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Stellungnahme des IG Freie Theater Vorstands zur Umstellung der IG Netz Richtlinien

Januar 2017

 

Das IG-Netz war vom Bundeskanzleramt (damals noch Kulturministerium) und der IGFT von Anfang an als Instrument für Zuschüsse zu Anstellungen geplant, um jene Gruppen zu unterstützen, die aufgrund des Schauspielergesetzes ihr künstlerisches Personal anstellen müssen.

Für alle, die zu dieser Zeit (1991) frei arbeiteten, gab es bei der Gebietskrankenkasse die Option, sich freiwillig weiter zu versichern. Der IG ist es damals gelungen, Zuschüsse für diese "Freien" aus dem IG Netz zu sichern.

 

Die Neustrukturierung der österreichischen Sozialversicherungsarchitektur im Jahr 2000 definierte selbständig arbeitende KünstlerInnen als eine besondere Gruppe Neuer Selbständiger und schrieb ihnen bei Erreichen einer bestimmten Einkommensmindestgrenze eine neuartige Pflichtversicherung vor – die der Gewerblichen Wirtschaft bei der SVA.

Anders als bei UnternehmerInnen anderer Branchen verdienen überwiegend Dritte an der Verwertung von Kunst. Die KünstlerInnen selbst leben prekär. Daher wurde zum strukturellen Ausgleich der verminderten Einnahmen gegenüber „normalen“ selbständigen UnternehmerInnen der Künstlersozialversicherungsfonds geschaffen – , kurz KSVF.

 

In den ersten Jahren (2001 - 2008) wurde vom KSVF nur Zuschuss zu den Pensionsversicherungsbeiträgen gewährt, nicht aber zur Krankenversicherung. Der IGFT ist es damals gelungen, den Zuschuss für Selbständige zur Krankenversicherung aus dem IG-Netz zu erhalten - der Zuschuss zur Pensionsversicherung wurde natürlich gestrichen.

 

Ab dem Jahr 2008 werden vom KSVF auch Zuschüsse zu Kranken- und Unfallversicherungsbeiträgen gewährt. Der IG-Zuschuss zur Krankenversicherung konnte weiterhin für Personen aufrecht erhalten werden, die allein mit der Pensionsversicherung den Zuschuss des KSVF voll ausschöpften.

 

Alle IGs haben sich in zähen Verhandlungen über die Jahre dafür eingesetzt, dass der Zuschuss des KSVF erhöht wird - in 16 Jahren hat er sich fast verdoppelt.

 

http://www.ksvf.at/hoehe-des-zuschusses.html

 

Vor dem Hintergrund, dass selbstständige KünstlerInnen sowohl aus dem Künstlersozialversicherungs-Fonds und aus dem IG-Netz einen Zuschuss zur Krankenversicherung bekommen und das eine klassische Doppelförderung bedeutet, die keiner Rechnungshofprüfung standhalten würde, haben wir 2014 zugestimmt, dass das IG-Netz zukünftig nur mehr Zuschüsse zu Anstellungen gewährt.

Hierbei ist auch zu beachten, dass der Zuschuss für Anstellungen 2001 auf 180€ pro Monat bzw. 2.160€ pro Jahr begrenzt wurde und seit 2001 nicht erhöht wurde.

 

Wir konnten für die neuen IG-Netz Richtlinien eine Übergangszeit von 2,5 Jahren verhandeln - weiters eine Erhöhung des maximalen Zuschusses auf 200€ pro Monat für Anstellungen.

 

Soviel zum Hintergrund, dass die Selbstständigen in Zukunft aus dem IG-Netz rausfallen. Wir haben das auch seit Sommer 2014 immer wieder kommuniziert.

 

Wir kämpfen aber auf jeden Fall weiter, sowohl um die Erhöhung des KSVF Zuschusses, als auch um eine weitere Erhöhung des Zuschusses für Anstellungen.