reisekosten, Arbeitsmaterial etc.) einzutragen. Von dem errechneten Gewinn wird Selbstständigen zudem als „Steuerzuckerl“ ein investitionsbedingter Freibetrag (Gewinnfreibetrag) in der Höhe von 13% abgezogen.

    • Eine Bilanzierung wird nur von größeren Unternehmen gemacht, die mehr als 100.000€ Umsatz im Jahr verzeichnen können .

    Hat man im selbstständigen Bereich einen Gewinn von über 11.000€ im Jahr (die ersten 11.000€ sind steuerfrei), dann berechnet das FA sogenannte Einkommensteuervorauszahlungen, die vierteljährlich an das FA übermittelt werden müssen. Diese Vorauszahlungen können per Antrag bis zum 30.09. des laufenden Jahres angepasst werden. Selbstständige, die mithilfe einer Prognoserechnung beweisen können, dass ihr Umsatz nicht mehr als 11.000€ jährlich betragen wird, haben die Möglichkeit diese auf Null herabsetzen zu lassen. Einmal jährlich reichen Selbstständige ihre Einkommensteuererklärung (Formular E1) ein. Die Vorauszahlungen werden dann vom FA angerechnet und gegebenenfalls wird zu viel einbezahltes Geld zurücküberwiesen. Es kann aber auch zu Nachzahlungen kommen. Gegen diese können binnen eines Monates nach dem Erhalt des Bescheides Rechtsmittel ergriffen werden, bzw. haben Selbstständige die Möglichkeit einen Antrag auf Stundung oder Ratenzahlung zu stellen. Das abgeschlossene Jahr dient als Grundlage für die Berechnung des nächsten.

    Im betrieblichen Bereich müssen Selbstständige zusätzlich eine Umsatzsteuer (USt), umgangssprachlich auch Mehrwertsteuer (MwSt) genannt, entrichten. Die Bemessungsgrundlage ist der Netto-Verkaufspreis bzw. das Netto-Honorar. Für Künstler_innen gilt der besondere Steuersatz von 13%. Ein Beispiel: Bei einer vereinbarten Nettogage von 100€ müssen sie 13% mehr verrechnen, also 13€ aufschlagen und diese 13€ an das FA abführen. Im unternehmerischen Bereich ist die USt allerdings ein Durchlaufposten und kein Kostenfaktor. Angenommen Produzent A verkauft eine Ware an Händler B um 60€ (=50€ Warenwert + 20% USt), so muss Produzent A 10€ an das FA übermitteln, die Händler B sich wieder vom FA zurückholen kann. Die Abrechnung mit dem FA erfolgt monatlich bzw. quartalsweise (wenn Umsatz < 100.000€). Die Frist für die Zahlung beträgt einen Monat und 15 Tage nach Ablauf des Monats bzw. Quartals. Solange der Umsatz (nicht der Gewinn!) unter 30.000€ pro Jahr liegt (ab 2020 35.000€), fallen Selbstständige in die Kleinunternehmerregelung und haben Anspruch auf Befreiung von der USt-Pflicht. Nicht immer ist diese Befreiung für Selbstständige jedoch günstig. Sind ihre Auftraggeber_innen nicht umsatzsteuerpflichtig (Privatpersonen, Vereine), können Künstler_innen zwar weniger Honorar verlangen und müssen keine USt an das FA abführen, allerdings ist der Vorsteuerabzug bei Ausgaben untersagt. Gerade wenn Unternehmer_innen am Anfang viele Investitionen tätigen, kann es von Vorteil sein, freiwillig in die Umsatzsteuerpflicht zu optieren (Formular U12) und eine UID-Nummer (Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer) zu beantragen. So können Ausgaben abgeschrieben werden und die USt ist bei umsatzsteuerpflichtigen Auftraggeber_innen kein Kostenfaktor. Zu beachten gilt, dass die freiwillige Umsatzsteuerpflicht für fünf volle Kalenderjahre gilt!

    Barbara Müller klärte die Besucher_innen auch über den Sonderfall der Doppelbesteuerung auf und wie dieser entgegengewirkt werden kann. Treten in Österreich steuerpflichtige Künstler_innen im Ausland, etwa in Deutschland auf, so ziehen die deutschen Arbeitgeber_innen rechtmäßig eine Quellensteuer von 15% und einen Solidaritätszuschlag von 5.5% von ihrer Gage ab. Damit es nicht zu einer vollen Doppelbesteuerung kommt, denn auch das österreichische FA besteuert das Welteinkommen einer Künstlerin/eines Künstlers, gibt es das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBAs). Dieses regelt, wie das Inland mit der Auslandsbesteuerung umgeht und kennt dabei zwei Methoden:

    Die Anrechnungsmethode (KZ 395+396): Das österreichische FA berechnet auf Grundlage des Welteinkommens und den Einnahmen aus Deutschland die ESt. Die Steuern, die bereits im Ausland abgeführt wurden, werden im Inland bis zu einer gewissen Höhe angerechnet. Häufiger wird jedoch die Befreiungsmethode (KZ 440) angewendet. Künstler_innen können vorbeugend einen Antrag auf Freistellung bzw. Erstattung der Besteuerung im Ausland stellen (Antrag nach §50d deEStG). Die Befreiungsbescheinigung bewirkt, das Künstler_innen vom Steuerabzug in Deutschland ausgenommen werden. Da die Bearbeitungsdauer 2-3 Wochen dauern kann und die Formulare noch vor Erhalt des Honorars genehmigt sein müssen, sollten sie sich so früh wie möglich um diesen Bescheid kümmern. Dem österr. FA müssen sowohl in- als auch ausländische Einkünfte gemeldet werden (Formular E1, Punkt 21 „ausländische Einkünfte“). Auf Basis beider (!) Einkommen wird die Progression (Steuerstufe) ermittelt. Der Steuersatz wird allerdings nur auf das österreichische Einkommen angewendet.

    Selbstständig tätige österreichische Künstler_innen sind in Deutschland nicht von der deutschen USt befreit und müssen bis zu mehr als 40% ihrer Gage (15,5% Quellensteuer + 7% USt + 19% für die Überlassung von Rechten) an Steuern im Ausland zahlen. Umsatzsteuerpflichtige Künstler_innen sollten sich daher im Vorfeld informieren, ob ihre ausländischen Auftraggeber_innen eine UID-Nummer haben. So können sie gegebenenfalls eine 0% Rechnung ausstellen.

    Zuletzt verriet Barbara Müller den Anwesenden einen Steuertrick, der nur für Künstler_innen gilt: die Gewinnverteilung §37 (9) EStG („Künstlerrücktrag“). Diese besagt, dass die positiven Einkünfte aus künstlerischer Tätigkeit auf das Erklärungsjahr und die beiden Vorjahre verteilt werden können. Haben Künstler_innen zwei Jahre lang nur wenig Einkünfte, erhalten aber im Folgejahr ein sehr großes Honorar, können sie dieses rückwirkend auf die Vorjahre verteilen. Damit erreichen sie für jedes Jahr einen günstigeren Steuersatz und können drei Mal den Steuerfreibetrag von 11.000€ ausnützen.

    Weiterführende Links

    Künstlerpauschalierung
    https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/pauschalierung/pauschalierung.html

    Formulare AUT Finanzamt
    https://service.bmf.gv.at/service/anwend/formulare/show_mast.asp?Typ=SM&STyp=HaFo

    Künstlersozialversicherungsfond
    https://www.ksv.at/

    Bundeszentralamt für Steuern Bonn

    -Erstattungsverfahren nach § 50d Absatz 1 EStG (siehe auch Punkt: Steuerbescheinigung)
    https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Kapitalertraege/Kapitalertragsteuerentlastung/Schriftliches_Antragsverfahren/Erstattungsverfahren_50d/erstattungsverfahren_50d_node.html

    -Abzugssteuerentlastung durch Freistellung oder Erstattung
    https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Abzugsteuern/Abzugsteuerentlastung/abzugsteuerentlastung_node.html#js-toc-entry1

    Steuertarif und Steuerabsetzbeträge
    https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/einkommensteuer/est-steuertarif.html

    FinanzOnline (FON)
    https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/

    https://www.bmf.gv.at/egovernment/fon/FON_Ueberblick.html

    ABC der Werbungskosten
    https://www.bmf.gv.at/steuern/arbeitnehmer-pensionisten/arbeitnehmerveranlagung/abc-der-werbungskosten.html

    Infos zu Betriebskosten und nichtabzugsfähigen Ausgaben
    https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/betriebsausgaben/betriebsausgaben-allgemein.html

    Pendlerrechner
    https://pendlerrechner.bmf.gv.at/pendlerrechner/

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  • Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in Teil 3: ARBEITSRECHT und VERTRÄGE

    Am 26.11.2019 fand im studio brut bereits die dritte Informationsveranstaltung der Kampagne Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in statt. Dieses Mal zum Thema ARBEITSRECHT und VERTRÄGE. Als Experte war der Rechtsanwalt Wolfgang Renzl vor Ort, dessen Arbeitsschwerpunkte im Künstler-, Medien-, Datenschutz- und Urheberrecht liegen. Für die IG Freie Theater hat der Jurist bereits zehn Musterverträge für den freien darstellenden Bereich entworfen, die Mitgliedern unseres Vereins kostenlos zur Verfügung stehen. Vergangenen Dienstag klärte er die Besucher_innen – zum Teil anhand von konkreten Fallbeispielen aus dem Publikum – über Arbeitsrechte und Verträge auf.

    Wir leben in Österreich in einem Sozialstaat und Dienstverhältnisse zwischen Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen unterliegen dem Arbeitsgesetz, das sozial und dienstnehmer_innenlastig orientiert ist, so Renzl. Für Dienstnehmer_innen spreche vieles dafür, in einem Angestelltenverhältnis zu stehen, um von den Vorteilen des Sozialstaates zu profitieren: Sozialversicherungsabgaben und die Lohnsteuer (LSt) werden von der Dienstgeberin/vom Dienstgeber abgeführt und Dienstnehmer_innen genießen vollen Versicherungsschutz. Sie sind unfall-, arbeitslosen- und krankenversichert (inkl. sechs Wochen nachwirkender KV) und sammeln Beitragsmonate für die Pensionsversicherung. Zudem gilt das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz (DHG). Das bedeutet, dass Dienstnehmer_innen bei entschuldbarer Fehlleistung oder leichter Fahrlässigkeit für Schäden nicht bzw. nicht voll haftbar sind.

    Viele Arbeitgeber_innen versuchen allerdings, den Sozialstaat zu unterwandern und auf Verträge auszuweichen, welche sie von Pflichten und Leistungen gegenüber Arbeitnehmer_innen befreien. Wolfgang Renzl erklärte, dass es die Liberalisierung der Bedingungen für geringfügig Beschäftigte, die unter der letzten ÖVP-FPÖ-Koalition stattgefunden hat und die Tatsache, dass es in Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, möglich machen, dass Künstler_innen nur tageweise oder zum Beispiel Vollzeit für einen Monatsgehalt von nur 600€ angestellt werden können. Als unterste Grenze des Zumutbaren gilt in Österreich nur der sogenannte „Lohnwucher“, der allerdings nicht näher definiert ist. Das tageweise Anstellen von Künstler_innen sei gängige Praxis aber eine große Unart, so Renzl, denn sie erhalten ein niedriges Gehalt und müssen überdies auch noch selbst Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Die Geschäftsführerin der IG Freie Theater Ulrike Kuner warnte, dass Künstler_innen darüber hinaus keine volle Krankenversicherung genießen (nämlich nur für die Tage der Anstellung aber nicht für den ganzen Monat) und keine Pensionsversicherungszeiten sammeln können (15 Jahre werden benötigt, um überhaupt anspruchsberechtigt zu sein). Und dies auch nur, wenn in der Zeit der Beschäftigung eine freiwillige Selbstversicherung für geringfügig Angestellte abgeschlossen wird. Ansonsten ist man für die angemeldeten Tage lediglich unfallversichert. Patrick Trotter, der Mitglieder der IG Freie Theater in Rechtsfragen berät, bekam von der WGKK die Auskunft, dass eine fallweise Beschäftigung von Schauspieler_innen nur dann erlaubt sei, wenn die Auftrittstermine nur kurzfristig im Vorhinein bekannt wären. Wenn schon Wochen vorher Spielzeiten vertraglich ausgemacht wurden, ist die fallweise Beschäftigung eigentlich nicht zulässig.

