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  • Staying alive - Meine Rechte als Künstler_in Teil 5: Sozialversicherungen

    Die fünfte Informationsveranstaltung unserer Reihe Staying alive - Meine Rechte als KünstlerIn vollzog sich am späten Nachmittag des 10.12.19 im Theater Drachengasse. Last but not least standen die Sozialversicherungen im Zentrum der Diskussion. Was ist alles in der Sozialversicherung enthalten? Wer zahlt was und wie steht es mit meiner Sozialversicherung, wenn ich in mehreren Ländern beruflich tätig bin? Angela Vadori, Expertin auf dem Gebiet, führte uns in die Thematik ein, wies uns auf Problematiken und Schwierigkeiten hin und beantwortete alle brennenden Fragen.

    Zu beachten in dieser Hinsicht ist in erster Linie der Arbeitsvertrag, da der Umgang mit der Sozialversicherung damit zusammenhängt. Befindet man sich in einem angestellten Verhältnis übernehmen die ArbeitgeberInnen die anfallenden Kosten. Diese zahlen für die ArbeitnehmerInnen in den Topf der Sozialversicherungen ein. Da man als KünstlerIn oftmals mehrere diverse unregelmäßige Beschäftigungen nachgeht, gelten die meisten als selbstständige Personen. Demnach muss auch das Prozedere um die Sozialversicherungen eigenständig erbracht werden. 

    Die gestrige Ausführung diesbezüglich wird in den kommenden Tagen von Jutta Steiner in dem Blog ergänzt. 

    Vielen Dank für das Einbringen der anwesenden Gäste und die vielen gestellten Fragen, die wiederum gezeigt haben, wie wichtig es ist, sich zu vernetzen und sich auszutauschen. Am 19.12.2019 laden wir euch alle nochmal herzlich ein zu einer Feedbackrunde.

    Gemeinsam wollen wir alle übrig gebliebenen Bananen und Solletti verspeisen und uns bei Tee oder Kaffee über das Gelernte und eure Erfahrungen austauschen, networken und den Jahresausklang feiern.
    Wir freuen uns!

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  • Einschränkungen der freien Szene in Ungarn

    In Ungarn wurde gestern 09.12.2019 ein Gesetzesentwurf von Premier Viktor Orban veröffentlicht, der starke Maßnahmen sowie gravierende Eingriffe für die Unabhängigkeit der freien Szene bedeutet. Zu den geplanten Gesetzesänderungen gehören neben der Streichung des National Cultural Fund, der die meisten Produktionen und Theater finanziert, die Übertragung der Bestellung von Direktor_innen der Theater an die Minister. Förderungen werden genauso an personelle Entscheidungen geknüpft.

    In der Budapester Innenstadt demonstrierten gestern Tausende gegen diese rechtsnationale Regierung und für die Autonomie der Theater. Laut orf.at nahmen zahlreiche namhafte KünstlerInnen und Theaterschaffende bei den Protesten Stellung.

    Eine Petition ist im Umlauf. Unterstützung und Solidarität für die KollegInnen in Ungarn:

    terjed.ahang.hu

    Translation:

    Name
    First name
    Email address
    Postal code (in Hungary): 1088 

    Am Mittwoch wurde schließlich ein Gesetz beschlossen, in dem ein neu zu schaffender Nationaler Kulturrat, die „strategische Lenkung der Kultur durch die Regierung“ begünstigt. Mehr Macht und Kontrolle von Seiten der Politik ist die Konsequenz davon. Während bisher die Personalentscheidung von den Kommunen getroffen wurde, werden zukünftig Minister die Bestellung von Intendanten der Stadttheater beschließen, die Förderungen vom Stadt bekommen sollen. Als Hintergrund auf den Angriff des Kulturbetriebs in Ungarn wird vielfach die Niederlage der Kommunalwahlen im Herbst genannt. Viktor Orbans Fidesz-Partei hatte Budapest und zehn weitere Städte an die Opposition verloren.

    08.12.19 "Einheitliche Lenkung" für Ungarn: derstandard

    09.12.19 ORF: orf.at

    10.12.19 Aufruf von "Die vielen": mailchi.mp

    10.12.19 derstandard: www.derstandard.at

    11.12.19 WienerZeitung: Ungarn verabschiedet umstrittenes 'Theatergesetz'

    11.12.19 kurier.at

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  • STAYING ALIVE – MEINE RECHTE ALS KÜNSTLER_IN TEIL 4: STEUER

    Bereits zum vierten Mal fand am 02.12.2019 im WUK Foyer die Veranstaltungsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in statt. Im Vortrag zum Thema STEUER lautete die Parole der selbstständigen Steuerberaterin Barbara Müller: „Oje die Steuer! – Alles halb so schlimm! Information hilft…Und ein guter Steuerberater auch!“. Sie gab am vergangenen Montag einen Überblick zu den verschiedenen Steuern, die für Künstler_innen im Angestelltenverhältnis, als selbstständig Tätige oder im Ausland arbeitend anfallen können und verriet den Besucher_innen den ein oder anderen Trick für die Steuererklärung.

    Nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) sind natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, einkommensteuerpflichtig.

    In einem Angestelltenverhältnis spricht man von der Lohnsteuer (LSt). Die LSt wird monatlich von der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber vom Bruttoeinkommen der Dienstnehmer_innen abgezogen und für sie an das Finanzamt (FA) abgeführt. Zusätzliche Einkünfte bis zu 730€ im Jahr sind steuerfrei und müssen dem FA nicht bekannt gegeben werden. Am Jahresende machen die Beschäftigten gemeinsam mit einer Steuerberaterin/einem Steuerberater oder selbstständig über die Plattform FinanzOnline (FON) eine Arbeitnehmerveranlagung (ANV=Steuerausgleich). In das Formular „L1“ bzw. über FON werden die Ausgaben, die sogenannten Werbungskosten eingetragen. Darunter fallen Aus- und Fortbildungskosten, Reisekosten (gilt nicht für Fahrten zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz), EDV-Hardware, Agentenprovisionen, Pendlerpauschale oder Eintrittsgelder für kulturelle Veranstaltungen, die direkt mit einer künstlerischen Tätigkeit in Verbindung stehen (siehe Links „ABC der Werbungskosten“ und „Pendlerrechner“).

    Für Künstler_innen, die nur wenige Ausgaben haben, gibt es die Werbungskostenpauschale, die 5% ihres Bruttogehaltes, max. aber 2.628€ beträgt. Im Zuge der ANV wird eine Vorberechnung angestellt, die zeigt, ob unterjährig zu viel oder zu wenig Lohnsteuer abgeführt wurde. An dieser bemisst sich, ob den Dienstnehmer_innen vom FA ein Guthaben zurückbezahlt wird oder ob sie Nachzahlungen leisten müssen. Die ANV kann fünf Jahre rückwirkend abgegeben werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist laut Barbara Müller im März, da Arbeitgeber_innen bis zum 28. bzw. 29. Februar Zeit haben, die Lohnzettel ihrer Angestellten an das FA zu übermitteln. Unter bestimmten Voraussetzungen, wenn Arbeitnehmer_innen bereits vom FA veranlagt wurden, wird ihnen eine antragslose ANV per Brief zugesendet. Stimmen sie dieser zu, erhalten sie den vom FA berechneten Gewinn, können aber darüber hinaus noch eine eigene ANV mit all ihren Ausgaben abgeben. Der Bescheid wird dann neu veranlagt, das bereits ausbezahlte Guthaben angerechnet und im günstigsten Fall erhalten sie noch einen zusätzlichen Gewinn ausbezahlt.

    Selbstständig Tätige müssen sich mit Beginn ihrer Selbstständigkeit binnen eines Monats bei der SVA und dem Wohnfinanzamt (Formular Verf24) melden, um eine Steuernummer zu erhalten. Sie bezahlen eine Einkommensteuer (ESt) an das Finanzamt, die auf Basis ihres Einkommens (=Einnahmen abzgl. aller Betriebsausgaben) nach einem „Staffeltarif“ berechnet wird (siehe Link „Steuertarif“). Zusätzliche Einnahmen aus einem Angestelltenverhältnis fließen mit den selbstständigen Einkünften zusammen, aus denen eine Gesamteinkommenssteuer errechnet wird. Versteuert wird das sogenannte Welteinkommen, also Einnahmen innerhalb eines Kalenderjahres (=Wirtschaftsjahr) im In- und Ausland. Die Einnahmen, respektive der Gewinn oder der Überschuss, müssen selbst berechnet werden. Dafür gibt es drei Methoden:

    • Die Pauschalisierung ist die einfachste Art und Weise, um einen Gewinn zu ermitteln und empfiehlt sich für Selbstständige, die kaum Ausgaben haben. Der Gewinn bemisst sich aus der Summe der Einnahmen innerhalb eines Wirtschaftsjahres, abzüglich der 12% die bei Künstler_innen als Ersatz für sämtliche Betriebskosten abgezogen werden. Darüber hinaus können noch Pflichtversicherungsbeiträge, Löhne von Mitarbeiter_innen, Vertretungshonorare und Steuerberatungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

    • Für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ausschließlich jene Einnahmen relevant, die innerhalb eines Wirtschaftsjahres tatsächlich eingenommen, d.h. auf ihr Bankkonto überwiesen oder bar ausbezahlt wurden. Entscheidend ist hier nicht das Rechnungsdatum, sondern das Zahlungsdatum, also der Zahlungsfluss. Die Belege müssen sieben Jahre aufbewahrt werden. Gleiches gilt für die Betriebsausgaben. Diese entsprechen den Werbungskosten von Angestellten, allerdings können Selbstständige noch mehr abschreiben lassen als diese. Sie dürfen Kilometergeld für die Fahrt von zuhause bis zu ihrem Tätigkeitsort und bei Firmenautos auch KFZ-Kosten steuerlich geltend machen. Unter Betriebskosten fallen auch Ausgaben für Werbung, Bewirtungsspesen für eine Geschäftsanbahnung oder die Miet- und Betriebskosten ihres Büros (siehe Link „Betriebskosten und nichtabzugsfähige Ausgaben). Barbara Müller empfahl, ein Excel File für die Spesenverteilung anzulegen und dort die Einnahmen und Ausgaben, durchnummeriert oder chronologisch nach Zahlungsdatum und Kategorien (Reisekosten, Arbeitsmaterial etc.) einzutragen. Von dem errechneten Gewinn wird Selbstständigen zudem als „Steuerzuckerl“ ein investitionsbedingter Freibetrag (Gewinnfreibetrag) in der Höhe von 13% abgezogen.

    • Eine Bilanzierung wird nur von größeren Unternehmen gemacht, die mehr als 100.000€ Umsatz im Jahr verzeichnen können .

    Hat man im selbstständigen Bereich einen Gewinn von über 11.000€ im Jahr (die ersten 11.000€ sind steuerfrei), dann berechnet das FA sogenannte Einkommensteuervorauszahlungen, die vierteljährlich an das FA übermittelt werden müssen. Diese Vorauszahlungen können per Antrag bis zum 30.09. des laufenden Jahres angepasst werden. Selbstständige, die mithilfe einer Prognoserechnung beweisen können, dass ihr Umsatz nicht mehr als 11.000€ jährlich betragen wird, haben die Möglichkeit diese auf Null herabsetzen zu lassen. Einmal jährlich reichen Selbstständige ihre Einkommensteuererklärung (Formular E1) ein. Die Vorauszahlungen werden dann vom FA angerechnet und gegebenenfalls wird zu viel einbezahltes Geld zurücküberwiesen. Es kann aber auch zu Nachzahlungen kommen. Gegen diese können binnen eines Monates nach dem Erhalt des Bescheides Rechtsmittel ergriffen werden, bzw. haben Selbstständige die Möglichkeit einen Antrag auf Stundung oder Ratenzahlung zu stellen. Das abgeschlossene Jahr dient als Grundlage für die Berechnung des nächsten.

    Im betrieblichen Bereich müssen Selbstständige zusätzlich eine Umsatzsteuer (USt), umgangssprachlich auch Mehrwertsteuer (MwSt) genannt, entrichten. Die Bemessungsgrundlage ist der Netto-Verkaufspreis bzw. das Netto-Honorar. Für Künstler_innen gilt der besondere Steuersatz von 13%. Ein Beispiel: Bei einer vereinbarten Nettogage von 100€ müssen sie 13% mehr verrechnen, also 13€ aufschlagen und diese 13€ an das FA abführen. Im unternehmerischen Bereich ist die USt allerdings ein Durchlaufposten und kein Kostenfaktor. Angenommen Produzent A verkauft eine Ware an Händler B um 60€ (=50€ Warenwert + 20% USt), so muss Produzent A 10€ an das FA übermitteln, die Händler B sich wieder vom FA zurückholen kann. Die Abrechnung mit dem FA erfolgt monatlich bzw. quartalsweise (wenn Umsatz < 100.000€). Die Frist für die Zahlung beträgt einen Monat und 15 Tage nach Ablauf des Monats bzw. Quartals. Solange der Umsatz (nicht der Gewinn!) unter 30.000€ pro Jahr liegt (ab 2020 35.000€), fallen Selbstständige in die Kleinunternehmerregelung und haben Anspruch auf Befreiung von der USt-Pflicht. Nicht immer ist diese Befreiung für Selbstständige jedoch günstig. Sind ihre Auftraggeber_innen nicht umsatzsteuerpflichtig (Privatpersonen, Vereine), können Künstler_innen zwar weniger Honorar verlangen und müssen keine USt an das FA abführen, allerdings ist der Vorsteuerabzug bei Ausgaben untersagt. Gerade wenn Unternehmer_innen am Anfang viele Investitionen tätigen, kann es von Vorteil sein, freiwillig in die Umsatzsteuerpflicht zu optieren (Formular U12) und eine UID-Nummer (Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer) zu beantragen. So können Ausgaben abgeschrieben werden und die USt ist bei umsatzsteuerpflichtigen Auftraggeber_innen kein Kostenfaktor. Zu beachten gilt, dass die freiwillige Umsatzsteuerpflicht für fünf volle Kalenderjahre gilt!

