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FREIE SZENE – FREIE KUNST, 8. & 9. April 2019

Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen für Wien

Pressemeldung, 9.4.2019

Am 8./9. April fand auf Initiative der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, und den Interessenvertretungen der österreichischen Kunst- und Kulturszene ein erstes gemeinsames Symposium unter dem Titel FREIE SZENE – FREIE KUNST statt. Fachspezifisch wie auch genreübergreifend wurden Diskussionen zu der strukturell prekären und aktuell brisanten Situation der freien Kunstschaffenden in Österreich geführt. Vor allem Aspekte der öffentlichen Wahrnehmung und Anerkennung kultureller/künstlerischer Arbeit, des Fair Pay und der sozialen Absicherung wurden angesprochen.

Symposium Freie Szene - Freie Kunst Foto:

Aber auch internationale Vergleiche wurden gezogen dank Beiträgen des Netzwerks freier Berliner Projekträume und –initiativen, des BBK – Berliner Bildende Künstler_innen und des BFDK - Bundesverband Freie Darstellende Künste Deutschland. Gemeinsamkeiten und Differenzen auf struktureller Ebene im gesamten europäischen Raum wurden überdies von Johannes Studinger, dem Vorsitzenden des weltweiten Gewerkschaftsbundes des Medien- und Unterhaltungssektors UNI MEI, in ein Verhältnis gesetzt.

Autorin und Schauspielerin Anna Mendelssohn, der Wiener Beschwerdechor und ein Film unter dem Titel "A Portrait of the Artist as a Worker" von Ina Wudtke näherten sich derweil künstlerisch Thematiken wie der akuten Armutsgefährdung von Künstler_innen an, während sich die Key-Note von Bojana Kunst, Professorin für angewandte Theaterwissenschaft an der Universität Gießen, konkret mit dem infrastrukturellen Verständnis des/der Künstler_in als Arbeiter_in auseinandersetzte.

Foto: eSeL

Die Initiative wurde getragen durch u. a. IG Kultur Wien, Dachverband der Filmschaffenden, mica - music austria / Initiative der freien Musikszene Wien, IG Bildende Kunst, IG Autorinnen und Autoren, organisiert wurde das Symposium darüber hinaus von der IG Freie Theater.

Neben dem Referat der Kulturstadträtin waren Ansprechpartner_innen für alle Sparten der MA7 anwesend sowie Vertreter_innen des Bundeskanzleramts/Kunstsektion und Verantwortliche aus den Bundesländern und Gemeinden als Gesprächspartner_innen in den Diskussionsrunden involviert.

Foto: eSeL

Eine Reihe von Folgeveranstaltungen ist bereits in Planung und im Herbst 2019 soll sich ein nächstes Symposium mit der Problematik von Infrastrukturen/Räumen für die freie Szene auseinandersetzen.

„Die soziale Absicherung von Künstler_innen ist ein Politikum.
Was wir in diesen zwei Tagen erfahren haben ist wie wichtig es ist, Allianzen zu bilden. Unsere Kolleg_innen und Beispiele – u. a. aus Berlin – haben uns bestätigt, dass eine gemeinsame Vorgehensweise und gemeinsam formulierte Anliegen zielführend sind. Die Freie Szene macht tolle Kunst und Kulturarbeit, die Zuschauerzahlen stehen denen der institutionalisierten Häuser nicht nach – und benötigt endlich auch entsprechende soziale Absicherungen. Wir gehen gestärkt in den Austausch mit den Fördergeber_innen und Veranstalter_innen und arbeiten bereits gemeinsam mit allen im Feld Beteiligten sehr konkret an Themen. Z.B. werden Honoraruntergrenzen in allen Sparten gefordert, entsprechend ist Transparenz bei Kalkulationen und Vergaben notwendig. Aber auch Arbeitsformate wie künstlerischer Research, Projektentwicklung, Zeit für Format- und Contententwicklungen (Komposition, Drehbuch, dramaturgische Konzeptentwicklung ...) müssen künftig förderungswürdig sein.“

Ulrike Kuner, Geschäftsführung IG Freie Theater.

Foto: eSeL

Fotocredit: (c) eSeL.at - Lorenz Seidler

 

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