    Wolfgang Renzl betonte daher die Wichtigkeit, ein klares Bild davon zu haben, auf welcher Rechtsgrundlage Menschen zusammenarbeiten, um sich vor rechtswidrigen und ausbeuterischen Vertragsverhältnissen zu schützen und klärte über verschiedene Formen der Zusammenarbeit auf.

    In vertikalen Formen der Zusammenarbeit gibt es ein Ober- und Unterverhältnis zwischen Dienstgeber_innen und Dienstnehmer_innen. Beispiele hierfür sind Volontariate, Praktika und Dienstverhältnisse auf Basis von Werk-, Kollektiv-, Bühnendienst-, Gast- oder freien Dienstverträgen.

    Bei Volontariaten handelt es sich streng genommen um keine Dienstverhältnisse. Es werden Verträge für eine unentgeltliche Arbeit geschlossen. Volontär_innen sollen gewisse Fähigkeiten erlernen, können das Arbeitsverhältnis jedoch jederzeit beenden. Anders ist es bei Praktikumsverträgen. Sie sind rechtens nach Dienstverträge (selbst wenn Praktika unbezahlt sind), da sie in Zusammenhang mit einer Ausbildung stehen.

    Werkverträge werden zwischen Auftraggeber_innen und Auftragnehmer_innen geschlossen. Am Ende soll ein selbstständiges Werk stehen, für das Künstler_innen ein Fixbetrag ausbezahlt wird, den sie selbst versteuern müssen. Beispiele hierfür sind in Auftrag gegebene Kompositionen, Bühnenbilder, Kostüme oder Choreographien. Oftmals seien Werkverträge am Theater nach Meinung des Experten jedoch völlig Fehl am Platz. Wie der Geschäftsführer des studio brut Richard Schweitzer berichtete, stellen manche seiner Kolleg_innen Regisseur_innen erst ab dem ersten Probetag an und lassen sie in der vorangehenden Konzeptphase selbstständig auf Werkvertragsbasis arbeiten. So verlagern Auftraggeber_innen Steuerpflichten an die Auftragnehmer_innen, die am Ende des Jahres ihre Einkommenssteuer (Est) selbst abliefern und den Sozialversicherungsbeitrag an die SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) abführen müssen. Liegt kein Einzelarbeits- bzw. ein Kollektivvertrag vor, der einen 13. und 14. Monatsgehalt (ist in Österreich nicht verpflichtend) vorsieht, sparen sich Arbeitgeber_innen zudem Weihnachts- und Urlaubsgeld auszubezahlen.

    Kollektivverträge werden zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter_innen beschlossen und enthalten Regelungen bezüglich der Entlohnung, der Arbeitszeit und Sonderzahlungen. Solche Verträge sind Renzls Erfahrung nach im Bereich der Freien Bühnen selten zu finden. Städtische Theater wie die Josefstadt, die Burg oder das Volkstheater haben zwar einen nach KV geregelten Mindestlohn, versuchen aber Dienstverhältnisse in einer Form zu begründen, die vermeiden, dass Dienstnehmer_innen dem KV unterstehen. Ausgenommen vom Geltungsbereich des KVs sind etwa Eleven, Chormitglieder oder Gäste. Während Eleven oder Chormitgliedern eine geringere Entlohnung bezahlt wird, handelt es sich bei Gastverträgen oft um „Promiverträge“, wie Renzl sie nennt. Diese sind auf eine Mitwirkung von nicht mehr als fünf Aufführungen bzw. nicht mehr als 60 Aufführungen gegen ein überdurchschnittliches Entgelt in einem Spieljahr beschränkt.

    Schließt man einen Vertrag mit einer Agentur ab, gilt es zu prüfen, ob es sich um einen Exklusivvertrag handelt und ob dieser befristet ist. Wird ein befristeter Vertrag abgeschlossen, ist man für die Dauer der Befristung gefangen und kann nicht kündigen. Kündigungsgründe, vor allem in einer Person gelegene, sind schwierig nachzuweisen. Hierzu zählen ausbleibende Zahlungen, Beschimpfungen oder fehlende Arbeitsleistungen. Im Rahmen der Privatautonomie ist es zulässig, dass Agenturen für die Vertretung von Künstler_innen eine „listing fee“ einfordern. Es sei auch Branchenusus, so Renzl, dass Agenturen Gelder von Künstler_innen verwalten. Wenn immer möglich sollten sich Künstler_innen aber Gagen auf ihr eigenes Konto überweisen und von Agenturen Rechnungen stellen lassen.

    Grundsätzlich, so der Rat des Rechtsanwalts, sollten Künstler_innen Verträge genau prüfen bzw. prüfen lassen, bevor sie diese unterschreiben. Die IG Freie Theater bietet für Mitglieder kostenlose Rechtsberatung an. Infos können zudem über die Arbeiterkammer oder auf der Webseite des RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes) eingeholt werden, auf der alle Gesetze kostenlos und tagesaktuell zur Verfügung stehen. Bei Vertragsverhandlungen sind Künstler_innen in einer besseren Position, wenn Arbeitgeber_innen merken, dass sie informiert sind. Die wichtigsten Punkte, die sie bei einem Vertrag beachten sollten, sind: Handelt es sich um einen Dienstvertrag oder nicht? Ab wann und wie lange bin ich gebunden? Wie viel Geld bekomme ich? Steht mir ein Mindestentgelt zu? Habe ich garantierte Auftritte? Welche Rechte gebe ich ab und welche Verpflichtungen gehe ich ein? Werden mir Leistungsschutz- und Interpret_innenrechte gesondert abgegolten?

    Wolfgang Renzl riet außerdem, eine private Rechtsschutzversicherung abzuschließen, um im Falle eines Prozesses abgesichert zu sein.

    Die in der vorangegangenen Veranstaltung noch offen gebliebene Frage, ob in Verträgen Verschwiegenheitsklauseln bezüglich der Gage rechtens seien, musste Renzl mit einem Jein beantworten, denn grundsätzlich gelte immer die Privatautonomie des Menschen. Man könne zwar eine Unterlassungspflicht eingehen, doch er kenne keine Konsequenzen, die ein Vertragsbruch zur Folge hätten. Ähnlich verhält es sich mit dem Austausch über Gagen von Künstler_innen zwischen Dienstgeber_innen. Auf jeden Fall, so Renzl, wäre es zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Gleichbehandlung (Stichwort: Gender Pay Gap) zulässig, über Bezahlungen zu sprechen.

    Neben vertikalen Formen der Zusammenarbeit gibt es auch horizontale Formen der Zusammenarbeit, nämlich den Verein oder die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) und ihre Unterformen.

    Die Idee hinter einem Verein ist, dass Mitglieder auf gleicher Ebene zusammenarbeiten. Jedoch wird mit der Gründung eines Vereins eine zusätzliche juristische Person, respektive eine GmbH und damit ein Ober- und Unterverhältnis geschaffen. Der Verein ist der Dienstgeber, seine Mitglieder bekommen Honorarnoten ausgestellt und sind damit Dienstnehmer_innen.

    Die GesbR ist die einfachste Form einer Gesellschaft. Abwandlungen sind die Kommanditgesellschaft (KG), die Offene Gesellschaft (OG) und die ARGE (Arbeitsgemeinschaft). In einer KG übernimmt ein Kommanditist zu 100% die Haftung. Die anderen Kommanditisten haften mit der Höhe ihrer Einlagen. Die KG ist demnach kein gutes Beispiel für eine GesbR, denn ein Kommanditist wird zum Primes inter Pares (eine Art Chef) und ist den anderen gegenüber höher gestellt. In einer OG sind Menschen auf einer Ebene tätig. Der Vorteil ist, dass jede/r am Projekterfolg teilhat – der Nachteil ist, dass auch jede/r am Projektmisserfolg partizipiert. Eine ARGE wird meist für einzelne Projekte mit beschränkter Dauer gegründet.

    Wird eine GesbR von einem Theater engagiert, wird ein Aufführungsvertrag geschlossen. Die GesbR stellt eine Rechnung an den Auftraggeber und muss eine eigene Steuernummer beantragen. Die Gagen werden üblicherweise auf das Konto einer Gesellschafterin/eines Gesellschafters überwiesen. Am Ende des Jahres werden Einnahmen und Ausgaben zusammengezählt und die Gewinnzuweisungen aufgeteilt. Diese müssen aus selbstständiger Tätigkeit von den einzelnen Mitgliedern in ihrer Steuererklärung aufgeführt werden.

    Sehr selten, so Renzl, treten Schauspieler_innen als Selbstständige oder freie Dienstnehmer_innen auf. Eine freie Dienstnehmerin/ein freier Dienstnehmer wäre etwa ein „Springer“, der nur für eine Vorstellung eine Rolle übernimmt. Freie Dienstnehmer_innen gelten sozialversichungsrechtlich als Angestellte. Einkommenssteuerrechtlich sind sie Selbstständige, die ihr Einkommen selbst versteuern müssen. Die Selbstständigkeit hat nach Renzl Vor- und Nachteile. Als Selbstständige/r habe man keine Vorgesetzten, sei freier in der Gestaltung der Steuererklärung und könne Ausgaben abschreiben lassen. Allerdings müsse man sich selbst um Unfall-, Kranken-, Haftpflicht- und Pensionsversicherung kümmern, die deutlich höher ausfallen als die von Angestellten.

    Weiterführende Links zum Vortrag von Wolfgang Renzl:

    Dienstnehmerhaftpflichtgesetz

    https://www.wko.at/service/arbeitsrecht-sozialrecht/Schadenersatz-im-Arbeitsrecht.html

    Weihnachts- und Urlaubsgeld

    https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitsvertraege/Weihnachts-Urlaubsgeld.html

    Infos zu Kollektivverträgen

    https://www.kollektivvertrag.at/cms/KV/KV_3/der-kollektivvertrag

    RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes)

    https://www.ris.bka.gv.at/

    Infos zu GesbR:

    https://www.wko.at/service/wirtschaftsrecht-gewerberecht/Gesellschaft_nach_buergerlichem_Recht_(GesnbR)_-_FAQs.html

     

     

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  • Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in Teil 2: JOB AQUISE UND MENTORING

    Die Veranstaltungsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in ging am Montag, den 18. 11. 2019, mit der Infoveranstaltung JOB-AQUISE und MENTORING in die zweite Runde. Im Zentrum stand die Frage, wie man als freie Schauspielerin/freier Schauspieler überleben kann. Die Interessent_innen fanden sich diesmal im Off-Theater ein, um sich von der Schauspielerin Sophie Resch und der Schauspielerin und Regisseurin Elke Hartmann Infos zu möglichen Arbeitsfeldern und Tipps und Tricks für Bewerbungen, Castings und Vorsprechen, Gagenverhandlungen, Networking und die analoge wie auch digitale Selbstpräsentation zu holen. Die beiden boten ein spannendes und dichtes Programm, wobei auch der Dialog mit den Anwesenden nicht zu kurz kam.