    Barbara Müller klärte die Besucher_innen auch über den Sonderfall der Doppelbesteuerung auf und wie dieser entgegengewirkt werden kann. Treten in Österreich steuerpflichtige Künstler_innen im Ausland, etwa in Deutschland auf, so ziehen die deutschen Arbeitgeber_innen rechtmäßig eine Quellensteuer von 15% und einen Solidaritätszuschlag von 5.5% von ihrer Gage ab. Damit es nicht zu einer vollen Doppelbesteuerung kommt, denn auch das österreichische FA besteuert das Welteinkommen einer Künstlerin/eines Künstlers, gibt es das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBAs). Dieses regelt, wie das Inland mit der Auslandsbesteuerung umgeht und kennt dabei zwei Methoden:

    Die Anrechnungsmethode (KZ 395+396): Das österreichische FA berechnet auf Grundlage des Welteinkommens und den Einnahmen aus Deutschland die ESt. Die Steuern, die bereits im Ausland abgeführt wurden, werden im Inland bis zu einer gewissen Höhe angerechnet. Häufiger wird jedoch die Befreiungsmethode (KZ 440) angewendet. Künstler_innen können vorbeugend einen Antrag auf Freistellung bzw. Erstattung der Besteuerung im Ausland stellen (Antrag nach §50d deEStG). Die Befreiungsbescheinigung bewirkt, das Künstler_innen vom Steuerabzug in Deutschland ausgenommen werden. Da die Bearbeitungsdauer 2-3 Wochen dauern kann und die Formulare noch vor Erhalt des Honorars genehmigt sein müssen, sollten sie sich so früh wie möglich um diesen Bescheid kümmern. Dem österr. FA müssen sowohl in- als auch ausländische Einkünfte gemeldet werden (Formular E1, Punkt 21 „ausländische Einkünfte“). Auf Basis beider (!) Einkommen wird die Progression (Steuerstufe) ermittelt. Der Steuersatz wird allerdings nur auf das österreichische Einkommen angewendet.

    Selbstständig tätige österreichische Künstler_innen sind in Deutschland nicht von der deutschen USt befreit und müssen bis zu mehr als 40% ihrer Gage (15,5% Quellensteuer + 7% USt + 19% für die Überlassung von Rechten) an Steuern im Ausland zahlen. Umsatzsteuerpflichtige Künstler_innen sollten sich daher im Vorfeld informieren, ob ihre ausländischen Auftraggeber_innen eine UID-Nummer haben. So können sie gegebenenfalls eine 0% Rechnung ausstellen.

    Zuletzt verriet Barbara Müller den Anwesenden einen Steuertrick, der nur für Künstler_innen gilt: die Gewinnverteilung §37 (9) EStG („Künstlerrücktrag“). Diese besagt, dass die positiven Einkünfte aus künstlerischer Tätigkeit auf das Erklärungsjahr und die beiden Vorjahre verteilt werden können. Haben Künstler_innen zwei Jahre lang nur wenig Einkünfte, erhalten aber im Folgejahr ein sehr großes Honorar, können sie dieses rückwirkend auf die Vorjahre verteilen. Damit erreichen sie für jedes Jahr einen günstigeren Steuersatz und können drei Mal den Steuerfreibetrag von 11.000€ ausnützen.

    Weiterführende Links

    Künstlerpauschalierung
    https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/pauschalierung/pauschalierung.html

    Formulare AUT Finanzamt
    https://service.bmf.gv.at/service/anwend/formulare/show_mast.asp?Typ=SM&STyp=HaFo

    Künstlersozialversicherungsfond
    https://www.ksv.at/

    Bundeszentralamt für Steuern Bonn

    -Erstattungsverfahren nach § 50d Absatz 1 EStG (siehe auch Punkt: Steuerbescheinigung)
    https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Kapitalertraege/Kapitalertragsteuerentlastung/Schriftliches_Antragsverfahren/Erstattungsverfahren_50d/erstattungsverfahren_50d_node.html

    -Abzugssteuerentlastung durch Freistellung oder Erstattung
    https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Abzugsteuern/Abzugsteuerentlastung/abzugsteuerentlastung_node.html#js-toc-entry1

    Steuertarif und Steuerabsetzbeträge
    https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/einkommensteuer/est-steuertarif.html

    FinanzOnline (FON)
    https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/

    https://www.bmf.gv.at/egovernment/fon/FON_Ueberblick.html

    ABC der Werbungskosten
    https://www.bmf.gv.at/steuern/arbeitnehmer-pensionisten/arbeitnehmerveranlagung/abc-der-werbungskosten.html

    Infos zu Betriebskosten und nichtabzugsfähigen Ausgaben
    https://www.bmf.gv.at/steuern/selbststaendige-unternehmer/betriebsausgaben/betriebsausgaben-allgemein.html

    Pendlerrechner
    https://pendlerrechner.bmf.gv.at/pendlerrechner/

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  • Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in Teil 3: ARBEITSRECHT und VERTRÄGE

    Am 26.11.2019 fand im studio brut bereits die dritte Informationsveranstaltung der Kampagne Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in statt. Dieses Mal zum Thema ARBEITSRECHT und VERTRÄGE. Als Experte war der Rechtsanwalt Wolfgang Renzl vor Ort, dessen Arbeitsschwerpunkte im Künstler-, Medien-, Datenschutz- und Urheberrecht liegen. Für die IG Freie Theater hat der Jurist bereits zehn Musterverträge für den freien darstellenden Bereich entworfen, die Mitgliedern unseres Vereins kostenlos zur Verfügung stehen. Vergangenen Dienstag klärte er die Besucher_innen – zum Teil anhand von konkreten Fallbeispielen aus dem Publikum – über Arbeitsrechte und Verträge auf.

    Wir leben in Österreich in einem Sozialstaat und Dienstverhältnisse zwischen Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen unterliegen dem Arbeitsgesetz, das sozial und dienstnehmer_innenlastig orientiert ist, so Renzl. Für Dienstnehmer_innen spreche vieles dafür, in einem Angestelltenverhältnis zu stehen, um von den Vorteilen des Sozialstaates zu profitieren: Sozialversicherungsabgaben und die Lohnsteuer (LSt) werden von der Dienstgeberin/vom Dienstgeber abgeführt und Dienstnehmer_innen genießen vollen Versicherungsschutz. Sie sind unfall-, arbeitslosen- und krankenversichert (inkl. sechs Wochen nachwirkender KV) und sammeln Beitragsmonate für die Pensionsversicherung. Zudem gilt das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz (DHG). Das bedeutet, dass Dienstnehmer_innen bei entschuldbarer Fehlleistung oder leichter Fahrlässigkeit für Schäden nicht bzw. nicht voll haftbar sind.

    Viele Arbeitgeber_innen versuchen allerdings, den Sozialstaat zu unterwandern und auf Verträge auszuweichen, welche sie von Pflichten und Leistungen gegenüber Arbeitnehmer_innen befreien. Wolfgang Renzl erklärte, dass es die Liberalisierung der Bedingungen für geringfügig Beschäftigte, die unter der letzten ÖVP-FPÖ-Koalition stattgefunden hat und die Tatsache, dass es in Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, möglich machen, dass Künstler_innen nur tageweise oder zum Beispiel Vollzeit für einen Monatsgehalt von nur 600€ angestellt werden können. Als unterste Grenze des Zumutbaren gilt in Österreich nur der sogenannte „Lohnwucher“, der allerdings nicht näher definiert ist. Das tageweise Anstellen von Künstler_innen sei gängige Praxis aber eine große Unart, so Renzl, denn sie erhalten ein niedriges Gehalt und müssen überdies auch noch selbst Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Die Geschäftsführerin der IG Freie Theater Ulrike Kuner warnte, dass Künstler_innen darüber hinaus keine volle Krankenversicherung genießen (nämlich nur für die Tage der Anstellung aber nicht für den ganzen Monat) und keine Pensionsversicherungszeiten sammeln können (15 Jahre werden benötigt, um überhaupt anspruchsberechtigt zu sein). Und dies auch nur, wenn in der Zeit der Beschäftigung eine freiwillige Selbstversicherung für geringfügig Angestellte abgeschlossen wird. Ansonsten ist man für die angemeldeten Tage lediglich unfallversichert. Patrick Trotter, der Mitglieder der IG Freie Theater in Rechtsfragen berät, bekam von der WGKK die Auskunft, dass eine fallweise Beschäftigung von Schauspieler_innen nur dann erlaubt sei, wenn die Auftrittstermine nur kurzfristig im Vorhinein bekannt wären. Wenn schon Wochen vorher Spielzeiten vertraglich ausgemacht wurden, ist die fallweise Beschäftigung eigentlich nicht zulässig.

    Wolfgang Renzl betonte daher die Wichtigkeit, ein klares Bild davon zu haben, auf welcher Rechtsgrundlage Menschen zusammenarbeiten, um sich vor rechtswidrigen und ausbeuterischen Vertragsverhältnissen zu schützen und klärte über verschiedene Formen der Zusammenarbeit auf.

    In vertikalen Formen der Zusammenarbeit gibt es ein Ober- und Unterverhältnis zwischen Dienstgeber_innen und Dienstnehmer_innen. Beispiele hierfür sind Volontariate, Praktika und Dienstverhältnisse auf Basis von Werk-, Kollektiv-, Bühnendienst-, Gast- oder freien Dienstverträgen.

    Bei Volontariaten handelt es sich streng genommen um keine Dienstverhältnisse. Es werden Verträge für eine unentgeltliche Arbeit geschlossen. Volontär_innen sollen gewisse Fähigkeiten erlernen, können das Arbeitsverhältnis jedoch jederzeit beenden. Anders ist es bei Praktikumsverträgen. Sie sind rechtens nach Dienstverträge (selbst wenn Praktika unbezahlt sind), da sie in Zusammenhang mit einer Ausbildung stehen.

    Werkverträge werden zwischen Auftraggeber_innen und Auftragnehmer_innen geschlossen. Am Ende soll ein selbstständiges Werk stehen, für das Künstler_innen ein Fixbetrag ausbezahlt wird, den sie selbst versteuern müssen. Beispiele hierfür sind in Auftrag gegebene Kompositionen, Bühnenbilder, Kostüme oder Choreographien. Oftmals seien Werkverträge am Theater nach Meinung des Experten jedoch völlig Fehl am Platz. Wie der Geschäftsführer des studio brut Richard Schweitzer berichtete, stellen manche seiner Kolleg_innen Regisseur_innen erst ab dem ersten Probetag an und lassen sie in der vorangehenden Konzeptphase selbstständig auf Werkvertragsbasis arbeiten. So verlagern Auftraggeber_innen Steuerpflichten an die Auftragnehmer_innen, die am Ende des Jahres ihre Einkommenssteuer (Est) selbst abliefern und den Sozialversicherungsbeitrag an die SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) abführen müssen. Liegt kein Einzelarbeits- bzw. ein Kollektivvertrag vor, der einen 13. und 14. Monatsgehalt (ist in Österreich nicht verpflichtend) vorsieht, sparen sich Arbeitgeber_innen zudem Weihnachts- und Urlaubsgeld auszubezahlen.

    Kollektivverträge werden zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter_innen beschlossen und enthalten Regelungen bezüglich der Entlohnung, der Arbeitszeit und Sonderzahlungen. Solche Verträge sind Renzls Erfahrung nach im Bereich der Freien Bühnen selten zu finden. Städtische Theater wie die Josefstadt, die Burg oder das Volkstheater haben zwar einen nach KV geregelten Mindestlohn, versuchen aber Dienstverhältnisse in einer Form zu begründen, die vermeiden, dass Dienstnehmer_innen dem KV unterstehen. Ausgenommen vom Geltungsbereich des KVs sind etwa Eleven, Chormitglieder oder Gäste. Während Eleven oder Chormitgliedern eine geringere Entlohnung bezahlt wird, handelt es sich bei Gastverträgen oft um „Promiverträge“, wie Renzl sie nennt. Diese sind auf eine Mitwirkung von nicht mehr als fünf Aufführungen bzw. nicht mehr als 60 Aufführungen gegen ein überdurchschnittliches Entgelt in einem Spieljahr beschränkt.

    Schließt man einen Vertrag mit einer Agentur ab, gilt es zu prüfen, ob es sich um einen Exklusivvertrag handelt und ob dieser befristet ist. Wird ein befristeter Vertrag abgeschlossen, ist man für die Dauer der Befristung gefangen und kann nicht kündigen. Kündigungsgründe, vor allem in einer Person gelegene, sind schwierig nachzuweisen. Hierzu zählen ausbleibende Zahlungen, Beschimpfungen oder fehlende Arbeitsleistungen. Im Rahmen der Privatautonomie ist es zulässig, dass Agenturen für die Vertretung von Künstler_innen eine „listing fee“ einfordern. Es sei auch Branchenusus, so Renzl, dass Agenturen Gelder von Künstler_innen verwalten. Wenn immer möglich sollten sich Künstler_innen aber Gagen auf ihr eigenes Konto überweisen und von Agenturen Rechnungen stellen lassen.

    Grundsätzlich, so der Rat des Rechtsanwalts, sollten Künstler_innen Verträge genau prüfen bzw. prüfen lassen, bevor sie diese unterschreiben. Die IG Freie Theater bietet für Mitglieder kostenlose Rechtsberatung an. Infos können zudem über die Arbeiterkammer oder auf der Webseite des RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes) eingeholt werden, auf der alle Gesetze kostenlos und tagesaktuell zur Verfügung stehen. Bei Vertragsverhandlungen sind Künstler_innen in einer besseren Position, wenn Arbeitgeber_innen merken, dass sie informiert sind. Die wichtigsten Punkte, die sie bei einem Vertrag beachten sollten, sind: Handelt es sich um einen Dienstvertrag oder nicht? Ab wann und wie lange bin ich gebunden? Wie viel Geld bekomme ich? Steht mir ein Mindestentgelt zu? Habe ich garantierte Auftritte? Welche Rechte gebe ich ab und welche Verpflichtungen gehe ich ein? Werden mir Leistungsschutz- und Interpret_innenrechte gesondert abgegolten?

