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Unterstützungs Aufruf: „Verantwortlich für Kultur – Das Wiener Weltkulturerbe muss bleiben!“

Wir ersuchen um namentliche Unterstützung des nachstehenden Aufrufs zur Erhaltung des Wiener Weltkulturerbes und um seine Weiterleitung an mögliche weitere Unterstützer/innen. Der Aufruf richtet sich an die wahlwerbenden Parteien, die jetzige und künftige österreichische Bundesregierung und an die jetzige und künftige Wiener Stadtregierung.


Herzliche Grüße

Gerhard Ruiss



A u f r u f


Aufforderung an die Stadt Wien und an die jetzige und kommende österreichische Regierung:


Verantwortlich für Kultur – Das Wiener Weltkulturerbe muss bleiben!


Noch für jede österreichische Regierung nach 1945 war Österreich eine „Kulturnation“, für die Regierung der ersten österreichischen EU-Präsidentschaft 1998 sogar eine „Weltkulturnation“. Eine kulturelle Großveranstaltung in Wien am Beginn der Präsidentschaft und eine Publikumsdiskussion mit den Kulturministern und Kulturministerinnen aller EU-Mitgliedsstaaten in Linz sollten das unterstreichen. Auch bei seinem zweiten EU-Vorsitz 2006 präsentierte sich Österreich als, so eine auch sonst gerne gebrauchte Bezeichnung, „Kulturgroßmacht“. Am letzten Tag seiner Präsidentschaft verabschiedete sich Österreich aus Schloss Schönbrunn mit dem „Konzert für Europa“ der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Plácido Domingo. 


Die dritte EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 kündigt sich unter vollkommen anderen Vorzeichen an. Wien wurde im Juli dieses Jahres auf Grund eines zu hoch geplanten Hotelneubaus am Heumarkt in der Wiener Innenstadt von der UNESCO auf die Rote Liste der gefährdeten Weltkulturerbe-Stätten gesetzt. Erfolgt keine Reduktion auf die Höhe der umliegenden Gebäude, wird Wien 2018 der Status des Weltkulturerbes für seine Innenstadt aberkannt. 2018 begeht die EU das „Europäische Kulturerbe-Jahr“, Österreich würde als Land der EU-Präsidentschaft die Aberkennung des Wiener Weltkulturerbe-Prädikats als Beitrag dazu „leisten“. 


Es ist unerträglich, den kulturellen Ruf Wiens und Österreichs wegen eines einzigen Hotelhochhausprojektes zu verspielen. Es ist unerträglich, dass einem Hotelhochhausneubau größere materielle und ideelle Bedeutung beigemessen werden könnte als dem kulturellen Erbe Wiens und Österreichs. Die Zeit drängt. Bis 1. Februar 2018 kann Wien seine Erhaltungsmaßnahmen für das Wiener Weltkulturerbe der UNESCO bekanntgeben. Wir können nicht abwarten, ob Wien zur Erhaltung seines Weltkulturerbes mehr unternimmt als bisher. Wir können nicht warten, bis sich eine neue österreichische Regierung nach der Nationalratswahl vom 15. Oktober 2017 gebildet hat und sich der Angelegenheit annimmt. 


Wir fordern Wien auf, von sich aus aktiv zu werden. Wir fordern die jetzige Regierung und die wahlwerbenden Parteien dazu auf, sich umgehend mit Wien ins Einvernehmen zu setzen und zu bewegen, den drohenden Schaden durch eine Einigung mit der UNESCO von Wien und Österreich abzuwenden. Wir fordern die künftige Regierung dazu auf, sich von Anbeginn an weiter dafür zu verwenden, dass Wien seinen Weltkulturerbe-Status für seine historische Wiener Innenstadt behält.


Unterstützungserklärung bitte per Mail an GErhard Ruiss, gr@literaturhaus.at