    In einer Einführung sprachen Sophie Resch und Elke Hartmann, die bereits selbst in unterschiedlichen Bereichen tätig waren, über mögliche Arbeitsfelder von Schauspieler_innen. Nach abgeschlossener Ausbildung haben diese die Möglichkeit, im Theater, für Film, Fernsehen und Werbung, als Sprecher_in oder im pädagogischen Bereich zu arbeiten. Nicht immer und vor allem als Schauspielanfänger_in ist es aber so einfach, an fair und ausreichend bezahlte Engagements zu kommen. Zudem können auf Projekte längere Durststrecken folgen. Viele freie Schauspieler_innen sind daher auf (Zweit-) Jobs angewiesen, die ihnen ein sicheres Einkommen garantieren, aber außerhalb ihres eigentlichen Berufsfeldes liegen. Sophie Resch weiß aus ihrem Umkreis, dass die Gefahr dabei groß ist, den Fokus zu verlieren und eine Doppelbelastung zu einer Erschöpfung an Kapazitäten führt. Darunter leide die Qualität der schauspielerischen Leistung. Sie riet den Anwesenden, sich in Zeiten ohne Engagements weiterzubilden und in Übung zu bleiben. Das heißt konkret: Gesangs-, Tanz-, Sprech- oder Drehtrainings zu besuchen. Da es im Laufe einer Karriere aufgrund fehlender Jobangebote, aus gesundheitlichen Gründen oder während einer Schwangerschaft immer wieder zu spielfreien Zeiten kommen könne, sei es wichtig, sich als Schauspieler_in möglichst breit aufzustellen. Das steigere die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und mache offen für Alternativen. Elke Hartmann hatte gleich mehrere Vorschläge für die Besucher_innen: So gebe es die Möglichkeit, Lesungen auf Geburtstagen und Weihnachtsfeiern anzubieten, Sprecher_innenjobs anzunehmen oder zu unterrichten (etwa einfach zu erlernende Theatersportkurse). Als mögliche Arbeitgeber_innen könnten auch die Rote Nasen Clowndoctors, Dinner&Crime-Anbieter_innen oder der DM-Drogerie Markt Deutschland infrage kommen, der Schauspieler_innen für Theater-Workshops einstellt.

    Den Hauptteil des Abends widmeten die Expertinnen der Frage:

    Wie bewerbe ich mich für Jobs beim Film, am Theater, in der Werbung oder als Sprecher_in?

    Im Idealfall haben Schauspieler_innen bereits erfolgreich an mehreren Projekten mitgewirkt, sich einen Namen gemacht und ein Netzwerk aufgebaut. Sie werden weiterempfohlen oder von Topagenturen vertreten, die gut bezahlte Aufträge vermitteln.

    Die Realität sieht für viele Künstler_innen aber häufig anders aus – besonders für jene, die sich noch am Anfang ihrer schauspielerischen Karriere befinden.

    Wie Sophie Resch und Elke Hartmann berichteten, erfolgt die Besetzung von Rollen im Theater, Film und in der Werbung zumeist über Kontakte, Empfehlungen und Agenturen. Ausschlaggebend wären zudem der Ruf und die Präsenz von Schauspieler_innen. Für den Aufbau von Netzwerken und die analoge wie auch digitale Selbstpräsentation von Schauspieler_innen hatten die beiden Vortragenden folgende Tipps:

    Um Kontakte zu knüpfen, sollten Premieren, Filmnächte, Festivals, Fortbildungen und Workshops besucht werden. Ein Netzwerk aufzubauen, so Hartmann, brauche allerdings Zeit und Kontaktpflege, denn aus Kalkül gesponnene Beziehungen würden nur selten zu einer Zusammenarbeit führen. Um weiterempfohlen zu werden, so Resch, müsse man sich einen guten Ruf erarbeiten. Dazu gehöre es, pünktlich, zuverlässig, unkompliziert, authentisch und ein guter Teamplayer zu sein. Um mögliche Arbeitgeber_innen, Regisseur_innen, Caster_innen und Agenturen auf sich aufmerksam zu machen, rieten die Expert_innen, auf Facebook und Instagram präsent zu sein und sich eine Homepage und Profile auf diversen Plattformen einzurichten (siehe weiterführende Links unten). Dort können Schauspieler_innen Fotos, Showreels und ihre Vita hochladen.

    Wie Sophie Resch erklärte, ist es das Ziel von Schauspieler_innen, von einer renommierten Agentur vertreten zu werden. Eine gute Agentin/ein guter Agent kümmere sich nicht nur um die Vermittlung von Schauspieler_innen, sondern auch um rechtliche Belange und eine bestmögliche Bezahlung. Zudem würden Schauspieler_innen ohne Agentur oder Kontakte zu Caster_innen, nur selten von Castings für Film, Fernsehen oder Werbung erfahren. Schauspieler_innen, die noch nicht von einer Agentur unter Vertrag genommen worden sind, empfiehlt sie eine Meldung bei einer Massenagentur wie Actors&Company, um über Stellenangebote informiert zu werden.

    Ausschreibungen für Theaterrollen finden Schauspieler_innen in den regelmäßig von der IG Freie Theater ausgesendeten Newsletter, auf unserer Homepage oder dem Portal Theapolis. Elke Hartmann betonte die Wichtigkeit, sich darüber hinaus mit Kolleg_innen über Vorsprechen und Castings auszutauschen, Intendantenwechsel zu beobachten, Blindbewerbungen zu versenden und sich nicht nur auf die großen Theaterhäuser in Wien zu konzentrieren. Sophie Resch schlug vor, auch an Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu schreiben und zu von Theatern angebotenen Informationsvorsprechen zu gehen. Selbst wenn gerade keine Stellen vergeben werden, bleibe man vielleicht der einen oder anderen Person für zukünftige Projekte in Erinnerung.

    Wie aber soll eine Bewerbung aussehen?

    Eine Bewerbung für eine Rolle am Theater wie auch für Agenturen, so die Expertinnen, sollte mehrere Portrait- und Ganzkörperfotos, eine Vita und einen Introtext beinhalten. Die Fotos sollten den eigenen Typen unterstreichen (bei Film und in der Werbung sind meist bestimmte Typen gefragt) und wache, klare Ausdrücke zeigen. Von Beautyshots, retuschierten und Rollenbildern rieten die Expertinnen ab. Für die Bewerbung bei einer Agentur benötigen Schauspieler_innen zusätzliche Showreels. Da Agenturen viele Zusendungen erhalten und nur wenig Zeit haben, diese genau zu prüfen, riet Sophie Resch, zwei bis drei kurze Szenen (jeweils ca. 40 Sekunden) aufzunehmen. Die Videos müssen keinen professionellen Ansprüchen genügen und können selbst gedreht werden. Schauspieler_innen sollten in den Aufnahmen in zwei Rollen mit unterschiedlichen Emotionen zu sehen sein, oder frei zu einem Thema improvisieren. Immer beliebter bei Agenturen und Caster_innen, so Resch, sind auch sogenannte About Me Videos, in denen Schauspieler_innen sich knapp vorstellen und von ihren Fähigkeiten erzählen.

    Der Introtext einer Bewerbung sollte „kurz und knackig“ formuliert werden und schlüssig darlegen, warum man Teil einer Agentur bzw. einer Theaterproduktion sein wolle. Die beiden Vortragenden und der anwesende Schauspieler, Regisseur, Autor und Leiter des Off-Theaters Ernst Kurt Weigel waren sich einig, dass es bei Bewerbungsschreiben an Theater wichtig sei, sich zuerst Infos über eine Spielstätte einzuholen und sich einen Überblick über die dort gezeigten Stücke zu verschaffen. Weigel, der im Jahr an die 200 Initiativbewerbungen erhält, berichtete, bei Introtexten oder Vorstellungsgesprächen sehr schnell zu merken, ob jemand sich wirklich mit seinem Theater und seiner Arbeit auseinandergesetzt habe. Keines seiner Stücke gesehen zu haben, sei für ihn ein Ausschlusskriterium.

    Wird man von Theatern, Regisseur_innen oder Caster_innen zu einem Vorsprechen eingeladen, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Um nicht ins Stocken zu geraten, sollten sich Schauspieler_innen vorab in kurzen, klaren Sätzen überlegen, was sie über ihre Person sagen möchten. Für Vorsprechen an einem Theater sollten drei Monologe (ein moderner, ein klassischer und ein lustiger Text) vorbereitet werden. Die Vortragenden legten den Zuhörer_innen ans Herz, sich nicht durch Unterbrechungen irritieren zu lassen, denn dies müsse nicht zwingend etwas Negatives bedeuten. Sophie Resch empfahl außerdem, auf schwer handhabbare Requisiten zu verzichten, und Kleidung so auszuwählen, dass ein Kostümwechsel nicht viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Für Film- und Fernsehcastings, so die Schauspielerin, müssten Texte besonders gut vorbereitet und auf schnelle Anschlüsse hin gelernt werden, denn oft werde verlangt, einen Text schneller, auf unterschiedlichen Spots oder in mehreren Versionen vorzutragen. Es sei auch klug nachzufragen, ob man in Ganzkörper- oder in Nahaufnahme zu sehen sei, um sich gegebenenfalls mehr auf die Körperarbeit bzw. auf die Gesichtsmimik konzentrieren zu können. Manchmal komme es vor, dass Schauspieler_innen um sogenannte E-Castings gebeten werden. Hierfür seien selbstgedrehte Videos (Handyqualität reiche völlig aus) gefordert, in denen sich Schauspieler_innen kurz vorstellen und vor weißem Hintergrund mit einer Anspielpartnerin/einem Anspielpartner eine Szene sprechen.

    Um an Sprecher_innenrollen zu kommen, rieten Hartmann und Resch, professionelle Demos anfertigen zu lassen, diese an Tonstudios, Radio- und Fernsehsender zu schicken oder sie auf die Plattform VOICE hochzuladen. Da es sehr viele talentierte Sprecher_innen mit hochwertig aufgenommen Demos gebe, reiche es nicht aus, Textproben selbst zuhause einzusprechen. Darüber hinaus haben Sprecher_innen die Möglichkeit, an Stimmcastings von Tonstudios teilzunehmen und in deren Karteien aufgenommen zu werden.

    Zuletzt widmeten sich Sophie Resch und Elke Hartmann den heiklen Themen Gagen und Gagenverhandlungen. Wie aus den Erklärungen der Expertinnen und den Meldungen aus dem Publikum hervorging, verlaufen Gagenverhandlungen ohne Agent_innen meist erfolglos. Am ehesten, so Hartmann, ließe sich über mehr Fahrtengeld und höhere Zuschüsse für Unterkünfte sprechen. Nachverhandlungen sollten aber auf jeden Fall angestellt werden, wenn sich der Arbeitsaufwand größer gestalte als vorhergesehen.

    Obwohl es, wie Ernst Kurt Weigel informierte, einen gewerkschaftlichen Mindestlohn in Österreich (1500€ brutto/40 h Woche) sowie von der IG Freie Theater und der „Wiener Perspektive“ vorgeschlagene Richtgagen gibt, bezahlen nicht alle Theater ihre Schauspieler_innen fair. Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass man ein Gespür dafür bekommen müsse, ob man von Arbeitgeber_innen über den Tisch gezogen wird. Wie Hartmann und Resch erklärten, helfe es auch, sich mit Kolleg_innen über Gagen auszutauschen. Allerdings sollte dies erst nach Beendigung eines Projektes gemacht werden, um das Arbeitsklima nicht zu stören. Besonders in der Werbebranche, die am meisten Geld zur Verfügung hätte, so Resch, versuche man die Entlohnung von Schauspieler_innen zu drücken. Sie riet den Anwesenden, gerade dort selbstsicher nachzuverhandeln und darauf zu achten, dass Buyouts und Extraverrechnungen für Print nicht aus den Verträgen gestrichen werden.

     

    Weiterführende Links zu den Empfehlungen der Vortragenden Sophie Resch und Elke Hartmann:

    Mögliche Berufsfelder:

    https://www.rotenasen.at/unsere-clowns/das-rote-nasen-ausbildungsprogramm/

    https://www.dm.de/unternehmen/engagement/menschen-bei-dm/abenteuer-kultur-c534994.html

    Weiterbildung:

    https://filmschoolvienna.at/ausbildung/meisner-training-sessions/

    https://www.drehuebung.com/

    Jobausschreibungen:

    https://freietheater.at/en/igft_post/?cat=jobs

    https://www.theapolis.de/de/

    Agentur:

    http://www.actors.company.at/

    Profile für Vita, Fotos und Showreels:

    https://www.filmmakers.de/index/index?cr=1

    https://www.schauspielervideos.de/

    https://www.castforward.de/

    https://www.castupload.com/

    https://www.k360.net/

    https://at.linkedin.com/

    Portal VOICE zum Hochladen von Sprecherdemos:

    https://www.sprecherverband.at/preferred-studios.html

    Buchtipp:

    Dorothea Neukirchen: Vor der Kamera. Camera-Acting für Film und Fernsehen

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  • Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in Teil 1: MARKETING und PR

    Die aus fünf Infoveranstaltungen bestehende Vortragsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in ist an freie Kunstschaffende gerichtet und widmet sich wichtigen Themen, mit denen sie sich im Berufsalltag auseinandersetzen müssen: Marketing und PR, Job-Akquise und Mentoring, Arbeitsrecht und Verträge, Steuer und Sozialversicherungen.