    Wolfgang Renzl riet außerdem, eine private Rechtsschutzversicherung abzuschließen, um im Falle eines Prozesses abgesichert zu sein.

    Die in der vorangegangenen Veranstaltung noch offen gebliebene Frage, ob in Verträgen Verschwiegenheitsklauseln bezüglich der Gage rechtens seien, musste Renzl mit einem Jein beantworten, denn grundsätzlich gelte immer die Privatautonomie des Menschen. Man könne zwar eine Unterlassungspflicht eingehen, doch er kenne keine Konsequenzen, die ein Vertragsbruch zur Folge hätten. Ähnlich verhält es sich mit dem Austausch über Gagen von Künstler_innen zwischen Dienstgeber_innen. Auf jeden Fall, so Renzl, wäre es zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Gleichbehandlung (Stichwort: Gender Pay Gap) zulässig, über Bezahlungen zu sprechen.

    Neben vertikalen Formen der Zusammenarbeit gibt es auch horizontale Formen der Zusammenarbeit, nämlich den Verein oder die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) und ihre Unterformen.

    Die Idee hinter einem Verein ist, dass Mitglieder auf gleicher Ebene zusammenarbeiten. Jedoch wird mit der Gründung eines Vereins eine zusätzliche juristische Person, respektive eine GmbH und damit ein Ober- und Unterverhältnis geschaffen. Der Verein ist der Dienstgeber, seine Mitglieder bekommen Honorarnoten ausgestellt und sind damit Dienstnehmer_innen.

    Die GesbR ist die einfachste Form einer Gesellschaft. Abwandlungen sind die Kommanditgesellschaft (KG), die Offene Gesellschaft (OG) und die ARGE (Arbeitsgemeinschaft). In einer KG übernimmt ein Kommanditist zu 100% die Haftung. Die anderen Kommanditisten haften mit der Höhe ihrer Einlagen. Die KG ist demnach kein gutes Beispiel für eine GesbR, denn ein Kommanditist wird zum Primes inter Pares (eine Art Chef) und ist den anderen gegenüber höher gestellt. In einer OG sind Menschen auf einer Ebene tätig. Der Vorteil ist, dass jede/r am Projekterfolg teilhat – der Nachteil ist, dass auch jede/r am Projektmisserfolg partizipiert. Eine ARGE wird meist für einzelne Projekte mit beschränkter Dauer gegründet.

    Wird eine GesbR von einem Theater engagiert, wird ein Aufführungsvertrag geschlossen. Die GesbR stellt eine Rechnung an den Auftraggeber und muss eine eigene Steuernummer beantragen. Die Gagen werden üblicherweise auf das Konto einer Gesellschafterin/eines Gesellschafters überwiesen. Am Ende des Jahres werden Einnahmen und Ausgaben zusammengezählt und die Gewinnzuweisungen aufgeteilt. Diese müssen aus selbstständiger Tätigkeit von den einzelnen Mitgliedern in ihrer Steuererklärung aufgeführt werden.

    Sehr selten, so Renzl, treten Schauspieler_innen als Selbstständige oder freie Dienstnehmer_innen auf. Eine freie Dienstnehmerin/ein freier Dienstnehmer wäre etwa ein „Springer“, der nur für eine Vorstellung eine Rolle übernimmt. Freie Dienstnehmer_innen gelten sozialversichungsrechtlich als Angestellte. Einkommenssteuerrechtlich sind sie Selbstständige, die ihr Einkommen selbst versteuern müssen. Die Selbstständigkeit hat nach Renzl Vor- und Nachteile. Als Selbstständige/r habe man keine Vorgesetzten, sei freier in der Gestaltung der Steuererklärung und könne Ausgaben abschreiben lassen. Allerdings müsse man sich selbst um Unfall-, Kranken-, Haftpflicht- und Pensionsversicherung kümmern, die deutlich höher ausfallen als die von Angestellten.

    Weiterführende Links zum Vortrag von Wolfgang Renzl:

    Dienstnehmerhaftpflichtgesetz

    https://www.wko.at/service/arbeitsrecht-sozialrecht/Schadenersatz-im-Arbeitsrecht.html

    Weihnachts- und Urlaubsgeld

    https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitsvertraege/Weihnachts-Urlaubsgeld.html

    Infos zu Kollektivverträgen

    https://www.kollektivvertrag.at/cms/KV/KV_3/der-kollektivvertrag

    RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes)

    https://www.ris.bka.gv.at/

    Infos zu GesbR:

    https://www.wko.at/service/wirtschaftsrecht-gewerberecht/Gesellschaft_nach_buergerlichem_Recht_(GesnbR)_-_FAQs.html

     

     

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  • Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in Teil 2: JOB AQUISE UND MENTORING

    Die Veranstaltungsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in ging am Montag, den 18. 11. 2019, mit der Infoveranstaltung JOB-AQUISE und MENTORING in die zweite Runde. Im Zentrum stand die Frage, wie man als freie Schauspielerin/freier Schauspieler überleben kann. Die Interessent_innen fanden sich diesmal im Off-Theater ein, um sich von der Schauspielerin Sophie Resch und der Schauspielerin und Regisseurin Elke Hartmann Infos zu möglichen Arbeitsfeldern und Tipps und Tricks für Bewerbungen, Castings und Vorsprechen, Gagenverhandlungen, Networking und die analoge wie auch digitale Selbstpräsentation zu holen. Die beiden boten ein spannendes und dichtes Programm, wobei auch der Dialog mit den Anwesenden nicht zu kurz kam.

    In einer Einführung sprachen Sophie Resch und Elke Hartmann, die bereits selbst in unterschiedlichen Bereichen tätig waren, über mögliche Arbeitsfelder von Schauspieler_innen. Nach abgeschlossener Ausbildung haben diese die Möglichkeit, im Theater, für Film, Fernsehen Werbung, als Sprecher_in oder im pädagogischen Bereich zu arbeiten. Nicht immer und vor allem als Schauspielanfänger_in ist es aber so einfach, an fair und ausreichend bezahlte Engagements zu kommen. Zudem können auf Projekte längere Durststrecken folgen. Viele freie Schauspieler_innen sind daher auf (Zweit-) Jobs angewiesen, die ihnen ein sicheres Einkommen garantieren, aber außerhalb ihres eigentlichen Berufsfeldes liegen. Sophie Resch weiß aus ihrem Umkreis, dass die Gefahr dabei groß ist, den Fokus zu verlieren und eine Doppelbelastung zu einer Erschöpfung an Kapazitäten führt. Darunter leide die Qualität der schauspielerischen Leistung. Sie riet den Anwesenden, sich in Zeiten ohne Engagements weiterzubilden und in Übung zu bleiben. Das heißt konkret: Gesangs-, Tanz-, Sprech- oder Drehtrainings zu besuchen. Da es im Laufe einer Karriere aufgrund fehlender Jobangebote, aus gesundheitlichen Gründen oder während einer Schwangerschaft immer wieder zu spielfreien Zeiten kommen könne, sei es wichtig, sich als Schauspieler_in möglichst breit aufzustellen. Das steigere die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und mache offen für Alternativen. Elke Hartmann hatte gleich mehrere Vorschläge für die Besucher_innen: So gebe es die Möglichkeit, Lesungen auf Geburtstagen und Weihnachtsfeiern anzubieten, Sprecher_innenjobs anzunehmen oder zu unterrichten (etwa einfach zu erlernende Theatersportkurse). Als mögliche Arbeitgeber_innen könnten auch die Rote Nasen Clowndoctors, Dinner&Crime-Anbieter_innen oder der DM-Drogerie Markt Deutschland infrage kommen, der Schauspieler_innen für Theater-Workshops einstellt.

    Den Hauptteil des Abends widmeten die Expertinnen der Frage:

    Wie bewerbe ich mich für Jobs beim Film, am Theater, in der Werbung oder als Sprecher_in?

    Im Idealfall haben Schauspieler_innen bereits erfolgreich an mehreren Projekten mitgewirkt, sich einen Namen gemacht und ein Netzwerk aufgebaut. Sie werden weiterempfohlen oder von Topagenturen vertreten, die gut bezahlte Aufträge vermitteln.

    Die Realität sieht für viele Künstler_innen aber häufig anders aus – besonders für jene, die sich noch am Anfang ihrer schauspielerischen Karriere befinden.

    Wie Sophie Resch und Elke Hartmann berichteten, erfolgt die Besetzung von Rollen im Theater, Film und in der Werbung zumeist über Kontakte, Empfehlungen und Agenturen. Ausschlaggebend wären zudem der Ruf und die Präsenz von Schauspieler_innen. Für den Aufbau von Netzwerken und die analoge wie auch digitale Selbstpräsentation von Schauspieler_innen hatten die beiden Vortragenden folgende Tipps:

    Um Kontakte zu knüpfen, sollten Premieren, Filmnächte, Festivals, Fortbildungen und Workshops besucht werden. Ein Netzwerk aufzubauen, so Hartmann, brauche allerdings Zeit und Kontaktpflege, denn aus Kalkül gesponnene Beziehungen würden nur selten zu einer Zusammenarbeit führen. Um weiterempfohlen zu werden, so Resch, müsse man sich einen guten Ruf erarbeiten. Dazu gehöre es, pünktlich, zuverlässig, unkompliziert, authentisch und ein guter Teamplayer zu sein. Um mögliche Arbeitgeber_innen, Regisseur_innen, Caster_innen und Agenturen auf sich aufmerksam zu machen, rieten die Expert_innen, auf Facebook und Instagram präsent zu sein und sich eine Homepage Profile auf diversen Plattformen einzurichten (siehe weiterführende Links unten). Dort können Schauspieler_innen Fotos, Showreels und ihre Vita hochladen.

    Wie Sophie Resch erklärte, ist es das Ziel von Schauspieler_innen, von einer renommierten Agentur vertreten zu werden. Eine gute Agentin/ein guter Agent kümmere sich nicht nur um die Vermittlung von Schauspieler_innen, sondern auch um rechtliche Belange und eine bestmögliche Bezahlung. Zudem würden Schauspieler_innen ohne Agentur oder Kontakte zu Caster_innen, nur selten von Castings für Film, Fernsehen oder Werbung erfahren. Schauspieler_innen, die noch nicht von einer Agentur unter Vertrag genommen worden sind, empfiehlt sie eine Meldung bei einer Massenagentur wie Actors&Company, um über Stellenangebote informiert zu werden.

    Ausschreibungen für Theaterrollen finden Schauspieler_innen in den regelmäßig von der IG Freie Theater ausgesendeten Newsletter, auf unserer Homepage oder dem Portal Theapolis. Elke Hartmann betonte die Wichtigkeit, sich darüber hinaus mit Kolleg_innen über Vorsprechen und Castings auszutauschen, Intendantenwechsel zu beobachten, Blindbewerbungen zu versenden und sich nicht nur auf die großen Theaterhäuser in Wien zu konzentrieren. Sophie Resch schlug vor, auch an Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu schreiben und zu von Theatern angebotenen Informationsvorsprechen zu gehen. Selbst wenn gerade keine Stellen vergeben werden, bleibe man vielleicht der einen oder anderen Person für zukünftige Projekte in Erinnerung.

    Wie aber soll eine Bewerbung aussehen?

    Eine Bewerbung für eine Rolle am Theater wie auch für Agenturen, so die Expertinnen, sollte mehrere Portrait- und Ganzkörperfotos, eine Vita und einen Introtext beinhalten. Die Fotos sollten den eigenen Typen unterstreichen (bei Film und in der Werbung sind meist bestimmte Typen gefragt) und wache, klare Ausdrücke zeigen. Von Beautyshots, retuschierten und Rollenbildern rieten die Expertinnen ab. Für die Bewerbung bei einer Agentur benötigen Schauspieler_innen zusätzliche Showreels. Da Agenturen viele Zusendungen erhalten und nur wenig Zeit haben, diese genau zu prüfen, riet Sophie Resch, zwei bis drei kurze Szenen (jeweils ca. 40 Sekunden) aufzunehmen. Die Videos müssen keinen professionellen Ansprüchen genügen und können selbst gedreht werden. Schauspieler_innen sollten in den Aufnahmen in zwei Rollen mit unterschiedlichen Emotionen zu sehen sein, oder frei zu einem Thema improvisieren. Immer beliebter bei Agenturen und Caster_innen, so Resch, sind auch sogenannte About Me Videos, in denen Schauspieler_innen sich knapp vorstellen und von ihren Fähigkeiten erzählen.

    Der Introtext einer Bewerbung sollte „kurz und knackig“ formuliert werden und schlüssig darlegen, warum man Teil einer Agentur bzw. einer Theaterproduktion sein wolle. Die beiden Vortragenden und der anwesende Schauspieler, Regisseur, Autor und Leiter des Off-Theaters Ernst Kurt Weigel waren sich einig, dass es bei Bewerbungsschreiben an Theater wichtig sei, sich zuerst Infos über eine Spielstätte einzuholen und sich einen Überblick über die dort gezeigten Stücke zu verschaffen. Weigel, der im Jahr an die 200 Initiativbewerbungen erhält, berichtete, bei Introtexten oder Vorstellungsgesprächen sehr schnell zu merken, ob jemand sich wirklich mit seinem Theater und seiner Arbeit auseinandergesetzt habe. Keines seiner Stücke gesehen zu haben, sei für ihn ein Ausschlusskriterium.

    Wird man von Theatern, Regisseur_innen oder Caster_innen zu einem Vorsprechen eingeladen, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Um nicht ins Stocken zu geraten, sollten sich Schauspieler_innen vorab in kurzen, klaren Sätzen überlegen, was sie über ihre Person sagen möchten. Für Vorsprechen an einem Theater sollten drei Monologe (ein moderner, ein klassischer und ein lustiger Text) vorbereitet werden. Die Vortragenden legten den Zuhörer_innen ans Herz, sich nicht durch Unterbrechungen irritieren zu lassen, denn dies müsse nicht zwingend etwas Negatives bedeuten. Sophie Resch empfahl außerdem, auf schwer handhabbare Requisiten zu verzichten, und Kleidung so auszuwählen, dass ein Kostümwechsel nicht viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Für Film- und Fernsehcastings, so die Schauspielerin, müssten Texte besonders gut vorbereitet und auf schnelle Anschlüsse hin gelernt werden, denn oft werde verlangt, einen Text schneller, auf unterschiedlichen Spots oder in mehreren Versionen vorzutragen. Es sei auch klug nachzufragen, ob man in Ganzkörper- oder in Nahaufnahme zu sehen sei, um sich gegebenenfalls mehr auf die Körperarbeit bzw. auf die Gesichtsmimik konzentrieren zu können. Manchmal komme es vor, dass Schauspieler_innen um sogenannte E-Castings gebeten werden. Hierfür seien selbstgedrehte Videos (Handyqualität reiche völlig aus) gefordert, in denen sich Schauspieler_innen kurz vorstellen und vor weißem Hintergrund mit einer Anspielpartnerin/einem Anspielpartner eine Szene sprechen.

    Um an Sprecher_innenrollen zu kommen, rieten Hartmann und Resch, professionelle Demos anfertigen zu lassen, diese an Tonstudios, Radio- und Fernsehsender zu schicken oder sie auf die Plattform VOICE hochzuladen. Da es sehr viele talentierte Sprecher_innen mit hochwertig aufgenommen Demos gebe, reiche es nicht aus, Textproben selbst zuhause einzusprechen. Darüber hinaus haben Sprecher_innen die Möglichkeit, an Stimmcastings von Tonstudios teilzunehmen und in deren Karteien aufgenommen zu werden.

    Zuletzt widmeten sich Sophie Resch und Elke Hartmann den heiklen Themen Gagen Gagenverhandlungen. Wie aus den Erklärungen der Expertinnen und den Meldungen aus dem Publikum hervorging, verlaufen Gagenverhandlungen ohne Agent_innen meist erfolglos. Am ehesten, so Hartmann, ließe sich über mehr Fahrtengeld und höhere Zuschüsse für Unterkünfte sprechen. Nachverhandlungen sollten aber auf jeden Fall angestellt werden, wenn sich der Arbeitsaufwand größer gestalte als vorhergesehen.

    Obwohl es, wie Ernst Kurt Weigel informierte, einen gewerkschaftlichen Mindestlohn in Österreich (1500€ brutto/40 h Woche) sowie von der IG Freie Theater und der „Wiener Perspektive“ vorgeschlagene Richtgagen gibt, bezahlen nicht alle Theater ihre Schauspieler_innen fair. Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass man ein Gespür dafür bekommen müsse, ob man von Arbeitgeber_innen über den Tisch gezogen wird. Wie Hartmann und Resch erklärten, helfe es auch, sich mit Kolleg_innen über Gagen auszutauschen. Allerdings sollte dies erst nach Beendigung eines Projektes gemacht werden, um das Arbeitsklima nicht zu stören. Besonders in der Werbebranche, die am meisten Geld zur Verfügung hätte, so Resch, versuche man die Entlohnung von Schauspieler_innen zu drücken. Sie riet den Anwesenden, gerade dort selbstsicher nachzuverhandeln und darauf zu achten, dass Buyouts und Extraverrechnungen für Print nicht aus den Verträgen gestrichen werden.

     

    Weiterführende Links zu den Empfehlungen der Vortragenden Sophie Resch und Elke Hartmann:

    Mögliche Berufsfelder:

    https://www.rotenasen.at/unsere-clowns/das-rote-nasen-ausbildungsprogramm/

    https://www.dm.de/unternehmen/engagement/menschen-bei-dm/abenteuer-kultur-c534994.html

    Weiterbildung:

    https://filmschoolvienna.at/ausbildung/meisner-training-sessions/

    https://www.drehuebung.com/

    Jobausschreibungen:

    https://freietheater.at/en/igft_post/?cat=jobs

    https://www.theapolis.de/de/

    Agentur:

    http://www.actors.company.at/

    Profile für Vita, Fotos und Showreels:

    https://www.filmmakers.de/index/index?cr=1

    https://www.schauspielervideos.de/

    https://www.castforward.de/

    https://www.castupload.com/

    https://www.k360.net/

    https://at.linkedin.com/

    Portal VOICE zum Hochladen von Sprecherdemos:

    https://www.sprecherverband.at/preferred-studios.html

    Buchtipp:

    Dorothea Neukirchen: Vor der Kamera. Camera-Acting für Film und Fernsehen

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  • Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in Teil 1: MARKETING und PR

    Die aus fünf Infoveranstaltungen bestehende Vortragsreihe Staying Alive – Meine Rechte als Künstler_in ist an freie Kunstschaffende gerichtet und widmet sich wichtigen Themen, mit denen sie sich im Berufsalltag auseinandersetzen müssen: Marketing und PR, Job-Akquise und Mentoring, Arbeitsrecht und Verträge, Steuer und Sozialversicherungen.

    Am Montag, den 11.11.2019, fand im Theater Werk X-Petersplatz mit dem Vortrag MARKETING und PR der Auftakt der Veranstaltungsreihe statt. Als Experte war Joachim Kapuy, der Leiter der Marketing &Sponsoring-Abteilung der Wiener Festwochen geladen. Er gab den zahlreichen Besucher_innen Einblicke in seine Arbeit und stand ihnen in puncto Marketing und PR Rede und (in einem anschließenden Q&A) Antwort. In seinem Vortrag gab er wertvolle Tipps für die erfolgreiche Bewerbung eines Projektes und erklärte, welche Zuständigkeiten und Verantwortungen Kulturveranstalter_innen auf der einen und Kunstschaffenden auf der anderen Seite dabei haben. Kapuy, der auch selbst Erfahrungen als Performer und Schauspieler gesammelt und mit verschiedensten großen Institutionen in Wien zusammengearbeitet hat, beleuchtete beide Perspektiven, gemeinsame Interessen, aber auch Konfliktpotenziale, die sich in einer Zusammenarbeit ergeben können.

    Für Kunstschaffende stellt sich nach der künstlerischen Phase natürlich die Frage, wie sie ihr fertiges Projekt bewerben können, um Fördergeber_innen, Veranstalter_innen und Publikum zu gewinnen. Joachim Kapuy erklärte, worauf Kulturveranstalter_innen bei der Auswahl von Stücken achten, wie gelungene Pressearbeit aussieht und was man als Künstler_in selbst für den Erfolg des eigenen Stückes machen kann (das gilt besonders für jene Künstler_innen, die selbst als Kulturveranstalter_innen agieren, bzw. selbst für ihr Marketing verantwortlich sind). Wie Kapuy ausführte, spielt die Professionalität einer Künstlerin/eines Künstlers dabei eine wichtige Rolle und ist auch für eine produktive Zusammenarbeit mit Kulturveranstalter_innen essenziell.

    Was aber darf man sich unter Professionalität vorstellen?

    Professionell zu sein, bedeutet:

    • informiert zu sein: Nach Kapuy ist es als Künstler_in wichtig, das Feld, in dem man sich bewegt, relevante Medien und die wichtigsten Akteur_innen zu kennen, wie etwa Journalist_innen, Veranstalter_innen und Fördergeber_innen.
      Kapuy riet, sich vor der Einreichung eines Projektes über Kulturveranstalter_innen zu informieren und auf deren Webseiten ihre Ausrichtung und Leitbilder, ihre Fördergeber_innen, ihre budgetäre Ausstattung und die von ihnen angebotenen Leistungen für Künstler_innen nachzulesen. Das hilft nicht nur bei der Entscheidung, welche Institution den geeigneten Rahmen für ein Projekt bietet, sondern auch bei der gezielten Bewerbung und Einreichung eines Projektes. Kulturveranstalter_innen bewegen sich in einem äußert kompetitiven Umfeld, wie Kapuy erklärte. Es herrsche ein harter Wettbewerb um Zeit, Besucher_innen und Finanzbudgets. Kulturveranstalter_innen seien deshalb darum bemüht, ihren USP (unique selling point) zu schärfen, zu kommunizieren und ihre Angebote auf Zielgruppen hin zu entwickeln. Bei der Einreichung eines Projektes sei es daher von Vorteil, wenn Künstler_innen ihr Alleinstellungsmerkmal und Hintergründe und Intentionen eines Stückes klar formulieren können. Das heißt: Was hat mein Projekt inhaltlich und formal mit aktuellen Diskursen, Diskussionen, globalen und lokalen Themen zu tun? Was ist für potenzielle Besucher_innen daran interessant? Welches Publikum soll mit meinem Stück angesprochen werden?

    • aktiv die eigenen Interessen zu vertreten: Kommt es zu einer Zusammenarbeit, so Kapuy, haben Künstler_innen und Kulturveranstalter_innen gemeinsame Interessen. Ein Projekt soll mediale Aufmerksamkeit erreichen, erfolgreich sein und ein großes Publikum begeistern. Es kann aber auch zu Interessenskonflikten kommen, denn anders als Künstler_innen konzentrieren sich Veranstalter_innen, wie Kapuy weiß, meist nicht auf einzelne Projekte, sondern auf das große Ganze, sprich: die Höhe der Gesamtauslastung, der Gesamteinnahmen und der Gesamtkosten einer Saison oder eines Festivals. Häufig schenken Veranstalter_innen ihren „Leuchtturmprojekten“ (Programm-Highlights) mehr Aufmerksamkeit als dem breiten Programm, deshalb ist es wichtig, dass Kunstschaffende aktiv ihre eigenen Interessen vertreten. Kapuy rät Künstler_innen, eigene Vorschläge einzubringen und Veranstalter_innen aus ihren starren und oft undemokratischen Strukturen herauszuholen. Es sei wichtig, Veranstalter_innen auf Augenhöhe zu begegnen und sich nicht durch heute amikal gewordene zwischenmenschliche Beziehungen irritieren zu lassen. Professionalität sei notwendig, um in seiner Kunst wahrgenommen zu werden und dazu zähle auch das Einfordern von Rechten und Veranstalter_innen bei Verträgen in die Pflicht zu nehmen.

    • unternehmerisch zu denken: Nicht nur Kulturveranstalter_innen, so Kapuy, tragen für die Bewerbung eines Projektes die Verantwortung. Es sei wichtig, dass auch Künstler_innen aktiv Beziehungen zu ihren Stakeholdern (dem Publikum, Fördergeber_innen, Kolleg_innen, Journalist_innen etc.) gestalten, ihre Zielgruppe und die wichtigsten Marketinginstrumente kennen. Wie Joachim Kapuy aus Erfahrung weiß, machen Theaterbesucher_innen bei der Durchsicht von Programmen und Ankündigungen in Medien ihre Kaufentscheidung von ihnen bekannten Namen, vom Titel, Werbetext, von Pressefotos, Videotrailers und den Credits eines Stückes abhängig. Kapuy verriet seinen Zuhörer_innen die wichtigsten Kriterien, die es hierbei zu beachten gilt: Der Titel eines Stückes sollte so gewählt werden, dass potenzielle Zuseher_innen etwas für sie Wiederkennbares darin finden. Ein Werbetext sollte Emotionen wecken und Lust auf das Stück machen. Pressefotos sollten eine Bild-Aussage haben, die zum Kontext des Stückes passt, Menschen abbilden, Atmosphäre ausstrahlen, Stimmungen und Emotionen einfangen, hochwertig und vor allem dynamisch sein. Zuletzt kam Joachim Kapuy auch auf die Wichtigkeit von Onlinemarketing zu sprechen und klärte das Publikum über verschiedene Varianten auf. Da das Publikum und auch Kulturveranstalter_innen sich immer mehr für die Künstlerin/den Künstler hinter einem Projekt und dessen Entstehungsprozess interessieren, riet Joachim Kapuy, eine eigene Webseite mit biografischen Infos einzurichten, auf sozialen Netzwerken präsent zu sein, Newsletter zu verschicken oder Videotrailer (bestehend aus Stück- und Probeaufnahmen, Artist Interviews oder Behind the Scenes-Aufnahmen) zu veröffentlichen.

    Die wichtigsten Informationen zum Vortrag hat Joachim Kapuy für Interessierte in einem Handout zusammengefasst.

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  • Stadt Wien: Fördererhöhungen / Honoraruntergrenze / neue Förderprogramme ab 2020

    Pressemitteilung, IG Freie Theater, 26.11.2019

    Nachdem Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler in ihrer gestrigen (25.11.2019) Budgetrede eine deutliche Erhöhung der Mittel für die Freie Szene verkündet hat, haben wir nachgefragt. Welche Mittel stehen der Freien Szene zur Verfügung und was ändert sich ab 2020?

    Gleich vorweg – mit den zusätzlichen Mitteln für die Freie Szene soll ein Investment in die dort arbeitenden Menschen geleistet werden – es sollen nicht mehr Produktionen entstehen. Aber es gibt neue Fördertools, die ein breiteres und prozessorientiertes künstlerisches Arbeiten ermöglichen!

    Insgesamt wächst das Kulturbudget um ca. € 26 Millionen. Damit wächst es um ca. 10 % gegenüber dem Vorjahr.

    Ein wesentlicher Anteil der zusätzlichen Mittel soll helfen, prekäres Arbeiten in der Kunst- und Kulturlandschaft Wiens zu vermeiden.

    Der Theaterbereich wird um ca. € 4.2 Mio angehoben, dies bedeutet eine Verbesserung um ca. 6 % gegenüber dem Vorjahr.

    • Ca. € 2.2 Mio gehen an die kommunalen Bühnen, die Mittelbühnen, die privaten Bühnen und werden für eine Erhöhung der Konzeptförderungen sowie für Projekt- und Jahresförderungen eingesetzt.
    • € 2 Mio erhält das Volkstheater

    Allein die Projekt- und Jahresförderungen wurden von € 2.6 Mio auf € 3.0 Mio erhöht und wurden somit im Vergleich deutlich verstärkt.