    Am Montag, den 11.11.2019, fand im Theater Werk X-Petersplatz mit dem Vortrag MARKETING und PR der Auftakt der Veranstaltungsreihe statt. Als Experte war Joachim Kapuy, der Leiter der Marketing &Sponsoring-Abteilung der Wiener Festwochen geladen. Er gab den zahlreichen Besucher_innen Einblicke in seine Arbeit und stand ihnen in puncto Marketing und PR Rede und (in einem anschließenden Q&A) Antwort. In seinem Vortrag gab er wertvolle Tipps für die erfolgreiche Bewerbung eines Projektes und erklärte, welche Zuständigkeiten und Verantwortungen Kulturveranstalter_innen auf der einen und Kunstschaffenden auf der anderen Seite dabei haben. Kapuy, der auch selbst Erfahrungen als Performer und Schauspieler gesammelt und mit verschiedensten großen Institutionen in Wien zusammengearbeitet hat, beleuchtete beide Perspektiven, gemeinsame Interessen, aber auch Konfliktpotenziale, die sich in einer Zusammenarbeit ergeben können.

    Für Kunstschaffende stellt sich nach der künstlerischen Phase natürlich die Frage, wie sie ihr fertiges Projekt bewerben können, um Fördergeber_innen, Veranstalter_innen und Publikum zu gewinnen. Joachim Kapuy erklärte, worauf Kulturveranstalter_innen bei der Auswahl von Stücken achten, wie gelungene Pressearbeit aussieht und was man als Künstler_in selbst für den Erfolg des eigenen Stückes machen kann (das gilt besonders für jene Künstler_innen, die selbst als Kulturveranstalter_innen agieren, bzw. selbst für ihr Marketing verantwortlich sind). Wie Kapuy ausführte, spielt die Professionalität einer Künstlerin/eines Künstlers dabei eine wichtige Rolle und ist auch für eine produktive Zusammenarbeit mit Kulturveranstalter_innen essenziell.

    Was aber darf man sich unter Professionalität vorstellen?

    Professionell zu sein, bedeutet:

    • informiert zu sein: Nach Kapuy ist es als Künstler_in wichtig, das Feld, in dem man sich bewegt, relevante Medien und die wichtigsten Akteur_innen zu kennen, wie etwa Journalist_innen, Veranstalter_innen und Fördergeber_innen.
      Kapuy riet, sich vor der Einreichung eines Projektes über Kulturveranstalter_innen zu informieren und auf deren Webseiten ihre Ausrichtung und Leitbilder, ihre Fördergeber_innen, ihre budgetäre Ausstattung und die von ihnen angebotenen Leistungen für Künstler_innen nachzulesen. Das hilft nicht nur bei der Entscheidung, welche Institution den geeigneten Rahmen für ein Projekt bietet, sondern auch bei der gezielten Bewerbung und Einreichung eines Projektes. Kulturveranstalter_innen bewegen sich in einem äußert kompetitiven Umfeld, wie Kapuy erklärte. Es herrsche ein harter Wettbewerb um Zeit, Besucher_innen und Finanzbudgets. Kulturveranstalter_innen seien deshalb darum bemüht, ihren USP (unique selling point) zu schärfen, zu kommunizieren und ihre Angebote auf Zielgruppen hin zu entwickeln. Bei der Einreichung eines Projektes sei es daher von Vorteil, wenn Künstler_innen ihr Alleinstellungsmerkmal und Hintergründe und Intentionen eines Stückes klar formulieren können. Das heißt: Was hat mein Projekt inhaltlich und formal mit aktuellen Diskursen, Diskussionen, globalen und lokalen Themen zu tun? Was ist für potenzielle Besucher_innen daran interessant? Welches Publikum soll mit meinem Stück angesprochen werden?

    • aktiv die eigenen Interessen zu vertreten: Kommt es zu einer Zusammenarbeit, so Kapuy, haben Künstler_innen und Kulturveranstalter_innen gemeinsame Interessen. Ein Projekt soll mediale Aufmerksamkeit erreichen, erfolgreich sein und ein großes Publikum begeistern. Es kann aber auch zu Interessenskonflikten kommen, denn anders als Künstler_innen konzentrieren sich Veranstalter_innen, wie Kapuy weiß, meist nicht auf einzelne Projekte, sondern auf das große Ganze, sprich: die Höhe der Gesamtauslastung, der Gesamteinnahmen und der Gesamtkosten einer Saison oder eines Festivals. Häufig schenken Veranstalter_innen ihren „Leuchtturmprojekten“ (Programm-Highlights) mehr Aufmerksamkeit als dem breiten Programm, deshalb ist es wichtig, dass Kunstschaffende aktiv ihre eigenen Interessen vertreten. Kapuy rät Künstler_innen, eigene Vorschläge einzubringen und Veranstalter_innen aus ihren starren und oft undemokratischen Strukturen herauszuholen. Es sei wichtig, Veranstalter_innen auf Augenhöhe zu begegnen und sich nicht durch heute amikal gewordene zwischenmenschliche Beziehungen irritieren zu lassen. Professionalität sei notwendig, um in seiner Kunst wahrgenommen zu werden und dazu zähle auch das Einfordern von Rechten und Veranstalter_innen bei Verträgen in die Pflicht zu nehmen.

    • unternehmerisch zu denken: Nicht nur Kulturveranstalter_innen, so Kapuy, tragen für die Bewerbung eines Projektes die Verantwortung. Es sei wichtig, dass auch Künstler_innen aktiv Beziehungen zu ihren Stakeholdern (dem Publikum, Fördergeber_innen, Kolleg_innen, Journalist_innen etc.) gestalten, ihre Zielgruppe und die wichtigsten Marketinginstrumente kennen. Wie Joachim Kapuy aus Erfahrung weiß, machen Theaterbesucher_innen bei der Durchsicht von Programmen und Ankündigungen in Medien ihre Kaufentscheidung von ihnen bekannten Namen, vom Titel, Werbetext, von Pressefotos, Videotrailers und den Credits eines Stückes abhängig. Kapuy verriet seinen Zuhörer_innen die wichtigsten Kriterien, die es hierbei zu beachten gilt: Der Titel eines Stückes sollte so gewählt werden, dass potenzielle Zuseher_innen etwas für sie Wiederkennbares darin finden. Ein Werbetext sollte Emotionen wecken und Lust auf das Stück machen. Pressefotos sollten eine Bild-Aussage haben, die zum Kontext des Stückes passt, Menschen abbilden, Atmosphäre ausstrahlen, Stimmungen und Emotionen einfangen, hochwertig und vor allem dynamisch sein. Zuletzt kam Joachim Kapuy auch auf die Wichtigkeit von Onlinemarketing zu sprechen und klärte das Publikum über verschiedene Varianten auf. Da das Publikum und auch Kulturveranstalter_innen sich immer mehr für die Künstlerin/den Künstler hinter einem Projekt und dessen Entstehungsprozess interessieren, riet Joachim Kapuy, eine eigene Webseite mit biografischen Infos einzurichten, auf sozialen Netzwerken präsent zu sein, Newsletter zu verschicken oder Videotrailer (bestehend aus Stück- und Probeaufnahmen, Artist Interviews oder Behind the Scenes-Aufnahmen) zu veröffentlichen.

    Die wichtigsten Informationen zum Vortrag hat Joachim Kapuy für Interessierte in einem Handout zusammengefasst.

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  • Stadt Wien: Fördererhöhungen / Honoraruntergrenze / neue Förderprogramme ab 2020

    Pressemitteilung, IG Freie Theater, 26.11.2019

    Nachdem Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in ihrer gestrigen (25.11.2019) Budgetrede eine deutliche Erhöhung der Mittel für die Freie Szene verkündet hat, haben wir nachgefragt. Welche Mittel stehen der Freien Szene zur Verfügung und was ändert sich ab 2020?

    Gleich vorweg – mit den zusätzlichen Mitteln für die Freie Szene soll ein Investment in die dort arbeitenden Menschen geleistet werden – es sollen nicht mehr Produktionen entstehen. Aber es gibt neue Fördertools, die ein breiteres und prozessorientiertes künstlerisches Arbeiten ermöglichen!

    Insgesamt wächst das Kulturbudget um ca. € 26 Millionen. Damit wächst es um ca. 10 % gegenüber dem Vorjahr.

    Ein wesentlicher Anteil der zusätzlichen Mittel soll helfen, prekäres Arbeiten in der Kunst- und Kulturlandschaft Wiens zu vermeiden.

    Der Theaterbereich wird um ca. € 4.2 Mio angehoben, dies bedeutet eine Verbesserung um ca. 6 % gegenüber dem Vorjahr.

    • Ca. € 2.2 Mio gehen an die kommunalen Bühnen, die Mittelbühnen, die privaten Bühnen und werden für eine Erhöhung der Konzeptförderungen sowie für Projekt- und Jahresförderungen eingesetzt.
    • € 2 Mio erhält das Volkstheater

    Allein die Projekt- und Jahresförderungen wurden von € 2.6 Mio auf € 3.0 Mio erhöht und wurden somit im Vergleich deutlich verstärkt.

    Über die IG Freie Theater und die Wiener Perspektive wird mit den Künstler_innen eine Honoraruntergrenze für freischaffende Künstler_innen besprochen (bei Förderungen durch die Stadt Wien), welche dann als Empfehlung für zukünftige Einreichungen auf die Websites der Kulturabteilung und der IG übernommen wird. Der Prozess der Ausarbeitung startet jetzt und wird mit Vertreter_innen der Szene direkt geführt; Anwendung finden soll die Honoraruntergrenze zum nächsten Einreichtermin am 15.2.2020.

    Die Budgetverbesserungen der Häuser, die mit der freien Szene kooperieren oder koproduzieren, sollen den Künstler_innen zu Gute kommen, um diese gerechter bzw. überhaupt zu bezahlen und wirkliche Koproduktionen zu ermöglichen. Auch hier gibt es aktuell Gespräche bzgl. eines Mindesthonorars für Künstler_innen. Dort, wo es notwendig wird, werden auch Gehälter bzw. Personalkosten der Häuser angehoben. Die konkreten Umsetzungen werden derzeit von den Häusern und in Absprache mit der Stadt Wien erarbeitet.

    Zusätzlich ist für 2020 ein Infrastrukturtopf in Höhe von ca. € 2 Millionen geplant, der kleineren Institutionen und Veranstaltungsräumen, aber auch Probenorten die Möglichkeit gibt, in einer einmaligen Leistung ihr technisches Equipment bzw. die Ausstattung zu erneuern. Zum Antragsverfahren geht es hier: www.wien.gv.at

    Des Weiteren werden die Bezirksinitiativen Stadtlabore und Shift erheblich ausgebaut (insgesamt stehen hier € 3 Mio zur Verfügung). Dies bedeutet für die Künstler_innen der Freien Szene zusätzliche Arbeits- und Auftragsfelder, welche außerdem neue Arbeitsformate ermöglichen.

    Genreübergreifend ist ein Programm für Exzellenz-Stipendien in Planung, welches v.a. auch der freien Kunstszene als neues Fördertool zur Verfügung stehen wird.

    Neu und auch für die freischaffenden Künstler_innen interessant: KulturKatapult, ein Förderprogramm dotiert mit € 800.000, mit welchem kulturelle Vermittlungsprojekte für Jugendliche gefördert werden. Details haben wir auf unserer Website.

     

    Kontakt:
    Ulrike Kuner / Geschäftsführung
    Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit
    Gumpendorferstr. 63B
    A-1060 Wien
    t: +43 (0)1 403 87 94
    www.freietheater.at
    u.kuner[at]freietheater.at

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  • EAIPA - Working meeting

    Von 14.-16 November hießen wir den europäischen Dachverband für die Freien Darstellenden Künste / European Association of Independent Performing Arts hier in Wien herzlich willkommen. Das Zusammentreffen mit den Mitgliedern fand statt, um die Zusammenarbeit zu stärken und brennende Themen, aktuelle Diskurse und zukünftige Konzepte zu diskutieren. 