    Über die IG Freie Theater und die Wiener Perspektive wird mit den Künstler_innen eine Honoraruntergrenze für freischaffende Künstler_innen besprochen (bei Förderungen durch die Stadt Wien), welche dann als Empfehlung für zukünftige Einreichungen auf die Websites der Kulturabteilung und der IG übernommen wird. Der Prozess der Ausarbeitung startet jetzt und wird mit Vertreter_innen der Szene direkt geführt; Anwendung finden soll die Honoraruntergrenze zum nächsten Einreichtermin am 15.2.2020.

    Die Budgetverbesserungen der Häuser, die mit der freien Szene kooperieren oder koproduzieren, sollen den Künstler_innen zu Gute kommen, um diese gerechter bzw. überhaupt zu bezahlen und wirkliche Koproduktionen zu ermöglichen. Auch hier gibt es aktuell Gespräche bzgl. eines Mindesthonorars für Künstler_innen. Dort, wo es notwendig wird, werden auch Gehälter bzw. Personalkosten der Häuser angehoben. Die konkreten Umsetzungen werden derzeit von den Häusern und in Absprache mit der Stadt Wien erarbeitet.

    Zusätzlich ist für 2020 ein Infrastrukturtopf in Höhe von ca. € 2 Millionen geplant, der kleineren Institutionen und Veranstaltungsräumen, aber auch Probenorten die Möglichkeit gibt, in einer einmaligen Leistung ihr technisches Equipment bzw. die Ausstattung zu erneuern. Zum Antragsverfahren geht es hier: www.wien.gv.at

    Des Weiteren werden die Bezirksinitiativen Stadtlabore Shift erheblich ausgebaut (insgesamt stehen hier € 3 Mio zur Verfügung). Dies bedeutet für die Künstler_innen der Freien Szene zusätzliche Arbeits- und Auftragsfelder, welche außerdem neue Arbeitsformate ermöglichen.

    Genreübergreifend ist ein Programm für Exzellenz-Stipendien in Planung, welches v.a. auch der freien Kunstszene als neues Fördertool zur Verfügung stehen wird.

    Neu und auch für die freischaffenden Künstler_innen interessant: KulturKatapult, ein Förderprogramm dotiert mit € 800.000, mit welchem kulturelle Vermittlungsprojekte für Jugendliche gefördert werden. Details haben wir auf unserer Website.

     

    Contact:
    Ulrike Kuner / Geschäftsführung

    Gumpendorferstr. 63B

    t: +43 (0)1 403 87 94

    u.kuner[at]freietheater.at

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  • EAIPA - Working meeting

    Von 14.-16 November hießen wir den europäischen Dachverband für die Freien Darstellenden Künste / European Association of Independent Performing Arts hier in Wien herzlich willkommen. Das Zusammentreffen mit den Mitgliedern fand statt, um die Zusammenarbeit zu stärken und brennende Themen, aktuelle Diskurse und zukünftige Konzepte zu diskutieren. 

    Eingeleitet wurde das Arbeitstreffen im WUK, wo die Gäste mit einem Performance-Proben-Besuch begrüßt wurden. Ein Einblick in das Kunstprojekt sowie der Austausch mit der künstlerischen Leiterin Esther Holland-Merthen und ihrem Team sorgten für aufschlussreiche Kenntnisse und interessante Erfahrungen, die zugleich eine Vorstellung der freien Szene zuließ. 

    Nach einem kurzen Spaziergang durch Wien fanden sich die VertreterInnen bereits zur ersten Arbeitseinheit zusammen, in der EAIPA selbst im Zentrum stand. Die Aufnahme von neuen Mitgliedern sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wurden intensiv ausverhandelt und kam erst durch den Besuch von Katalin Erdödi von der Theaterjury zu einem vorläufigen Ende. Ihr Vortrag skizzierte ein umfassendes Bild von der österreichischen Theaterszene, den politischen Strukturen und das Prozedere rund um Förderungen. Der Tag fand bei einer Gans in einem typisch Wiener Restaurant schließlich seinen Ausklang. 

    Der zweite Arbeitstag begann mit einem Besuch bei der Stadträtin Veronica Kaup-Hasler in ihrem prachtvollen Büro im Wiener Rathaus, wo es zu einem Austausch zwischen ihr und den VertreterInnen von EAIPA kam. Der spannende Einstieg in den Tag wurde anschließend durch konstruktive Diskussionen über die zukünftigen Themen abgelöst. Auch der Input von Elisabeth Pacher vom Creative Europe Desk Austria sorgte für einen interessanten Beitrag. Viele Themen wurden besprochen, neue Ideen gesammelt und zukünftige Aktivitäten festgehalten. Am Abend erfolgte nochmals ein kurzer Spaziergang durch die Wiener Innenstadt mit einem anschließenden Theaterbesuch bei Claudia Bosses neuem Werk Dialogue on Difference im Kosmos-Theater. Abgerundet wurde der lange Tag durch einem gemeinsamen Beisl-Aufenthalt.

    Am letzten Tag trafen sich die VertreterInnen noch einmal zu einem abschließenden Treffen zusammen, in dem die umfassenden Themen, anregenden Diskussionen und ausführlichen Vorträge und Gespräche präzise zusammengefasst wurden sowie ein Ausblick auf aufkommende Ereignisse gegeben wurde. 

     

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  • 12.11.2019 - Brut im Künstlerhaus: Stand der Dinge


    Wie die IGFT im e-mail-newsletter vom 31.10. 2019 berichtete, bewegt uns natürlich sehr die Frage nach dem Hauptspielort des brut Wien und seinem Verbleib im Künstlerhaus – oder einer Alternative an einem anderen Standort, die jedenfalls eine Verbesserung der Bedingungen für die Künstlerinnen und Künstler bringen muss. Wir sind sehr an einer raschen Klärung der Situation interessiert und berichten laufend.
    Hier eine Übersicht über die aktuellen Entwicklungen.

    Letzte Woche stellte die IGFT dem brut Wien folgende vier Fragen:
    Das brut ist seit der Saison 2017/2018 nomadisch unterwegs, sprich es bespielt verschiedenste Orte in Wien. Seit rund einem Jahr ist der Standort in der Zieglergasse wieder für Vorstellungen und Proben aktiv. Die Künstlerinnen und Künstler fürchten, dass der zentrale, dauerhafte Spielort des brut gefährdet ist. Also ein Ort mit professionellen Bedingungen, einer Bühne mit technischer Ausstattung etc.
    Was könnt ihr hierzu sagen?
    Was ist der Status Quo btr. des Standortes im Künstlerhaus?
    Was sind die Perspektiven?
    Ab wann gibt es wieder einen verlässlichen Standort für das brut?

    Am 2.11.2019 veröffentlichten Kira Kirsch und Richard Schweitzer vom brut folgenden offenen Brief: Offener Brief zur Situation brut im Künstlerhaus https://brut-wien.at/en/Magazine/Let-s-talk-about-brut/Offener-Brief-zur-aktuellen-Situation-brut-im-Kuenstlerhaus

    Weitere Infos:

    24.10.2019         Brut-Theater steht offenbar vor Auszug aus Künstlerhaus. Stefan Weiss in der DerStandard: Hintergrundinfos zur Kostenexplosion der Sanierung und Zukunfts-Miet-Unsicherheiten https://www.derstandard.at/story/2000110603366/kuenstlerhaus-brut-theater-vor-auszug-wegen-kostenexplosion?ref=rss

    6.11.2019            Pressestatement der Wiener Perspektive zur Situation des brut im Künstlerhaus, 1010 Wien
    pressestatement_wienerperspektive

    6.11. 2019          Brut-Theater: Haselsteiner meldet sich zu Wort
    Der Künstlerhaus-Sanierer Hans Peter Haselsteiner äußert sich im Standard zu der Frage der Zukunft des Brut-Theaters im Künstlerhaus.
    Zum Artikel: https://www.derstandard.at/story/2000110702685/haselsteiner-zu-brut-behoerdenauflagen-grund-fuer-moeglichen-auszug

    7.11.2019            Salzburger Nachrichten berichten: https://www.sn.at/kultur/allgemein/haselsteiner-erklaert-hohe-brut-kosten-mit-behoerdenauflagen-78829942

    7.11.2019            Forderungen von Bizeps: https://www.bizeps.or.at/bizeps-fordert-barrierefreie-spielstaette-fuer-das-brut/

    12.11.2019          Wiener Perspektive kämpft um den Verbleib im Künstlerhaus: https://www.derstandard.at/story/2000110974453/brut-im-kuenstlerhaus-plattform-wiener-perspektive-fordert-verbleib

    https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/2037577-brut-will-im-Wiener-Kuenstlerhaus-bleiben.html  

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  • Habemus EU-culture!

    The future EU Commissioner Mariya Gabriel will now also have culture in her name – her portfolio is called Research, innovation, education, culture and youth. Thus the request of EAIPA, for which there was an official press release on 11/09/2019, was fulfilled! We are pleased and will keep you updated on this matter - for the change of name must be followed by concrete action!

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  • Fair Pay für Künstler_innen der Freien Szene / Transparenz der Strukturen für die Freie Theaterszene

    Pressemitteilung der IG Freie Theater, 9.10.2019

    Die freischaffenden Künstler_innen in Wien tragen die Verantwortung für die künstlerischen Produktionen, sie entwickeln die Konzepte und Ideen – und realisieren diese.
    Die Künstler_innen fordern Fair Pay mit Honoraruntergrenze pro Proben- bzw. Vorstellungstag, die ihnen ein Überleben ermöglicht. In Berlin wird dieses Instrument seit 2016 erfolgreich angewendet.

    Von den mehr als € 28 Mio eingesetzten Fördergeldern der Stadt Wien pro Jahr für die freie Theater- und Tanzszene Wiens (lt. NPO-Studie "Tanz- und Theaterszene in Wien / 2012") werden ca. € 4,7 Mio direkt an Künstlerinnen und Künstler ausbezahlt – also knapp 17% (Jahr 2018). Dieses Geld ergeht in Form von Projektförderungen, 1-, 2-, 4-Jahresförderungen sowie aus Bezirksförderungen an künstlerische Produktionen ohne eigene Spielstätte (u. a. Theater, Tanz, Performance, Kinder- und Jugendtheater sowie Musiktheater). Pro Jahr werden ca. 90 Gruppen gefördert, inklusive Bezirksförderungen werden ca. 130-140 Projekte unterstützt.
    Diese Gelder werden eingesetzt, um Produktionen zu realisieren und alle Beteiligten zu bezahlen. Die Produktionsverantwortung liegt bei den einzelnen Gruppen, sie sind für sämtliche administrativen Anforderungen und für die Bezahlung aller Beteiligten und der gesamten Realisierung verantwortlich.

    Häufig arbeiten diese Künstler_innen in guter und produktiver Kooperation oder Koproduktion mit den Spartenhäusern. Abseits der Eigenproduktionen der Häuser, bei welchen die Mitwirkenden direkt vom Haus beschäftigt werden, sind die Künstler_innen bzw. Gruppen für die Entstehung der Produktionen selbst verantwortlich, d.h. sie tragen das finanzielle Risiko selbst. In manchen Fällen erhalten die Gruppen Koproduktionsgelder (die als Zuschüsse zu den Produktionen zu verstehen sind) bzw. geldwerte Leistungen der Häuser (etwa Proberäume, Technik, Bewerbung etc.), manchmal auch Honorare für Vorstellungen bzw. Einnahmenteilung. Dieses System hat sich über viele Jahre hinweg positiv bewährt und muss selbstverständlich unterstützt werden. Die Institutionen und Spartenhäuser in Wien erhalten hierfür pro Jahr eine Basisförderung von € 13,3 Mio von der Stadt Wien und € 920.000 vom BKA (lt. Presseunterlagen vom 7.10.2019).

    Sehr oft aber arbeiten die Künstler_innen komplett selbständig, realisieren ihre Produktionen unabhängig und suchen sich ihre Aufführungsorte selbst. Die finanzielle und administrative Verantwortung liegt bei den Gruppen selbst.

    Ergänzend zur Vorstellung der Forderungen der Häuser darstellender Künste Pakt Wien vom 7.10.2019, insbesondere zu den dort präsentierten Forderungen nach einem Fair Pay Modell für Mitarbeiter_innen der Häuser, ist es notwendig, den Blick auf die Künstler_innen selbst zu richten. Zum einen müssen die direkten Förderungen für die Künstler_innen selbst aufgestockt werden. Weiters wird es wichtig, die vorhandenen Strukturen für die Freie Szene transparent zu machen und entsprechend der aktuellen und zukünftigen Arbeitsweisen der Künstler_innen zu definieren.

    Angepasst an die Größe und finanzielle Ausstattung der Häuser schlagen wir einen übersichtlichen Informationskatalog vor, der z.B. folgende Fragen beantwortet und auf den Websites der Häuser veröffentlicht wird.

    • Transparenz der eingesetzten Mittel
      Wie hoch ist die jährliche Förderung? Welcher Anteil der Mittel wird auf die Bezahlung von Künstler_innen verwendet? Wie hoch ist der Aufwand für Mieten / Betriebskosten / Struktur am Standort? Wie gestaltet sich das Gehaltsschema an den Häusern - und gibt es ein Schema bzw. Mindestsätze bei der Entlohnung der Künstler_innen? Wie hoch ist der Erfolg bei der Einwerbung von Drittmitteln bzw. Projektgeldern?
    • Transparenz der Aufgaben
      Welche Aufgaben haben die einzelnen Häuser, auch hinsichtlich der Förderung der heimischen Szene? Wie genau kommen sie dieser Verantwortung nach? Was sind Erfolgskriterien? Welche Strategie wird eingesetzt, die Künstler_innen lokal, bundesweit und international sichtbar zu machen? Nach welchen Kriterien werden mit den Künstler_innen Produktionen vereinbart – und wie werden Künstler_innen in ihrer Karriere unterstützt?

    Die Stadt Wien - als mit Abstand größter Fördergeber bzw. Eigentümer – sowie das Bundeskanzleramt/Kunst sollen Klarheit über die eingesetzten Mittel der öffentlichen Hand ermöglichen. Wir schlagen vor, gemeinsam transparente Kriterien zu erarbeiten – gemeinsam mit Fördergebern, Künstler_innen und Vertreter_innen der Spartenhäuser / Strukturen.

    Die IG Freie Theater wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet und vertritt mehr als 1.500 Akteur_innen der freien darstellenden Kunst. Seit 2018 ist sie Gründungsmitglied und Sitz des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste mit Mitgliedern in derzeit 11 Ländern.

    Kontakt bei Rückfragen:
    IG Freie Theaterarbeit
    Ulrike Kuner - Geschäftsführung
    u.kuner@freietheater.at
    01/403 87 94

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  • 11.9.2019 - K(ein) EU Kommissariat für Kultur?

    Die IG Freie Theater als Mitglied des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste äußert anlässlich der soeben vorgestellten EU Kommissarinnen und Kommissare und deren Resorts große Besorgnis, da kein Resort für Kultur mehr vorgesehen ist.

    Kunst, Kultur, kultureller Austausch, Kreativwirtschaft sind ein wichtiger Bestandteil der europäischen Identität und Wertschöpfung. Zusammengenommen generiert dieser Bereich in Europa mehr Arbeitsplätze als die Automobilbranche.

    Kunst und Kultur werden von den Menschen, die in der EU leben, unter den wichtigsten Faktoren genannt, wenn es um die Frage nach einer europäischen Identität geht. Kunst und Kultur definieren immer die wesentlichen Merkmale, um ein positives Bild Europas zu beschreiben.

    Die Akteur_innen der Kultur, der Künste und der Kreativwirtschaft brauchen eine Stimme und eine politische Verantwortung auf europäischer Ebene und innerhalb der Europäischen Kommission.

    Der Europäische Dachverband der Freien Darstellenden Künste fordert eindringlich eine Korrektur in dieser wichtigen Strukturentscheidung und bittet die neue Kommissionspräsidentin zu erläutern, warum die Vorschläge zur Neubesetzung der Kommission derzeit keine Kommissarin/keinen Kommissar für Kultur enthalten.

     

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  • EFFE Awards vergeben

     

    Am 26. September wurden in Brüssel 5 Festivals mit dem EFFE Award 2019 - 2020 ausgezeichnet.
    Darüber hinaus wurde das EFFE Audience Choice Festival gekürt und Frie Leysen (Gründerin des Kunstenfestivaldesarts) sowie Dieter Kosslick (ehemaliger Direktor der Berlinale) erhielten den EFFE Lifetime Award.

    Eine internationale Jury unter dem Vorsitz von Sir Jonathan Mills, ehemaliger Direktor des Edinburgh International Festival, wählte aus 705 Festivals mit EFFE Label 2019 - 2020 folgende Gewinner aus:

    Conrad Festival, Krakau - Polen
    Festival Deltebre Dansa, Deltebre - Spanien
    Førde Traditional and World Music Festival, Førde - Norwegen
    GogolFEST - Multidisciplinary International Festival of Contemporary Art, div. Städte - Ukraine
    Welcome to The Village, Leeuwarden – Niederlande

    Der Publikumspreis ging an das  Varna Summer International Music Festival  in Bulgarien.

    Mehr Informationen dazu hier: festivalfinder.eu/news

    Wir gratulieren herzlich!

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  • 6.9.2019 Berlin: Branchentreff der Freien Darstellenden Künste / Update EAIPA

    6.9.2019 Berlin: Branchentreff der Freien Darstellenden Künste in den Sophiensälen in Berlin.

    Update des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste. Was ist der aktuelle Stand der solidarischen Vernetzung, die Kulturschaffende und ihre regionalen Strukturen stärkt?

    Gerry Woop (Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa) zeichnete in seinem Eingangsstatement ein Bild der Europäischen Kulturpolitik, in welcher Kultur zum einen als ‚Aquakultur‘ vorkommt, andererseits er aber auch Verständnis dafür aufbringt, wenn Künstler_innen und Künstler nicht den sozialen Scherbenhaufen einer neoliberalen Politik mittels künstlerischer Projekte zusammenkleben wollen. Er forderte einen größeren Respekt vor den Leistungen der Künstler_innen und Künstler und nahm gerne die Anregung auf – und mit -, dass in künftigen EU Kulturprogrammen das Wort ‚KUNST‘ wieder Platz findet – und KULTUR nicht zum Anhängsel welcher XXkultur auch immer verkommt.

    In der anschließenden Diskussion, moderiert von Essi Kalima vom Finnland-Institut, berichtete Ulrike Kuner über den Status Quo des Europäischen Dachverbandes der Freien Darstellenden Künste, während Inga Remeta von der Interessensvertretung aus Slowenien sehr interessant ihre Position erläuterte, warum es gerade für Interessenvertretungen aus kleineren Ländern Europas wichtig ist, in einem Europäischen Dachverband Stimme zu haben und dadurch konkrete Inhalte zu adressieren. Der Austausch zeigt auch, dass die Probleme der Freien Szene überall ähnlich gelagert sind – und wir hier gemeinsam eine Stoßrichtung entwickeln müssen.  

    Beteiligte:

    • Inga Remeta (Društvo Asociacija Slovenija)
    • Ulrike Kuner (The European Association Of Independent Performing Arts – EAIPA, IG Freie Theater Österreich)

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  • Musterverträge für Mitglieder ab sofort erhältlich

    Nie waren Musterverträge so hilfreich und nützlich wie heute.
    Mitglieder der IG Freie Theater stellen wir unsere frisch erarbeiteten Musterverträge für den freien darstellenden Bereich kostenlos zur Verfügung. Eine Mitgliedschaft lohnt sich also noch mehr!
    Es gibt: Bühnenarbeitsvertrag, Stückvertrag, Gastvertrag, freier Dienstvertrag, Werkvertrag und viele mehr.

    Weitere Infos zu den Vorteilen einer Mitgliedschaft bei der IG Freie Theater: freietheater.at/about/mitgliedschaft/

     

     

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  • Änderungen bei Förderanträgen in Wien (MA7)

    Neue Einreichfristen & Antragsprocedere ab September 2019

    Die IG Freie Theaterarbeit und das Kuratorium luden am 24. Mai zu einer Info-Veranstaltung ins Kosmos Theater, um die neuen Einreichtermine und das modifizierte, zweistufige Evaluierungsprocedere vorzustellen und zu diskutieren. Zum nächsten NEUEN Einreichtermin 15. September 2019 ändern sich die Regeln. Alle Infos im Detail auf der Website des Kuratoriums für Theater, Tanz und Performance.

    Wir danken für das volle Haus, die konstruktive Atmosphäre und das rege Feedback. Für alle, die nicht kommen konnten oder Einzelheiten vergessen haben, empfehlen wir: Nachlesen.

    Achtung für Antragsteller_innen für 1- und 2-Jahresförderungen (Projektbeginn 2021): Die Einreichfrist hierfür ist bereits der 15. September 2019!

    Und für Rückfragen stehen wir bzw. die Teams des Kuratoriums und der MA7 gerne bereit.

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  • Neues aus OÖ: Trotz Zusagen noch höhere Kürzungen als erwartet

    Unsere Kolleg_innen von der KUPF OÖ haben heute Vormittag am 09.08. in einer Pressekonferenz die aktuellen enttäuschenden Zahlen und Informationen bzgl der Kunst- und Kulturförderungen 2018 analysiert und vorgestellt:

    Kulturszene enttäuscht vom Vorgehen der Landespolitik

    „Wenn, dann sterben wir einen lauten Tod“

    Die Analyse des Rechnungsabschluss 2018 zeigt erstmals auf: Oberösterreichs zeitgenössische Kunst- und Kulturszene wurde im Budgetvollzug noch stärker gekürzt als ursprünglich geplant. Nachdem 17.240 BürgerInnen die Petition „Rettet das Kulturland OÖ“ unterzeichnet hatten, legte die KUPF OÖ konkrete Maßnahmen zur Sicherung des Kulturlands OÖ vor. Doch die Details des Rechnungsabschluss zeigen, dass selbst die wenigen vom Land OÖ gemachten Zusagen nicht eingehalten wurden. Oberösterreichs Kulturszene zeigt sich enttäuscht vom Vorgehen der Politik.

    Der vollständige Artikel und die Analysen hier:
    https://kupf.at/presseaussendungen/rechnungsabschluss-2018-trotz-zusagen-noch-hoehere-kuerzungen/

     

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  • IG Freie Theater GV und neuer Vorstand

    Am 21. Juni fand unsere Generalversammlung statt. Der neue Vorstand wurde gewählt und besteht aus: Inge Gappmaier, Charlotta Ruth, Sara Ostertag, Sabine Reiter, Martin Ojster, Barbara Herold, Veronika Glatzner und Daniela Oberrauch.

    An Claudia Seigmann, Thomas Hinterberger und Katharina Dilena vielen Dank für die Zusammenarbeit.

    Zum Abschluss fand ein Netzwerk-Treffen der Bundeslandsprecher_innen statt.

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  • 29.5.2019 - "Performing Europe" - Präsentation EAIPA - European Association of Independent Performing Arts beim Performing Arts Festival in Berlin

    29.5.2019 – „Performing Europe“ – Präsentation EAIPA – European Association of Independent Performing Arts beim Performing Arts Festival in Berlin

    "Performing Europe" am 29.5.2019 in Berlin / Performing Arts Festival.

    Der Europäische Dachverband der Freien Darstellenden Künste / European Association of Independent Performing Arts erweckt großes Interesse. Im Rahmen des Performing Arts Festival in Berlin sprachen wir am 29.5 lange - und vor über 60 interessierten Zuhörer_innen eines internationalen Fachpublikums - über die Idee zur Gründung, die aktuellen Handlungsfelder von EAIPA, unsere künftige Agenden. Axel Tangerding / BVFDK und meta-theater verfolgte die Idee einer dauerhaften Kooperation der einzelnen Interessenvertretungen in ganz Europa bereits seit mehr als fünf Jahren. Dass es tatsächlich letztes Jahr zur Gründung des Dachverbands kam, ist nicht zuletzt dem großen Engagement der IG Freie Theater zu verdanken. Ulrike Kuner (GF IGFT Österreich) und Stephan Behrmann (GF des BVFDK in Berlin) arbeiteten monatelang an der Ausarbeitung der Statuten; im ständigen Feedbackprozess mit den Gründungsmitgliedern aus bereits 11 europäischen Ländern. Eine wirklich intensive und spannende Arbeit, denn damit wurden die Spielregeln von EAIPA festgeschrieben, sämtliche Player definiert und integriert, alle möglichen Unwägbarkeiten und Herausforderungen mehrmals durchgespielt und Wege aufgezeigt. Wir wissen also sehr genau, was es heißt wenn unser österr. Bundespräsident die "Schönheit und Eleganz der Verfassung" lobt - wir haben das Ganze für die europäische Zusammenarbeit der Interessenvertretungen der freien darstellenden Künstler_innen und Akteur_innen erstellt, und es war eine großartige Zeit und Erfahrung!
    Jetzt geht es weiter, wir haben bereits drei große Projekte realisiert: Die "recommendations" zum neuen Creative Europe Programm, einen sehr spannenden Research zur Förder- und sozialen Situation der freien darstellenden Künste in 8 europäischen Ländern "Introduction to the Independent Performing Arts in Europe. Eight European Performing Arts Structures at a Glance", editiert von Thomas F. Eder, und wir haben an die Kandidaten zur EU-Wahl im Mai 2019 im Vorfeld 10 konkrete Fragen bezüglich ihrer Unterstützung der Freien Darstellenden Künste in allen Mitgliedsländern gestellt. Gerade sammeln wir die Ergebnisse und veröffentlichen sie dann.

    Das Interesse aus ganz Europa ist sehr groß, wir erwarten noch dieses Jahr neue Mitgliedsorganisationen aus Norwegen, Island, Litauen und der Ukraine. Wir bauen unseren Weg hin zu einer vergrößerten Sichtbarkeit der Freien Szene, zu qualitativen und quantitativen Darstellungen der Szene in Europa, zu Zugänglichkeiten zu Fördermitteln auch auf EU-Ebene weiter - und schnell - aus. Keep going!

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  • 24.5.2019 - Infoveranstaltung: geplante Änderungen bei Förderanträgen an die Stadt Wien

    Knapp 100 Künstler_innen waren am Freitag, den 24. Mai um 10 Uhr im Kosmos Theater in Wien anzutreffen, als die Kurator_innen für Theater, Tanz und Performance die geplanten Änderungen bei den Förderanträgen an die Stadt Wien bekanntgaben und zu Feedback, Diskussion und Input luden.

    Nachfolgend haben wir die wichtigsten Fakten für euch zusammengefasst.

    Allen voran: Bei der nächsten Einreichung am 15. Juni 2019 für Projekte in der ersten Jahreshälfte 2020 ändert sich noch nichts!

     

    Beim übernächsten Termin wird es voraussichtlich folgende Änderungen geben:

    Einführung neuer Fristen

    Vorverlegung der Termine für mehr Planungssicherheit (um ca. 4 Monate)

    • 15. September (bisher 15. Januar): 1- und 2-Jahresförderung, Projektförderung (2. Jahreshälfte des Folgejahres) / Entscheidung: Mitte Januar
    • 15. Februar (bisher 15. Juni): Projektförderung (1. Jahreshälfte des Folgejahres) / Entscheidung: Ende Mai

    Einführung eines zweistufigen Verfahrens

    • Stufe 1: schriftliche Ausfertigung
    • Stufe 2: Vorauswahl und Gespräche

    Die Einreichung ist ab Herbst 2019 ausschließlich elektronisch möglich.

     

    Nähere Infos alsbald auf unserer Website und der Website des Kuratoriums.

    Bis zur endgültigen Fixierung (und Veröffentlichung) der geplanten Änderungen wendet euch bei Fragen an uns!

     

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  • Dokumentation Symposium Freie Szene – Freie Kunst!