    Eingeleitet wurde das Arbeitstreffen im WUK, wo die Gäste mit einem Performance-Proben-Besuch begrüßt wurden. Ein Einblick in das Kunstprojekt sowie der Austausch mit der künstlerischen Leiterin Esther Holland-Merthen und ihrem Team sorgten für aufschlussreiche Kenntnisse und interessante Erfahrungen, die zugleich eine Vorstellung der freien Szene zuließ. 

    Nach einem kurzen Spaziergang durch Wien fanden sich die VertreterInnen bereits zur ersten Arbeitseinheit zusammen, in der EAIPA selbst im Zentrum stand. Die Aufnahme von neuen Mitgliedern sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wurden intensiv ausverhandelt und kam erst durch den Besuch von Katalin Erdödi von der Theaterjury zu einem vorläufigen Ende. Ihr Vortrag skizzierte ein umfassendes Bild von der österreichischen Theaterszene, den politischen Strukturen und das Prozedere rund um Förderungen. Der Tag fand bei einer Gans in einem typisch Wiener Restaurant schließlich seinen Ausklang. 

    Der zweite Arbeitstag begann mit einem Besuch bei der Stadträtin Veronica Kaup-Hasler in ihrem prachtvollen Büro im Wiener Rathaus, wo es zu einem Austausch zwischen ihr und den VertreterInnen von EAIPA kam. Der spannende Einstieg in den Tag wurde anschließend durch konstruktive Diskussionen über die zukünftigen Themen abgelöst. Auch der Input von Elisabeth Pacher vom Creative Europe Desk Austria sorgte für einen interessanten Beitrag. Viele Themen wurden besprochen, neue Ideen gesammelt und zukünftige Aktivitäten festgehalten. Am Abend erfolgte nochmals ein kurzer Spaziergang durch die Wiener Innenstadt mit einem anschließenden Theaterbesuch bei Claudia Bosses neuem Werk Dialogue on Difference im Kosmos-Theater. Abgerundet wurde der lange Tag durch einem gemeinsamen Beisl-Aufenthalt.

    Am letzten Tag trafen sich die VertreterInnen noch einmal zu einem abschließenden Treffen zusammen, in dem die umfassenden Themen, anregenden Diskussionen und ausführlichen Vorträge und Gespräche präzise zusammengefasst wurden sowie ein Ausblick auf aufkommende Ereignisse gegeben wurde. 

     

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  • 12.11.2019 - Brut im Künstlerhaus: Stand der Dinge


    Wie die IGFT im e-mail-newsletter vom 31.10. 2019 berichtete, bewegt uns natürlich sehr die Frage nach dem Hauptspielort des brut Wien und seinem Verbleib im Künstlerhaus – oder einer Alternative an einem anderen Standort, die jedenfalls eine Verbesserung der Bedingungen für die Künstlerinnen und Künstler bringen muss. Wir sind sehr an einer raschen Klärung der Situation interessiert und berichten laufend.
    Hier eine Übersicht über die aktuellen Entwicklungen.

    Letzte Woche stellte die IGFT dem brut Wien folgende vier Fragen:
    Das brut ist seit der Saison 2017/2018 nomadisch unterwegs, sprich es bespielt verschiedenste Orte in Wien. Seit rund einem Jahr ist der Standort in der Zieglergasse wieder für Vorstellungen und Proben aktiv. Die Künstlerinnen und Künstler fürchten, dass der zentrale, dauerhafte Spielort des brut gefährdet ist. Also ein Ort mit professionellen Bedingungen, einer Bühne mit technischer Ausstattung etc.
    Was könnt ihr hierzu sagen?
    Was ist der Status Quo btr. des Standortes im Künstlerhaus?
    Was sind die Perspektiven?
    Ab wann gibt es wieder einen verlässlichen Standort für das brut?

    Am 2.11.2019 veröffentlichten Kira Kirsch und Richard Schweitzer vom brut folgenden offenen Brief: Offener Brief zur Situation brut im Künstlerhaus https://brut-wien.at/en/Magazine/Let-s-talk-about-brut/Offener-Brief-zur-aktuellen-Situation-brut-im-Kuenstlerhaus

    Seit Mitte Dezember ist offiziell klar, dass das Brut seine Spielstätte im Künstlerhaus verlieren wird. Die anfallenden Kosten von 5 Millionen für die Sanierung des Theaters zahlt die Stadt Wien nicht. Kulturstadträtin Veronica Haup-Hasler wäre bereit 800 000 für die Räumlichkeiten im 1. Bezirk zur Verfügung zu stellen, die dem Unternehmer Haselsteiner eindeutig zu wenig sind. Laut Kurier gibt es Verhandlungen mit dem ehemaligen Ambrosi-Atelier im Augarten, welches die neue Spielstätte des Brut werden könnte.

     

    Weitere Infos:

    24.10.2019         Brut-Theater steht offenbar vor Auszug aus Künstlerhaus. Stefan Weiss in der DerStandard:
                                  Hintergrundinfos zur Kostenexplosion der Sanierung und Zukunfts-Miet-Unsicherheiten
                                  https://www.derstandard.at

    6.11.2019            Pressestatement der Wiener Perspektive zur Situation des brut im Künstlerhaus, 1010 Wien
                                   pressestatement_wienerperspektive

    6.11. 2019          Brut-Theater: Haselsteiner meldet sich zu Wort
                                  Der Künstlerhaus-Sanierer Hans Peter Haselsteiner äußert sich im Standard zu der Frage der
                                  Zukunft des Brut-Theaters im Künstlerhaus. Zum Artikel: https://www.derstandard.at

    7.11.2019            Salzburger Nachrichten berichten: https://www.sn.at

    7.11.2019            Forderungen von Bizeps: https://www.bizeps.or.at/bizeps-fordert-barrierefreie-spielstaette-fuer-das-brut/

    12.11.2019          Wiener Perspektive kämpft um den Verbleib im Künstlerhaus: https://www.derstandard.at

    12.11.2019          Brut will im Wiener Künstlerhaus bleiben: https://www.wienerzeitung.at

    16.12.2019         Entscheidung gefallen: Sicher kein Brut mehr im Künstlerhaus:  https://kurier.at

     

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  • Habemus EU-Kultur!

    Die künftige EU-Kommissarin Mariya Gabriel wird nun doch auch Kultur im Namen tragen – so lautet ihr Portfolio nun Forschung, Innovation, Bildung, Kultur und Jugend. Somit wurde das Anliegen von EAIPA zu welchem es am 11.09.2019 eine offizielle Pressemeldung gab, erfüllt! Wir freuen uns und bleiben weiter dran – denn auf die Namensänderung müssen auch konkrete Taten folgen!

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  • Fair Pay für Künstler_innen der Freien Szene / Transparenz der Strukturen für die Freie Theaterszene

    Pressemitteilung der IG Freie Theater, 9.10.2019

    Die freischaffenden Künstler_innen in Wien tragen die Verantwortung für die künstlerischen Produktionen, sie entwickeln die Konzepte und Ideen – und realisieren diese.
    Die Künstler_innen fordern Fair Pay mit Honoraruntergrenze pro Proben- bzw. Vorstellungstag, die ihnen ein Überleben ermöglicht. In Berlin wird dieses Instrument seit 2016 erfolgreich angewendet.

    Von den mehr als € 28 Mio eingesetzten Fördergeldern der Stadt Wien pro Jahr für die freie Theater- und Tanzszene Wiens (lt. NPO-Studie "Tanz- und Theaterszene in Wien / 2012") werden ca. € 4,7 Mio direkt an Künstlerinnen und Künstler ausbezahlt – also knapp 17% (Jahr 2018). Dieses Geld ergeht in Form von Projektförderungen, 1-, 2-, 4-Jahresförderungen sowie aus Bezirksförderungen an künstlerische Produktionen ohne eigene Spielstätte (u. a. Theater, Tanz, Performance, Kinder- und Jugendtheater sowie Musiktheater). Pro Jahr werden ca. 90 Gruppen gefördert, inklusive Bezirksförderungen werden ca. 130-140 Projekte unterstützt.
    Diese Gelder werden eingesetzt, um Produktionen zu realisieren und alle Beteiligten zu bezahlen. Die Produktionsverantwortung liegt bei den einzelnen Gruppen, sie sind für sämtliche administrativen Anforderungen und für die Bezahlung aller Beteiligten und der gesamten Realisierung verantwortlich.

    Häufig arbeiten diese Künstler_innen in guter und produktiver Kooperation oder Koproduktion mit den Spartenhäusern. Abseits der Eigenproduktionen der Häuser, bei welchen die Mitwirkenden direkt vom Haus beschäftigt werden, sind die Künstler_innen bzw. Gruppen für die Entstehung der Produktionen selbst verantwortlich, d.h. sie tragen das finanzielle Risiko selbst. In manchen Fällen erhalten die Gruppen Koproduktionsgelder (die als Zuschüsse zu den Produktionen zu verstehen sind) bzw. geldwerte Leistungen der Häuser (etwa Proberäume, Technik, Bewerbung etc.), manchmal auch Honorare für Vorstellungen bzw. Einnahmenteilung. Dieses System hat sich über viele Jahre hinweg positiv bewährt und muss selbstverständlich unterstützt werden. Die Institutionen und Spartenhäuser in Wien erhalten hierfür pro Jahr eine Basisförderung von € 13,3 Mio von der Stadt Wien und € 920.000 vom BKA (lt. Presseunterlagen vom 7.10.2019).

    Sehr oft aber arbeiten die Künstler_innen komplett selbständig, realisieren ihre Produktionen unabhängig und suchen sich ihre Aufführungsorte selbst. Die finanzielle und administrative Verantwortung liegt bei den Gruppen selbst.

    Ergänzend zur Vorstellung der Forderungen der Häuser darstellender Künste Pakt Wien vom 7.10.2019, insbesondere zu den dort präsentierten Forderungen nach einem Fair Pay Modell für Mitarbeiter_innen der Häuser, ist es notwendig, den Blick auf die Künstler_innen selbst zu richten. Zum einen müssen die direkten Förderungen für die Künstler_innen selbst aufgestockt werden. Weiters wird es wichtig, die vorhandenen Strukturen für die Freie Szene transparent zu machen und entsprechend der aktuellen und zukünftigen Arbeitsweisen der Künstler_innen zu definieren.

    Angepasst an die Größe und finanzielle Ausstattung der Häuser schlagen wir einen übersichtlichen Informationskatalog vor, der z.B. folgende Fragen beantwortet und auf den Websites der Häuser veröffentlicht wird.

    • Transparenz der eingesetzten Mittel
      Wie hoch ist die jährliche Förderung? Welcher Anteil der Mittel wird auf die Bezahlung von Künstler_innen verwendet? Wie hoch ist der Aufwand für Mieten / Betriebskosten / Struktur am Standort? Wie gestaltet sich das Gehaltsschema an den Häusern - und gibt es ein Schema bzw. Mindestsätze bei der Entlohnung der Künstler_innen? Wie hoch ist der Erfolg bei der Einwerbung von Drittmitteln bzw. Projektgeldern?
    • Transparenz der Aufgaben
      Welche Aufgaben haben die einzelnen Häuser, auch hinsichtlich der Förderung der heimischen Szene? Wie genau kommen sie dieser Verantwortung nach? Was sind Erfolgskriterien? Welche Strategie wird eingesetzt, die Künstler_innen lokal, bundesweit und international sichtbar zu machen? Nach welchen Kriterien werden mit den Künstler_innen Produktionen vereinbart – und wie werden Künstler_innen in ihrer Karriere unterstützt?

    Die Stadt Wien - als mit Abstand größter Fördergeber bzw. Eigentümer – sowie das Bundeskanzleramt/Kunst sollen Klarheit über die eingesetzten Mittel der öffentlichen Hand ermöglichen. Wir schlagen vor, gemeinsam transparente Kriterien zu erarbeiten – gemeinsam mit Fördergebern, Künstler_innen und Vertreter_innen der Spartenhäuser / Strukturen.

    Die IG Freie Theater wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet und vertritt mehr als 1.500 Akteur_innen der freien darstellenden Kunst. Seit 2018 ist sie Gründungsmitglied und Sitz des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste mit Mitgliedern in derzeit 11 Ländern.

    Kontakt bei Rückfragen:
    IG Freie Theaterarbeit
    Ulrike Kuner - Geschäftsführung
    u.kuner@freietheater.at
    01/403 87 94

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  • 11.9.2019 - K(ein) EU Kommissariat für Kultur?

    Die IG Freie Theater als Mitglied des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste äußert anlässlich der soeben vorgestellten EU Kommissarinnen und Kommissare und deren Resorts große Besorgnis, da kein Resort für Kultur mehr vorgesehen ist.

    Kunst, Kultur, kultureller Austausch, Kreativwirtschaft sind ein wichtiger Bestandteil der europäischen Identität und Wertschöpfung. Zusammengenommen generiert dieser Bereich in Europa mehr Arbeitsplätze als die Automobilbranche.

    Kunst und Kultur werden von den Menschen, die in der EU leben, unter den wichtigsten Faktoren genannt, wenn es um die Frage nach einer europäischen Identität geht. Kunst und Kultur definieren immer die wesentlichen Merkmale, um ein positives Bild Europas zu beschreiben.

    Die Akteur_innen der Kultur, der Künste und der Kreativwirtschaft brauchen eine Stimme und eine politische Verantwortung auf europäischer Ebene und innerhalb der Europäischen Kommission.

    Der Europäische Dachverband der Freien Darstellenden Künste fordert eindringlich eine Korrektur in dieser wichtigen Strukturentscheidung und bittet die neue Kommissionspräsidentin zu erläutern, warum die Vorschläge zur Neubesetzung der Kommission derzeit keine Kommissarin/keinen Kommissar für Kultur enthalten.

     

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  • EFFE Awards vergeben

     

    Am 26. September wurden in Brüssel 5 Festivals mit dem EFFE Award 2019 - 2020 ausgezeichnet.
    Darüber hinaus wurde das EFFE Audience Choice Festival gekürt und Frie Leysen (Gründerin des Kunstenfestivaldesarts) sowie Dieter Kosslick (ehemaliger Direktor der Berlinale) erhielten den EFFE Lifetime Award.

    Eine internationale Jury unter dem Vorsitz von Sir Jonathan Mills, ehemaliger Direktor des Edinburgh International Festival, wählte aus 705 Festivals mit EFFE Label 2019 - 2020 folgende Gewinner aus:

    Conrad Festival, Krakau - Polen
    Festival Deltebre Dansa, Deltebre - Spanien
    Førde Traditional and World Music Festival, Førde - Norwegen
    GogolFEST - Multidisciplinary International Festival of Contemporary Art, div. Städte - Ukraine
    Welcome to The Village, Leeuwarden – Niederlande

    Der Publikumspreis ging an das  Varna Summer International Music Festival  in Bulgarien.

    Mehr Informationen dazu hier: festivalfinder.eu/news

    Wir gratulieren herzlich!

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  • 6.9.2019 Berlin: Branchentreff der Freien Darstellenden Künste / Update EAIPA

    6.9.2019 Berlin: Branchentreff der Freien Darstellenden Künste in den Sophiensälen in Berlin.

    Update des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste. Was ist der aktuelle Stand der solidarischen Vernetzung, die Kulturschaffende und ihre regionalen Strukturen stärkt?

    Gerry Woop (Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa) zeichnete in seinem Eingangsstatement ein Bild der Europäischen Kulturpolitik, in welcher Kultur zum einen als ‚Aquakultur‘ vorkommt, andererseits er aber auch Verständnis dafür aufbringt, wenn Künstler_innen und Künstler nicht den sozialen Scherbenhaufen einer neoliberalen Politik mittels künstlerischer Projekte zusammenkleben wollen. Er forderte einen größeren Respekt vor den Leistungen der Künstler_innen und Künstler und nahm gerne die Anregung auf – und mit -, dass in künftigen EU Kulturprogrammen das Wort ‚KUNST‘ wieder Platz findet – und KULTUR nicht zum Anhängsel welcher XXkultur auch immer verkommt.

    In der anschließenden Diskussion, moderiert von Essi Kalima vom Finnland-Institut, berichtete Ulrike Kuner über den Status Quo des Europäischen Dachverbandes der Freien Darstellenden Künste, während Inga Remeta von der Interessensvertretung aus Slowenien sehr interessant ihre Position erläuterte, warum es gerade für Interessenvertretungen aus kleineren Ländern Europas wichtig ist, in einem Europäischen Dachverband Stimme zu haben und dadurch konkrete Inhalte zu adressieren. Der Austausch zeigt auch, dass die Probleme der Freien Szene überall ähnlich gelagert sind – und wir hier gemeinsam eine Stoßrichtung entwickeln müssen.  

    Beteiligte:

    • Inga Remeta (Društvo Asociacija Slovenija)
    • Ulrike Kuner (The European Association Of Independent Performing Arts – EAIPA, IG Freie Theater Österreich)

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  • Musterverträge für Mitglieder ab sofort erhältlich

    Nie waren Musterverträge so hilfreich und nützlich wie heute.
    Mitglieder der IG Freie Theater stellen wir unsere frisch erarbeiteten Musterverträge für den freien darstellenden Bereich kostenlos zur Verfügung. Eine Mitgliedschaft lohnt sich also noch mehr!
    Es gibt: Bühnenarbeitsvertrag, Stückvertrag, Gastvertrag, freier Dienstvertrag, Werkvertrag und viele mehr.

    Weitere Infos zu den Vorteilen einer Mitgliedschaft bei der IG Freie Theater: freietheater.at/about/mitgliedschaft/

     

     

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  • IG Freie Theater GV und neuer Vorstand

    Am 21. Juni fand unsere Generalversammlung statt. Der neue Vorstand wurde gewählt und besteht aus: Inge Gappmaier, Charlotta Ruth, Sara Ostertag, Sabine Reiter, Martin Ojster, Barbara Herold, Veronika Glatzner und Daniela Oberrauch.

    An Claudia Seigmann, Thomas Hinterberger und Katharina Dilena vielen Dank für die Zusammenarbeit.

    Zum Abschluss fand ein Netzwerk-Treffen der Bundeslandsprecher_innen statt.

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  • 29.5.2019 - "Performing Europe" - Präsentation EAIPA - European Association of Independent Performing Arts beim Performing Arts Festival in Berlin

    29.5.2019 – „Performing Europe“ – Präsentation EAIPA – European Association of Independent Performing Arts beim Performing Arts Festival in Berlin

    "Performing Europe" am 29.5.2019 in Berlin / Performing Arts Festival.

    Der Europäische Dachverband der Freien Darstellenden Künste / European Association of Independent Performing Arts erweckt großes Interesse. Im Rahmen des Performing Arts Festival in Berlin sprachen wir am 29.5 lange - und vor über 60 interessierten Zuhörer_innen eines internationalen Fachpublikums - über die Idee zur Gründung, die aktuellen Handlungsfelder von EAIPA, unsere künftige Agenden. Axel Tangerding / BVFDK und meta-theater verfolgte die Idee einer dauerhaften Kooperation der einzelnen Interessenvertretungen in ganz Europa bereits seit mehr als fünf Jahren. Dass es tatsächlich letztes Jahr zur Gründung des Dachverbands kam, ist nicht zuletzt dem großen Engagement der IG Freie Theater zu verdanken. Ulrike Kuner (GF IGFT Österreich) und Stephan Behrmann (GF des BVFDK in Berlin) arbeiteten monatelang an der Ausarbeitung der Statuten; im ständigen Feedbackprozess mit den Gründungsmitgliedern aus bereits 11 europäischen Ländern. Eine wirklich intensive und spannende Arbeit, denn damit wurden die Spielregeln von EAIPA festgeschrieben, sämtliche Player definiert und integriert, alle möglichen Unwägbarkeiten und Herausforderungen mehrmals durchgespielt und Wege aufgezeigt. Wir wissen also sehr genau, was es heißt wenn unser österr. Bundespräsident die "Schönheit und Eleganz der Verfassung" lobt - wir haben das Ganze für die europäische Zusammenarbeit der Interessenvertretungen der freien darstellenden Künstler_innen und Akteur_innen erstellt, und es war eine großartige Zeit und Erfahrung!
    Jetzt geht es weiter, wir haben bereits drei große Projekte realisiert: Die "recommendations" zum neuen Creative Europe Programm, einen sehr spannenden Research zur Förder- und sozialen Situation der freien darstellenden Künste in 8 europäischen Ländern "Introduction to the Independent Performing Arts in Europe. Eight European Performing Arts Structures at a Glance", editiert von Thomas F. Eder, und wir haben an die Kandidaten zur EU-Wahl im Mai 2019 im Vorfeld 10 konkrete Fragen bezüglich ihrer Unterstützung der Freien Darstellenden Künste in allen Mitgliedsländern gestellt. Gerade sammeln wir die Ergebnisse und veröffentlichen sie dann.

    Das Interesse aus ganz Europa ist sehr groß, wir erwarten noch dieses Jahr neue Mitgliedsorganisationen aus Norwegen, Island, Litauen und der Ukraine. Wir bauen unseren Weg hin zu einer vergrößerten Sichtbarkeit der Freien Szene, zu qualitativen und quantitativen Darstellungen der Szene in Europa, zu Zugänglichkeiten zu Fördermitteln auch auf EU-Ebene weiter - und schnell - aus. Keep going!

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  • Dokumentation Symposium Freie Szene – Freie Kunst!

    Am 8./9. April fand auf Initiative der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, und den Interessenvertretungen der österreichischen Kunst- und Kulturszene ein erstes gemeinsames Symposium unter dem Titel FREIE SZENE – FREIE KUNST statt. Fachspezifisch wie auch genreübergreifend wurden Diskussionen zu der strukturell prekären und aktuell brisanten Situation der freien Kunstschaffenden in Österreich geführt. Über 500 Akteur_innen und Interessierte informierten sich über den Status Quo der Szene(n) und leiteten daraus und aus internationalen Best-Practice-Beispielen Möglichkeiten für Wien ab.

    In der Dokumentation finden sich Zusammenfassungen der Redebeiträge und der Ergebnisse der Arbeitsgruppen.

    Die Dokumentation ist hier downloadbar: Freie Szene – Freie Kunst - Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien

    Wir danken allen Mitwirkenden und denen, die dabei waren für Ihre Inputs und ihre Teilnahme!

    Die Initiative wurde getragen durch u. a. IG Kultur Wien, Dachverband der Filmschaffenden, mica - music austria / Initiative der freien Musikszene Wien, IG Bildende Kunst, IG Autorinnen und Autoren, organisiert wurde das Symposium darüber hinaus von der IG Freie Theater.

    Neben dem Referat der Kulturstadträtin waren Ansprechpartner_innen für alle Sparten der MA7 anwesend sowie Vertreter_innen des Bundeskanzleramts/Kunstsektion und Verantwortliche aus den Bundesländern und Gemeinden als Gesprächspartner_innen in den Diskussionsrunden involviert.

    Folgeveranstaltungen sind bereits in Planung, und zu Beginn 2020 setzen wir uns wieder im Rahmen eines Symposiums mit der Problematik von Infrastrukturen/Räumen für die freie Szene auseinander.

     

     

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  • IG Freie Theater blickt auf eine erfolgreiche und aktive Saison 2018/2019 zurück

    Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Künstler_innen der Freien Szene in Österreich verlässliche Unterstützung benötigen, um überleben zu können, aber auch um neue Kunst, neue Theaterformen und Produktionen professionell realisieren zu können.
     
    Die großen Herausforderungen liegen nach wie vor bei der sozialen Absicherung von Künstler_innen. Wir sind dabei, gemeinsam mit der Politik etwa die Einführung von Honoraruntergrenzen auszutesten, belastbare Zahlen und Statistiken für die Szene zu erarbeiten und speisen auch internationale Erfahrungen in die Diskussion mit ein.
     
    Die Gründung des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste und dessen Ansiedlung in Wien zeugen von einem großen Bedarf nach verlässlicher Information über die Szene europaweit, und eine erste Publikation zu dieser Thematik liegt vor.
     