    Am 8./9. April fand auf Initiative der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, und den Interessenvertretungen der österreichischen Kunst- und Kulturszene ein erstes gemeinsames Symposium unter dem Titel FREIE SZENE – FREIE KUNST statt. Fachspezifisch wie auch genreübergreifend wurden Diskussionen zu der strukturell prekären und aktuell brisanten Situation der freien Kunstschaffenden in Österreich geführt. Über 500 Akteur_innen und Interessierte informierten sich über den Status Quo der Szene(n) und leiteten daraus und aus internationalen Best-Practice-Beispielen Möglichkeiten für Wien ab.

    In der Dokumentation finden sich Zusammenfassungen der Redebeiträge und der Ergebnisse der Arbeitsgruppen.

    Die Dokumentation ist hier downloadbar: Freie Szene – Freie Kunst - Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien

    Wir danken allen Mitwirkenden und denen, die dabei waren für Ihre Inputs und ihre Teilnahme!

    Die Initiative wurde getragen durch u. a. IG Kultur Wien, Dachverband der Filmschaffenden, mica - music austria / Initiative der freien Musikszene Wien, IG Bildende Kunst, IG Autorinnen und Autoren, organisiert wurde das Symposium darüber hinaus von der IG Freie Theater.

    Neben dem Referat der Kulturstadträtin waren Ansprechpartner_innen für alle Sparten der MA7 anwesend sowie Vertreter_innen des Bundeskanzleramts/Kunstsektion und Verantwortliche aus den Bundesländern und Gemeinden als Gesprächspartner_innen in den Diskussionsrunden involviert.

    Folgeveranstaltungen sind bereits in Planung, und zu Beginn 2020 setzen wir uns wieder im Rahmen eines Symposiums mit der Problematik von Infrastrukturen/Räumen für die freie Szene auseinander.

     

     

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  • IG Freie Theater blickt auf eine erfolgreiche und aktive Saison 2018/2019 zurück

    Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Künstler_innen der Freien Szene in Österreich verlässliche Unterstützung benötigen, um überleben zu können, aber auch um neue Kunst, neue Theaterformen und Produktionen professionell realisieren zu können.
     
    Die großen Herausforderungen liegen nach wie vor bei der sozialen Absicherung von Künstler_innen. Wir sind dabei, gemeinsam mit der Politik etwa die Einführung von Honoraruntergrenzen auszutesten, belastbare Zahlen und Statistiken für die Szene zu erarbeiten und speisen auch internationale Erfahrungen in die Diskussion mit ein.
     
    Die Gründung des Europäischen Dachverbands der Freien Darstellenden Künste und dessen Ansiedlung in Wien zeugen von einem großen Bedarf nach verlässlicher Information über die Szene europaweit, und eine erste Publikation zu dieser Thematik liegt vor.
     
    Wir freuen uns auf die nächste Saison und setzen unseren Weg konsequent fort: in Wien, in Österreich und europaweit. Für Österreichs Schauspieler_innen, Tänzer_innen, Choreograf_innen, Regisseur_innen - und alle, die sonst dabei sind, das Bühnengeschehen bzw. künstlerische Arbeitsweisen neu zu denken und zu machen!

    Von September 2018 bis Ende Juni 2019
    ·       hat das Team der IGFT 983 Personen beraten (=durchschnittlich 98,3 Personen pro Monat)
    ·       in 55 lokalen, nationalen und internationalen Veranstaltungen unser Know-How weitergegeben (=durchschnittlich 1,2 Veranstaltungen pro Woche)
    ·       lag die Frauenquote bei den CONSULTATIONS bei über 74%, bei unseren Mitgliedern bei 73%
    ·       Und: Wir hatten das Vergnügen die Arbeit der Freien Darstellenden Kunstszene in Österreich bei 119 Vorstellungen zu sehen! (Stand: 26.6.2019)

    Ausführlich über die Tätigkeiten der IG Freie Theater im Jahr 2018 informiert unser Jahresrückblick, der als PDF hier zu finden ist: http://freietheater.at/wp-content/uploads/2019/07/IGFT_T%C3%A4tigkeitsbericht_2018.pdf

    Das Team der IGFT wünscht einen schönen Sommer!

    Ulrike Kuner
    Julia Kronenberg
    Barbara Stüwe-Eßl

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  • Die PowerPoint-Präsentationen zum Arts for Health Workshop des Bundeskanzleramt am 5.12.2019 von Katherine Taylor, Johanna Vuolasto und Barbara Stüwe-Eßl sind auf der Creative Europe Seite Österreich bereits downloadbar.

     

    Der Bericht wird im Jänner 2020 veröffentlicht. Wir halten euch am Laufenden.
     
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  • 4.11.2018 - European Association of Independent Performing Arts - 1. Präsentation in München / IETM annual meeting

    Am 4.11.2018 erfolgte die offizielle Präsentation der EUROPEAN ASSOCATION OF INDEPENDENT PERFORMING ARTS im Rahmen des ietm- plenary meetings in München.
    Vorgestellt wurde der neu gewählte Gründungsvorstand, aber auch ein erster Vergleich der Förderstrukturen der Freien Szene in 8 europäischen Ländern.

    ***

    Der Europäische Dachverband der Freien Darstellenden Künste / European Association of Independent Performing Arts wurde 2018 gegründet.
    Er vertritt die Interessen der Akteur_innen der Freien Szene auf europäischer Ebene und forciert den kulturpolitischen Austausch durch konkrete Information und Vorschläge.

    Mitglieder sind aktuell Interessensgemeinschaften in Österreich, Bulgarien, Tschechische Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweden und der Schweiz.

    Introduction to the Independent Performing Arts in Europa. Eight European Performing Arts Structures at a Glance. Published by EAIPA, 2018.

    Bilder: Regine Heiland

    Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein Vergleich der (Förder)situation der Freien Darstellenden Künste in acht Ländern Europas erarbeitet, welcher am 4.11.2018 im Rahmen des internationalen Netzwerktreffens IETM Munich in Zusammenarbeit mit dem Festival "Politik im Freien Theater" und der Bundeszentrale für Politische Bildung in München von Thomas F. Eder vorgestellt wurde. Zum ersten Mal wurde damit die Fördersituation in acht Ländern Europas strukturell untersucht und vergleichend dargestellt. Vor allem statistische, finanzielle und soziale Indikatoren - wie  etwa 'Armutsrisiken für Künstler_innen' - fanden in diesem Vergleich Beachtung. Zugleich wurde deutlich, wie schwierig – und lückenhaft - sich die Zahlensituation insgesamt gestaltet. Ein Ansporn für EAIPA, in den kommenden Jahren mit einer fundierten Studie und detailliertem Zahlenmaterial nachzulegen! 

    Für IGFT Mitglieder ab 22.11.2018 kostenlos erhältlich!

    GRÜNDUNGSVORSTAND

    Am Sonntag, 4.11.2018, präsentierten sich die frisch gewählten Vorstandsmitglieder im Rahmen des IETM - International network for contemporary performing arts plenary meetings in München.

    Ulrike Kuner - President (IG Freie Theater, Österreich)
    Kathin Hrusanova - Vice-President (ACT Association, Bulgarien)
    George Remes - Secretary (Association of Independent Theatre, Rumänien).
    Davide D'Antonio - Treasurer (Etre Assoziazione, Italien)
    Axel Tangerding - Communication Manager (BFDK, Deutschland)
    Lena Gustafsson (Teatercentrum, Schweden)
    Nina M. Kohler (t.Theaterschaffende, Schweiz)

    Bilder: Regine Heiland

    Darüber hinaus wurden verschiedene Arbeitsgruppen installiert, die sich mit der Ausarbeitung konkreter Themen beschäftigen. U.a. mit:

    • Regionale Kooperationen in Europa / Regional collaboration in Europe
    • Identifikation von europäischen best-practice Modellen / Identification of best-practice models

    Der Europäische Dachverband hat zum Ziel, die Rahmenbedingungen der darstellenden Einzelkünstler*innen, Künstler*innengruppen, von freien Theatern und anderen künstlerischen Unternehmen sowie von allen mit der Branche verbundenen Berufsgruppen und Infrastrukturen in struktureller, sozialer, rechtlicher, finanzieller, politischer, organisatorischer, künstlerischer und kultureller Hinsicht zu verbessern. Außerdem soll die öffentliche Wahrnehmung der Freien Szene als bestimmende Kraft der Kunstlandschaft in Europa gestärkt sowie die Freien Darstellenden Künste auf europäischer Ebene sichtbarer vertreten werden.
    Derzeit sind elf Länder vertreten, der Ausbau des Dachverbandes wird aktiv vorangetrieben.

    Bilder: Regine Heiland

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  • Expected or Surprising - Theatercentrum Sweden 2019

    Expected or surprising – an analytic tool about norms, inclusiveness and artistic choices in the performing arts. Edited by Teatercentrum Sweden, 2019

    Analytischer Leitfaden: Normen, Diversität und künstlerische Entscheidungen im Theater

    Im Rahmen des Projekts „Friktionskraft“ von Teatercentrum ist ein Hilfsmittel zur Selbstreflektion und künstlerischen Weiterentwicklung entstanden.

    Zwei Fragebögen und Leitfäden – einen für Künstler_innen, einen für Organisator_innen/Produzent_innen – helfen bei der Entwicklung von Stücken und Produktionen durch Selbstreflexion btr. inklusiver Standards und Normen.

     

     

    Organisator_innen und Theaterschaffenden wird mit diesem Tool ein besserer Umgang mit Diversität ermöglicht, indem Normen und Machtstrukturen erkennbar werden. Es soll als Inspiration dienen und kann bei der Planung des Programms, bevor eine bestimmte Performance in Auftrag gegeben wird oder auch nach einer Aufführungsreihe herangezogen werden.

    Die Broschüre (auf englisch) ist hier als pdf zu erhalten: Ensemble // Organizer

    Hier als Beispiel einige Fragen aus dem Tool, die zur Analyse herangezogen werden können:

    Allgemeine Fragen über die Performance:

    • Worum geht es?
    • Wer ist die Zielgruppe?

    Das Produktionsteam (Skript, Choreografie, Maske, Licht etc.):

    • Wie werden die einzelnen Beteiligten nach außen hin präsentiert?
    • Was unterscheidet sie voneinander und was haben sie gemeinsam?

    Das Skript (Worauf basiert das Stück?):

    • Bezieht sich die Performance auf ein neues Skript, einen Klassiker oder wurden andere Materialien als Inspirationsquelle genutzt?
    • Wann und wo wird das Stück aufgeführt?
    • Wie hängt diese Produktion mit Früheren zusammen?

    Die Rollen:

    • Welche Rollen gibt es und welche Charakteristika kennzeichnen sie? (Alter, Nationalität, sexuelle Ausrichtung etc. berücksichtigen)
    • Wem wurde welche Rolle zugeteilt und was sind die Hauptrollen? Plus: Nähere Beleuchtung der Rollen – also zb. Welche Rolle Entscheidungen fällt, sich verliebt, neues lernt etc.
    • Wie äußern sich Gefühle wie Trauer, Wut, Liebe etc. in den unterschiedlichen Rollen?
    • Wie werden die einzelnen Rollen präsentiert? Welche Rolle wird als dumm, attraktiv, lustig, langweilig etc dargestellt?

    Die Performance:

    • Aus welcher Perspektive folgt das Publikum dem Stück? Gibt es einen Erzähler?
    • Wie gehen die einzelnen Schauspieler mit der Bühnensituation um? (Position, Körperhaltung, Requisiten etc.)
    • Wie setzen die Schauspieler ihre Stimme ein? (Lautstärke, Pausen, Dialekt etc.)
    • Wie werden Status und Power auf der Bühne charakterisiert?
    • Mit welchen Mitteln wird die geschlechtliche und sexuelle Identität sichtbar gemacht? (Kostüm, Maske, Körpersprache, Bart, Frisur, Ausdrucksweise etc.)
    • Wird Sexualität gezeichnet? Wenn ja, wie?
    • Wie werden die Charaktere mithilfe von Musik, Ton und Licht untermalt und inwiefern beeinflusst dies das Stück (trägt es zum Verständnis der Charaktere/der Geschichte bei o.a?)

    Das Publikum:

    • Welchen ersten Eindruck hat der Zuseher vom Veranstaltungsort? Auf welche Weise wurden die Zuseher zur Vorstellung geladen? Wird eine Interaktion von ihnen erwartet und wie sind die Reaktionen darauf? Ist das Publikum aufgerufen während der Performance zu sitzen, zu stehen oder sich zu bewegen? Wird vorausgesetzt, dass das Publikum eine bestimmte Sprache versteht, sehen/hören kann bzw still sein kann? Nimmt das Stück auf etwas Bezug, von dem erwartet wird, dass es verstanden wird?
    • Gibt es Charaktere in dem Stück, mit welchen sich die Zuseher identifizieren könnten?
    • Wann und wie endet die Performance?
    • Was geschieht nach der Performance? (Gibt es eine Diskussion, einen Workshop?)

    Die einzelnen Fragen sollen jedoch nicht als strikt und festgelegt betrachtet werden – manche der aufgeführten Fragen werden im Einzelfall vielleicht weniger relevant sein, während die eine oder andere Frage zur Schaffung einer situationsgerechten Methodik ergänzt werden sollte.

     

     

     

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  • NEU: Info-Blatt "Pension"

    15.2.2019

    In Österreich nähert sich die erste Generation der Künstlerinnen und Künstler, die in der Freien Szene aktiv sind, langsam dem Rentenalter. Uns erreichen vermehrt Anfragen, wie Pensionsbezüge für diese großteils frei arbeitenden Künstler_innen organisiert sind und in welcher Höhe Bezüge zu erwarten sind.

    Einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, über Berechnungsmodelle und auch Beispiele findet ihr hier: IGFT Infoblatt Pension_2019
    Wir haben aber auch die Problematiken der Alterspension in den Freien Darstellenden Künsten aufgezeigt und zusammengefasst.

    Über Eure Rückmeldungen freuen wir uns, und wir aktualisieren unsere Infos selbstverständlich laufend!