    Wir freuen uns auf die nächste Saison und setzen unseren Weg konsequent fort: in Wien, in Österreich und europaweit. Für Österreichs Schauspieler_innen, Tänzer_innen, Choreograf_innen, Regisseur_innen - und alle, die sonst dabei sind, das Bühnengeschehen bzw. künstlerische Arbeitsweisen neu zu denken und zu machen!

    Von September 2018 bis Ende Juni 2019
    ·       hat das Team der IGFT 983 Personen beraten (=durchschnittlich 98,3 Personen pro Monat)
    ·       in 55 lokalen, nationalen und internationalen Veranstaltungen unser Know-How weitergegeben (=durchschnittlich 1,2 Veranstaltungen pro Woche)
    ·       lag die Frauenquote bei den Beratungen bei über 74%, bei unseren Mitgliedern bei 73%
    ·       Und: Wir hatten das Vergnügen die Arbeit der Freien Darstellenden Kunstszene in Österreich bei 119 Vorstellungen zu sehen! (Stand: 26.6.2019)

    Ausführlich über die Tätigkeiten der IG Freie Theater im Jahr 2018 informiert unser Jahresrückblick, der als PDF hier zu finden ist: http://freietheater.at/wp-content/uploads/2019/07/IGFT_T%C3%A4tigkeitsbericht_2018.pdf

    Das Team der IGFT wünscht einen schönen Sommer!

    Ulrike Kuner
    Julia Kronenberg
    Barbara Stüwe-Eßl

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  • Arts for Health Workshop

    Die PowerPoint-Präsentationen zum Arts for Health Workshop des Bundeskanzleramt am 5.12.2019 von Katherine Taylor, Johanna Vuolasto und Barbara Stüwe-Eßl sind auf der Creative Europe Seite Österreich bereits downloadbar.

     

    Der Bericht wird im Jänner 2020 veröffentlicht. Wir halten euch am Laufenden.
     
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  • 4.11.2018 - European Association of Independent Performing Arts - 1. Präsentation in München / IETM annual meeting

    Am 4.11.2018 erfolgte die offizielle Präsentation der EUROPEAN ASSOCATION OF INDEPENDENT PERFORMING ARTS im Rahmen des ietm- plenary meetings in München.
    Vorgestellt wurde der neu gewählte Gründungsvorstand, aber auch ein erster Vergleich der Förderstrukturen der Freien Szene in 8 europäischen Ländern.

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    Der Europäische Dachverband der Freien Darstellenden Künste / European Association of Independent Performing Arts wurde 2018 gegründet.
    Er vertritt die Interessen der Akteur_innen der Freien Szene auf europäischer Ebene und forciert den kulturpolitischen Austausch durch konkrete Information und Vorschläge.

    Mitglieder sind aktuell Interessensgemeinschaften in Österreich, Bulgarien, Tschechische Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweden und der Schweiz.

    Introduction to the Independent Performing Arts in Europa. Eight European Performing Arts Structures at a Glance. Published by EAIPA, 2018.

    Bilder: Regine Heiland

    Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein Vergleich der (Förder)situation der Freien Darstellenden Künste in acht Ländern Europas erarbeitet, welcher am 4.11.2018 im Rahmen des internationalen Netzwerktreffens IETM Munich in Zusammenarbeit mit dem Festival "Politik im Freien Theater" und der Bundeszentrale für Politische Bildung in München von Thomas F. Eder vorgestellt wurde. Zum ersten Mal wurde damit die Fördersituation in acht Ländern Europas strukturell untersucht und vergleichend dargestellt. Vor allem statistische, finanzielle und soziale Indikatoren - wie  etwa 'Armutsrisiken für Künstler_innen' - fanden in diesem Vergleich Beachtung. Zugleich wurde deutlich, wie schwierig – und lückenhaft - sich die Zahlensituation insgesamt gestaltet. Ein Ansporn für EAIPA, in den kommenden Jahren mit einer fundierten Studie und detailliertem Zahlenmaterial nachzulegen! 

    Für IGFT Mitglieder ab 22.11.2018 kostenlos erhältlich!

    GRÜNDUNGSVORSTAND

    Am Sonntag, 4.11.2018, präsentierten sich die frisch gewählten Vorstandsmitglieder im Rahmen des IETM - International network for contemporary performing arts plenary meetings in München.

    Ulrike Kuner - President (IG Freie Theater, Österreich)
    Kathin Hrusanova - Vice-President (ACT Association, Bulgarien)
    George Remes - Secretary (Association of Independent Theatre, Rumänien).
    Davide D'Antonio - Treasurer (Etre Assoziazione, Italien)
    Axel Tangerding - Communication Manager (BFDK, Deutschland)
    Lena Gustafsson (Teatercentrum, Schweden)
    Nina M. Kohler (t.Theaterschaffende, Schweiz)

    Bilder: Regine Heiland

    Darüber hinaus wurden verschiedene Arbeitsgruppen installiert, die sich mit der Ausarbeitung konkreter Themen beschäftigen. U.a. mit:

    • Regionale Kooperationen in Europa / Regional collaboration in Europe
    • Identifikation von europäischen best-practice Modellen / Identification of best-practice models

    Der Europäische Dachverband hat zum Ziel, die Rahmenbedingungen der darstellenden Einzelkünstler*innen, Künstler*innengruppen, von freien Theatern und anderen künstlerischen Unternehmen sowie von allen mit der Branche verbundenen Berufsgruppen und Infrastrukturen in struktureller, sozialer, rechtlicher, finanzieller, politischer, organisatorischer, künstlerischer und kultureller Hinsicht zu verbessern. Außerdem soll die öffentliche Wahrnehmung der Freien Szene als bestimmende Kraft der Kunstlandschaft in Europa gestärkt sowie die Freien Darstellenden Künste auf europäischer Ebene sichtbarer vertreten werden.
    Derzeit sind elf Länder vertreten, der Ausbau des Dachverbandes wird aktiv vorangetrieben.

    Bilder: Regine Heiland

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  • Expected or Surprising - Theatercentrum Sweden 2019

    Expected or surprising – an analytic tool about norms, inclusiveness and artistic choices in the performing arts. Edited by Teatercentrum Sweden, 2019

    Analytischer Leitfaden: Normen, Diversität und künstlerische Entscheidungen im Theater

    Im Rahmen des Projekts „Friktionskraft“ von Teatercentrum ist ein Hilfsmittel zur Selbstreflektion und künstlerischen Weiterentwicklung entstanden.

    Zwei Fragebögen und Leitfäden – einen für Künstler_innen, einen für Organisator_innen/Produzent_innen – helfen bei der Entwicklung von Stücken und Produktionen durch Selbstreflexion btr. inklusiver Standards und Normen.

     

     

    Organisator_innen und Theaterschaffenden wird mit diesem Tool ein besserer Umgang mit Diversität ermöglicht, indem Normen und Machtstrukturen erkennbar werden. Es soll als Inspiration dienen und kann bei der Planung des Programms, bevor eine bestimmte Performance in Auftrag gegeben wird oder auch nach einer Aufführungsreihe herangezogen werden.

    Die Broschüre (auf englisch) ist hier als pdf zu erhalten: Ensemble // Organizer

    Hier als Beispiel einige Fragen aus dem Tool, die zur Analyse herangezogen werden können:

    Allgemeine Fragen über die Performance:

    • Worum geht es?
    • Wer ist die Zielgruppe?

    Das Produktionsteam (Skript, Choreografie, Maske, Licht etc.):

    • Wie werden die einzelnen Beteiligten nach außen hin präsentiert?
    • Was unterscheidet sie voneinander und was haben sie gemeinsam?

    Das Skript (Worauf basiert das Stück?):

    • Bezieht sich die Performance auf ein neues Skript, einen Klassiker oder wurden andere Materialien als Inspirationsquelle genutzt?
    • Wann und wo wird das Stück aufgeführt?
    • Wie hängt diese Produktion mit Früheren zusammen?

    Die Rollen:

    • Welche Rollen gibt es und welche Charakteristika kennzeichnen sie? (Alter, Nationalität, sexuelle Ausrichtung etc. berücksichtigen)
    • Wem wurde welche Rolle zugeteilt und was sind die Hauptrollen? Plus: Nähere Beleuchtung der Rollen – also zb. Welche Rolle Entscheidungen fällt, sich verliebt, neues lernt etc.
    • Wie äußern sich Gefühle wie Trauer, Wut, Liebe etc. in den unterschiedlichen Rollen?
    • Wie werden die einzelnen Rollen präsentiert? Welche Rolle wird als dumm, attraktiv, lustig, langweilig etc dargestellt?

    Die Performance:

    • Aus welcher Perspektive folgt das Publikum dem Stück? Gibt es einen Erzähler?
    • Wie gehen die einzelnen Schauspieler mit der Bühnensituation um? (Position, Körperhaltung, Requisiten etc.)
    • Wie setzen die Schauspieler ihre Stimme ein? (Lautstärke, Pausen, Dialekt etc.)
    • Wie werden Status und Power auf der Bühne charakterisiert?
    • Mit welchen Mitteln wird die geschlechtliche und sexuelle Identität sichtbar gemacht? (Kostüm, Maske, Körpersprache, Bart, Frisur, Ausdrucksweise etc.)
    • Wird Sexualität gezeichnet? Wenn ja, wie?
    • Wie werden die Charaktere mithilfe von Musik, Ton und Licht untermalt und inwiefern beeinflusst dies das Stück (trägt es zum Verständnis der Charaktere/der Geschichte bei o.a?)

    Das Publikum:

    • Welchen ersten Eindruck hat der Zuseher vom Veranstaltungsort? Auf welche Weise wurden die Zuseher zur Vorstellung geladen? Wird eine Interaktion von ihnen erwartet und wie sind die Reaktionen darauf? Ist das Publikum aufgerufen während der Performance zu sitzen, zu stehen oder sich zu bewegen? Wird vorausgesetzt, dass das Publikum eine bestimmte Sprache versteht, sehen/hören kann bzw still sein kann? Nimmt das Stück auf etwas Bezug, von dem erwartet wird, dass es verstanden wird?
    • Gibt es Charaktere in dem Stück, mit welchen sich die Zuseher identifizieren könnten?
    • Wann und wie endet die Performance?
    • Was geschieht nach der Performance? (Gibt es eine Diskussion, einen Workshop?)

    Die einzelnen Fragen sollen jedoch nicht als strikt und festgelegt betrachtet werden – manche der aufgeführten Fragen werden im Einzelfall vielleicht weniger relevant sein, während die eine oder andere Frage zur Schaffung einer situationsgerechten Methodik ergänzt werden sollte.

     

     

     

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  • Sozialversicherungsbeiträge 2019

    Beiträge, Grenzen, Überblick. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen.

     

    Geringfügigkeitsgrenze 2019: € 446,81 / Monat

    • Bei einer Anstellung unter der GF-Grenze bist du nicht versichert und hast die Möglichkeit einer freiwilligen Selbstversicherung bei der GKK
    • Bei einer Anstellung über der GF-Grenze werden automatisch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen, du bist für diesen Zeitraum kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert!

    Pflichtversicherung SVA 2019 ab einem Gewinn von: € 5.361,72 / Jahr 2019

    • Übersteigt dein Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben = Gewinn) aus selbständiger Tätigkeit im Jahr 2019 den Betrag von € 5.361,72 wirst du pflichtversicherungspflichtig bei der SVA (Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft) für das gesamte Jahr 2019.

    Mindestbeiträge in der Pflichtversicherung der SVA 2019: € 133,47 / Monat

    • Die Beitragshöhe zur SVA liegen bei ca. 28% deines Jahresgewinns
    • Die Mindestbeiträge für ein Jahreseinkommen von € 5.361,72 liegen bei € 133,47 pro Monat

    Maximaler Beitragszuschuss des Künstler-Sozialversicherungsfonds: € 158,- / Monat

    • Der KSVF unterstützt selbständige Künstler_innen mit einem Zuschuss zu ihren Sozialversicherungsbeiträgen. Achtung: Mindest- und Höchstgrenzen beachten!

    Freiwillige Kranken- und Unfallversicherung der SVA (Opting In): € 43,97 / Monat

    • Liegt der Gewinn aus selbständiger Tätigkeit unter € 5.361,72 im Jahr 2019, kannst du dich auf Monatsbasis bei der SVA freiwillig versichern (Opting In). Achtung: Nur Kranken- und Unfallversicherung, keine Pensionsversicherung!

    Selbstversicherung GKK bei geringfügiger Beschäftigung: € 63,07 / Monat

    • Hast du eine GF-Anstellung, kannst du dich bei der GKK für diese Monate freiwillig versichern und genießt eine Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

    Selbstversicherung GKK als Student_in: € 59,57 / Monat

    • Studierst und lebst du in Österreich, kannst du dich bei der GKK für diese Monate freiwillig als Student_in versichern. Achtung: Nur Kranken- und Unfallversicherung, keine Pensionsversicherung!
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  • Erweiterungen der Förderungsmöglichkeiten im Bereich der darstellenden Kunst

    05.12.2018

    Erfreuliche Nachrichten aus dem Bundeskanzleramt: der Beirat für darstellende Kunst hat die Förderungskriterien überarbeitet und ein Infoblatt dazu erstellt.

    Die Neuerungen auf einen Blick:

    • Bühnen, die mindestens drei Neuproduktionen/Jahr planen (statt bisher: 4), können um Jahresprogrammförderung ansuchen.
    • Freie Gruppen, die mindestens zwei Neuproduktionen/Jahr in den Bereichen Theater, Tanz oder Performance planen, können um Jahresprogrammförderung ansuchen.

    Unter Einhaltung der formalen Kriterien können Ansuchen auf Jahresprogrammförderung für das jeweils nächste Kalenderjahr bis spätestens 31. Oktober eingereicht werden.
    Voraussetzung ist unter anderem ein kontinuierlicher Spielbetrieb.
    Detaillierte Angaben zur Jahresprogrammförderung finden Sie unter: kunstkultur.bka.gv.at/Jahresprogrammfoerderung

    • Koproduktionen
      Im Falle von Koproduktionen müssen eine Koproduktionsvereinbarung und eine gemeinsame Kalkulation vorgelegt werden.

    Vereinheitlichung der Einreichtermine ab Februar 2019:

    1. April: Musik, darstellende Kunst, Musiktheater und Festspiele/Festivals
    • Produktions- und Projektkostenzuschüsse (für Produktionen ab der zweiten Jahreshälfte)
    • Festspiele/Festivals, die ab der zweiten Jahreshälfte stattfinden
    1. Oktober: Musik, darstellende Kunst, Musiktheater und Festspiele/Festivals
    • Jahresprogrammförderungen
    • Produktions- und Projektkostenzuschüsse (für Produktionen ab dem nächsten Kalenderjahr)
    • Festspiele/Festivals, die ab dem nächsten Kalenderjahr stattfinden

    Alle Einreichfristen verstehen sich als spätestmögliche Einreichtermine (es gilt der Poststempel).

    • Eine frühzeitige Einreichung empfiehlt sich.
    • Förderungen für bereits begonnene oder schon abgeschlossene Projekte sind nicht möglich.
    • Alle Einreichtermine inklusive jener für Stipendien, Reise-, Tournee- und Fortbildungskostenzuschüsse sind unter kunstkultur.bka.gv.at/einreichfristen zu finden.

    Detaillierte Informationen zu den Förderprogrammen und eine Liste der jeweils erforderlichen Unterlagen finden Sie unter: kunstkultur.bka.gv.at/foerderungen

     

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  • Freie Szene - Freie Kunst Podcast

    Das Symposium Freie Szene - Freie Kunst vom 8. und 9. April 2019 im Gartenbaukino Wien gibt es jetzt für alle auf kulturwoche.at als Podcast zum nachhören. Viel Alles!

    Teil 1

    Teil 2

    Teil 3

    Teil 4

    Foto: Patrick Trotter

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  • Freie Szene – Freie Kunst: Dokumentation jetzt online

    Rechtzeitig als Sommerlektüre erscheint die Dokumentation  Freie Szene – Freie Kunst - Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien.

    Am 8./9. April fand auf Initiative der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, und den Interessenvertretungen der österreichischen Kunst- und Kulturszene ein erstes gemeinsames Symposium unter dem Titel FREIE SZENE – FREIE KUNST statt. Fachspezifisch wie auch genreübergreifend wurden Diskussionen zu der strukturell prekären und aktuell brisanten Situation der freien Kunstschaffenden in Österreich geführt. Über 500 Akteur_innen und Interessierte informierten sich über den Status Quo der Szene(n) und leiteten daraus und aus internationalen Best-Practice-Beispielen Möglichkeiten für Wien ab.

    In der Dokumentation finden sich Zusammenfassungen der Redebeiträge und der Ergebnisse der Arbeitsgruppen.

    Die Dokumentation ist hier downloadbar: Dokumentation Freie Szene – Freie Kunst - Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien

    Die Initiative wurde getragen durch u. a. IG Kultur Wien, Dachverband der Filmschaffenden, mica - music austria / Initiative der freien Musikszene Wien, IG Bildende Kunst, IG Autorinnen und Autoren, organisiert wurde das Symposium darüber hinaus von der IG Freie Theater.

    Neben dem Referat der Kulturstadträtin waren Ansprechpartner_innen für alle Sparten der MA7 anwesend sowie Vertreter_innen des Bundeskanzleramts/Kunstsektion und Verantwortliche aus den Bundesländern und Gemeinden als Gesprächspartner_innen in den Diskussionsrunden involviert.

    Folgeveranstaltungen sind bereits in Planung, und zu Beginn 2020 setzen wir uns wieder im Rahmen eines Symposiums mit der Problematik von Infrastrukturen/Räumen für die freie Szene auseinander.

     

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  • Kunst und Kultur: Unser Koalitionsprogramm

    Pressekonferenz Kulturrat Österreich/Allianz von 75 Organisationen aus dem Kunst- und Kulturprogramm, 28.10.2019

    Am 28.10.2019 präsentierte eine von 75 Organisationen aus dem Kunst- und Kulturbereich getragene Allianz im Vorfeld der Regierungsbildung dringende kulturpolitische Notwendigkeiten im Kunst- und Kulturbereich. Angesichts der anstehenden Regierungsverhandlungen stellen die österreichischen Kunst- und Kultur-Interessensvertretungen ihr Koalitionsprogramm vor.

    Es enthält die Mindestanforderungen an das Kunst- und Kulturprogramm der Regierung für die nächsten fünf Jahre und beruht auf 4 Grundsätzen:

    – verlässliche Rahmenbedingungen für Kunst- und Kulturschaffende

    – Kunst und Kultur als Mittel der Auseinandersetzung und Verständigung

    – gleichberechtigter Umgang mit allen Beteiligten

    – offene Zugänge und Teilnahme für alle

    1. Wir fordern:
      Ein eigenständiges Bundesministerium für Kunst, Kultur und Medien inklusive Auslandskultur und Urheber_innenrecht.
    2. Einrichtung einer ständigen Arbeitsplattform zwischen den Ressort-Verantwortlichen für Kunst, Kultur und Medien und der Kunst- und Kulturszene mit mindestens vier Terminen im Jahr.
    3. Förderungsoffensive für Kunst und Kultur. Fokus auf die Kunst- und Kulturschaffenden, die Kunst- und Kulturinitiativen und ihre Interessenvertretungen.
    4. Jährliche Valorisierung der Kunst- und Kulturförderungsmittel und der Kunst- und Kulturförderungen.
    5. Besetzung von Beiräten und Jurys ausschließlich nach sachlich-inhaltlichen Gesichtspunkten mit Einspruchsmöglichkeit der Interessenvertretungen.
    6. Mehrjährige Förderverträge für alle Einrichtungen, deren Tätigkeit sich über ein Kalenderjahr erstreckt.
    7. Kostenwahrheit bei Förderhöhen durch Einhaltung sozialer und wirtschaftlicher Mindeststandards für Künstler_innen sowie Kulturarbeiter_innen (Fairpay).
    8. Durchgängige und durchlässige kulturelle und künstlerische Bildung vom Kindergarten bis zur universitären Ausbildung.
    9. Grundlegende Verbesserung der sozialen Absicherung von Kunst- und Kulturschaffenden und Reform des Künstler_innen-Sozialversicherungsfonds.
    10. Schaffung eines Urheber_innen-Vertragsrechts inklusive Gesamtvertragsfähigkeit für Berufsvereinigungen. Faire Vergütung von Urheber_innen und ausübenden Künstler_innen.
    11. Sicherung der Medienfreiheit und -vielfalt, insbesondere der Unabhängigkeit des ORF, des öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Kulturauftrags und des nichtkommerziellen Mediensektors.
    12. Einhaltung internationaler Verpflichtungen, insbesondere bei der Umsetzung von UNESCO-Konventionen in nationales und EU-Recht, auch gegenüber Kunst- und Kulturschaffenden aus Drittstaaten.

    Unterstützende Verbände und Einrichtungen des Kunst- und Kultursektors 
    (in alphabet. Reihenfolge): 

    AIEP Austria, Plattform österreichischer Kriminalschriftstellerinnen und -schriftsteller
    Alte Schmiede/Kunstverein Wien
    Anno Literatur Sonntag
    ASSITEJ Austria
    Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung Österreich
    ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler/innen Österreichs, Sektion Steiermark
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Landesverband Kärnten
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Landesverband für Wien, Niederösterreich, Burgenland
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Zentralverband
    BÖS – Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen
    BÖIA – Bund Österreichischer Innenarchitekten
    Crossing Europe Film Festival Linz
    Dachverband der österreichischen Filmschaffenden
    Dachverband Salzburger Kulturstätten
    Das Andere Theater - IG Freie Theater
    Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur
    Drehbuchverband Austria
    edition exil, verein exil
    Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater
    Festival der Regionen
    Forum österreichischer Filmfestivals
    Forum Stadtpark
    Freies Radio Innsbruck FREIRAD
    Galerie St. Barbara – musik+ / OSTERFESTIVAL TIROL
    Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler, Künstlerhaus
    IG Autorinnen Autoren
    IG Bildende Kunst
    IG Freie Theaterarbeit
    IG Kultur Burgenland
    IG Kultur Österreich
    IG Kultur Steiermark
    IG Kultur Vorarlberg
    IG Kultur Wien
    IG KiKK – Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška
    IG Theater Tanz Performance Kärnten Koroška
    IG Übersetzerinnen Übersetzer
    IG World Music Austria
    Interessengemeinschaft österreichischer Dokumentarfilm, dok.at
    Kärntner SchriftstellerInnenverband – KSV
    Kulturforum Bad Radkersburg
    Kulturrat Österreich
    KUPF – Kulturplattform Oberösterreich
    Literatur Vorarlberg
    Literaturhaus am Inn
    Literaturhaus Salzburg
    Literaturhaus Wien
    Mödlinger Künstlerbund
    Ö.D.A. – Österreichische DialektautorInnen
    Österreichischer Blasmusikverband
    Österreichischer Komponistenbund
    Österreichischer Musikrat
    Österreichischer PEN-Club
    Österreichischer Regieverband, ADA
    Österreichischer Schriftsteller/innenverband
    Österreichischer Verband Filmschnitt, AEA
    PAKT Wien
    PODIUM Literaturkreis Schloss Neulengbach
    radio AGORA 105 I 5
    Radio ORANGE 94.0
    Robert Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv
    Schule für Dichtung in Wien - fsd
    TKI – Tiroler Kulturinitiativen
    Theater am Saumarkt
    Unabhängiges Literaturhaus NÖ
    Verband Filmregie Österreich
    Verband Freier Radios Österreich
    Verband Österreichischer FilmschauspielerInnen
    Verband Österreichischer Kameraleute, aac
    Verband Österreichischer SounddesignerInnen, VOESD
    Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und MusikproduzentInnen Österreich
    Verein Tschecho-Slowakisch-Österreichisches Kontaktforum
    Vereinigung der FilmmaskenbildnerInnen, VFMÖ
    Wiener Wortstaetten

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    • Infoveranstaltung: DSCHUNGEL WIEN – Das Theaterhaus für junges Publikum
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