     

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  • Sozialversicherungsbeiträge 2019

    Beiträge, Grenzen, Überblick. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen.

     

    Geringfügigkeitsgrenze 2019: € 446,81 / Monat

    • Bei einer Anstellung unter der GF-Grenze bist du nicht versichert und hast die Möglichkeit einer freiwilligen Selbstversicherung bei der GKK
    • Bei einer Anstellung über der GF-Grenze werden automatisch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen, du bist für diesen Zeitraum kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert!

    Pflichtversicherung SVA 2019 ab einem Gewinn von: € 5.361,72 / Jahr 2019

    • Übersteigt dein Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben = Gewinn) aus selbständiger Tätigkeit im Jahr 2019 den Betrag von € 5.361,72 wirst du pflichtversicherungspflichtig bei der SVA (Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft) für das gesamte Jahr 2019.

    Mindestbeiträge in der Pflichtversicherung der SVA 2019: € 133,47 / Monat

    • Die Beitragshöhe zur SVA liegen bei ca. 28% deines Jahresgewinns
    • Die Mindestbeiträge für ein Jahreseinkommen von € 5.361,72 liegen bei € 133,47 pro Monat

    Maximaler Beitragszuschuss des Künstler-Sozialversicherungsfonds: € 158,- / Monat

    • Der KSVF unterstützt selbständige Künstler_innen mit einem Zuschuss zu ihren Sozialversicherungsbeiträgen. Achtung: Mindest- und Höchstgrenzen beachten!

    Freiwillige Kranken- und Unfallversicherung der SVA (Opting In): € 43,97 / Monat

    • Liegt der Gewinn aus selbständiger Tätigkeit unter € 5.361,72 im Jahr 2019, kannst du dich auf Monatsbasis bei der SVA freiwillig versichern (Opting In). Achtung: Nur Kranken- und Unfallversicherung, keine Pensionsversicherung!

    Selbstversicherung GKK bei geringfügiger Beschäftigung: € 63,07 / Monat

    • Hast du eine GF-Anstellung, kannst du dich bei der GKK für diese Monate freiwillig versichern und genießt eine Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

    Selbstversicherung GKK als Student_in: € 59,57 / Monat

    • Studierst und lebst du in Österreich, kannst du dich bei der GKK für diese Monate freiwillig als Student_in versichern. Achtung: Nur Kranken- und Unfallversicherung, keine Pensionsversicherung!
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  • Erweiterungen der Förderungsmöglichkeiten im Bereich der darstellenden Kunst

    05.12.2018

    Erfreuliche Nachrichten aus dem Bundeskanzleramt: der Beirat für darstellende Kunst hat die Förderungskriterien überarbeitet und ein Infoblatt dazu erstellt.

    Die Neuerungen auf einen Blick:

    • Bühnen, die mindestens drei Neuproduktionen/Jahr planen (statt bisher: 4), können um Jahresprogrammförderung ansuchen.
    • Freie Gruppen, die mindestens zwei Neuproduktionen/Jahr in den Bereichen Theater, Tanz oder Performance planen, können um Jahresprogrammförderung ansuchen.

    Unter Einhaltung der formalen Kriterien können Ansuchen auf Jahresprogrammförderung für das jeweils nächste Kalenderjahr bis spätestens 31. Oktober eingereicht werden.
    Voraussetzung ist unter anderem ein kontinuierlicher Spielbetrieb.
    Detaillierte Angaben zur Jahresprogrammförderung finden Sie unter: kunstkultur.bka.gv.at/Jahresprogrammfoerderung

    • Koproduktionen
      Im Falle von Koproduktionen müssen eine Koproduktionsvereinbarung und eine gemeinsame Kalkulation vorgelegt werden.

    Vereinheitlichung der Einreichtermine ab Februar 2019:

    1. April: Musik, darstellende Kunst, Musiktheater und Festspiele/Festivals
    • Produktions- und Projektkostenzuschüsse (für Produktionen ab der zweiten Jahreshälfte)
    • Festspiele/Festivals, die ab der zweiten Jahreshälfte stattfinden
    1. Oktober: Musik, darstellende Kunst, Musiktheater und Festspiele/Festivals
    • Jahresprogrammförderungen
    • Produktions- und Projektkostenzuschüsse (für Produktionen ab dem nächsten Kalenderjahr)
    • Festspiele/Festivals, die ab dem nächsten Kalenderjahr stattfinden

    Alle Einreichfristen verstehen sich als spätestmögliche Einreichtermine (es gilt der Poststempel).

    • Eine frühzeitige Einreichung empfiehlt sich.
    • Förderungen für bereits begonnene oder schon abgeschlossene Projekte sind nicht möglich.
    • Alle Einreichtermine inklusive jener für Stipendien, Reise-, Tournee- und Fortbildungskostenzuschüsse sind unter kunstkultur.bka.gv.at/einreichfristen zu finden.

    Detaillierte Informationen zu den Förderprogrammen und eine Liste der jeweils erforderlichen Unterlagen finden Sie unter: kunstkultur.bka.gv.at/foerderungen

     

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  • TheaterVolk – Was bewegt das Wiener Publikum, Gespräch im Volkstheater

    30.1.2019

    Am Montag, den 28.01. 2019 lud das Büro der Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler ins Volkstheater, um gemeinsam mit Schriftsteller Franz Schuh, dem Ko-Intendanten des Maxim-Gorki-Theaters Jens Hillje sowie dem leitenden Dramaturgen des Volkstheaters, Roland Koberg, über Theatervergnügen und Zuschauer_innen zu diskutieren.

    Unter dem Motto „TheaterVolk – Was bewegt das Wiener Publikum“ wurden, - moderiert von Veronica Kaup-Hasler selbst - , Themen verhandelt, die sich mit der (kulturpolitischen-)Wiener Theaterszene auseinandersetzen.

    Franz Schuh machte sich zu Beginn in einem Essay Gedanken über die Wiener_innen und ihre Faszination und Liebe zu den Schauspieler_innen der Stadt, sowie dem Theater im Allgemeinen.
    Er sprach vom Nachkriegswien als „Schauspieler Monarchie“ und der Trivialisierung der Schauspielkunst.

    Jens Hillje berichtete aus Berlin, wo es mit dem Maksim-Gorki-Theater gelungen ist, ein ganz neues Publikum zu erschließen, indem auf die Zusammensetzung der Bevölkerung aus einem Drittel aus Westdeutschland stammend, einem Drittel mit einem ostdeutschen Hintergrund und einem Drittel neuer Berliner_innen mit nicht deutschen Familiennamen eingegangen wurde und sowohl im Ensemble als auch bei der Regie auf Diversität Wert gelegt wurde - und Stücke zu sehen sind, die den kulturellen Hintergrund dieses Publikums aufnehmen und verarbeiten. Zugrunde lag der Gedanke, das dieses Haus nicht nur durch die Steuergelder dieser neuen Berliner_innen mitfinanziert wurde, sondern eine Identifikation mit dem Theater stattfinden muss. Denn - so Hillje- Menschen gehen ins Theater, wenn dort ihre Anliegen verhandelt werden.

    Spannend auch seine Aussagen, dass ein Publikum konstant über einen Zeitraum - er gibt 10 - 20 Jahre an - aufgebaut werden muss. Und dies nicht nur von einem Theater oder einer Organisation selber, hier müssen sich die Häuser gegenseitig unterstützen und gezielt mit jeder Produktion neue Schichten ansprechen, neue Verbindlichkeiten schaffen, Neugierde breit wecken. Dann funktioniert eine Auslastung auch ohne Abosystem - wie in Berlin -, aber Kooperationen, neue Theaterformen, das Interesse am Publikum sind unabdingbar.

    Koberg, der ebenfalls mit der Berliner Szene vertraut ist, verortete den größten Unterschied zwischen Berliner und Wiener Publikum in der Abneigung der Wiener_innen zu Konzepten, genau diese würden jedoch von jenen erwartet, die sich in Zukunft die Leitung des Volkstheaters zutrauen.

    Bei der anschließenden Diskussion ließ Kaup-Hasler mit der Aussage aufhorchen, dass sie das Volkstheater nicht nur als Haus für die Freie Szene sehe, sie sich jedoch einen größeren Fluss zwischen Freier Szene, Mittelbühnen und den großen Theatern wünsche: "Die Haut des Theaters perforieren".  Sie bemühe sich sehr um einen Ausbau der Finanzierung des Hauses, ließ Kaup-Hasler wissen, und sprach auch von der zukünftigen Notwendigkeit eines Kernensembles für das Volkstheater.

    Eine Neuerung bei der Bestellung der kommenden Leitung wird das Auswahlverfahren darstellen, die Kulturstadträtin kündigte dafür eine Jury aus Expert_innen und Eigentümervertreter_innen an, der sie selbst aber nicht angehöre.

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  • Freie Szene - Freie Kunst Podcast

    Das Symposium Freie Szene - Freie Kunst vom 8. und 9. April 2019 im Gartenbaukino Wien gibt es jetzt für alle auf kulturwoche.at als Podcast zum nachhören. Viel Alles!

    Teil 1

    Teil 2

    Teil 3

    Teil 4

    Foto: Patrick Trotter

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  • Freie Szene – Freie Kunst: Dokumentation jetzt online

    Rechtzeitig als Sommerlektüre erscheint die Dokumentation  Freie Szene – Freie Kunst - Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien.

    Am 8./9. April fand auf Initiative der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler, und den Interessenvertretungen der österreichischen Kunst- und Kulturszene ein erstes gemeinsames Symposium unter dem Titel FREIE SZENE – FREIE KUNST statt. Fachspezifisch wie auch genreübergreifend wurden Diskussionen zu der strukturell prekären und aktuell brisanten Situation der freien Kunstschaffenden in Österreich geführt. Über 500 Akteur_innen und Interessierte informierten sich über den Status Quo der Szene(n) und leiteten daraus und aus internationalen Best-Practice-Beispielen Möglichkeiten für Wien ab.

    In der Dokumentation finden sich Zusammenfassungen der Redebeiträge und der Ergebnisse der Arbeitsgruppen.

    Die Dokumentation ist hier downloadbar: Dokumentation Freie Szene – Freie Kunst - Soziale Gerechtigkeit – Fair Pay. Konkrete Strukturen und Ideen für Wien

    Die Initiative wurde getragen durch u. a. IG Kultur Wien, Dachverband der Filmschaffenden, mica - music austria / Initiative der freien Musikszene Wien, IG Bildende Kunst, IG Autorinnen und Autoren, organisiert wurde das Symposium darüber hinaus von der IG Freie Theater.

    Neben dem Referat der Kulturstadträtin waren Ansprechpartner_innen für alle Sparten der MA7 anwesend sowie Vertreter_innen des Bundeskanzleramts/Kunstsektion und Verantwortliche aus den Bundesländern und Gemeinden als Gesprächspartner_innen in den Diskussionsrunden involviert.

    Folgeveranstaltungen sind bereits in Planung, und zu Beginn 2020 setzen wir uns wieder im Rahmen eines Symposiums mit der Problematik von Infrastrukturen/Räumen für die freie Szene auseinander.

     

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  • Infoveranstaltung: Projektkostenzuschuss BKA

    KULTURFÖRDERUNGEN BUNDESKANZLERAMT, Abt. II/2 – Musik & darstellende Kunst

    Am 25.3. war Mag. Eva Kohout zu Gast in der IG Freie Theater und bot den Kunstschaffenden praktische Perspektiven im Bereich der Kulturförderungen.
    Grundlage für die Kulturförderung ist das Kunstförderungsgesetz. Ein Zusammenspiel von Bund, Ländern und Gemeinden trägt zur Komplexität der österreichischen Förderlandschaft bei: Die primäre Zuständigkeit geht von den Gebietskörperschaften und den Ländern aus, während der Bund lediglich unterstützend, also subsidiär wirkt. Der Bund fördert im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung – Beschlüsse werden mit Förderungsverträgen fixiert, Rechtsanspruch besteht keiner.
    Die genauen Zahlen zu Förderungen, Stipendien, Preisen etc. können in den jeweiligen Kunst- und Kulturberichten nachgelesen werden: www.kunstkultur.bka.gv.at

    Voraussetzungen für eine Förderung:

    • Einreichberechtigt sind Vereine, Institutionen und Einzelpersonen mit Sitz in Österreich beziehungsweise österreichischer Staatsbürgerschaft
    • Vorhaben, die geeignet sind, beispielgebend zu wirken und die von überregionalem Interesse sind
    • Neuproduktion (keine Wiederaufnahme)
    • Förderwerber geht dem Projekt im Rahmen einer hauptberuflichen Tätigkeit nach
    • Einreichung muss rechtzeitig vor Beginn des Vorhabens geschehen.
    • Nur rechtzeitig und vollständig eingebrachte Anträge können bewilligt werden (Einreichfristen unbedingt beachten!)
    • Anträge müssen statutengemäß unterfertigt worden sein
    • angemessene Kalkulation

    Was wird nicht gefördert?

    Rein kommerzielle und touristisch geprägte Projekte, sowie Projekte von Laien und Amateuren. Personen, welche sich noch in Ausbildung befinden, erhalten Förderungen nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn die Tätigkeit bereits hauptberuflich erfolgt, die Ausbildung jedoch noch nicht ganz abgeschlossen ist.

    Link zu den Förderungen

     

    Bei einer Einreichung solltet Ihr beachten:

    • Bei Projektkostenzuschuss oder Jahresförderung wird die Zusage von Stadt Land benötigt.
    • Für die Einreichung benötigt ihr eine Originalunterschrift, die ihr per Post einreicht. (Per Email mit e-Signatur (Bürgerkarte))
    • Für eine Jahresprogrammförderung eines Theaters ist die Voraussetzung der kontinuierliche Spielbetrieb mit Sitz in Österreich. Mindestens 100 Spieltage im Jahr oder 3 Eigenproduktionen.
    • Projektkostenzuschuss für Theater, Tanz, Performance: Bei Koproduktionen: Koproduktionsvereinbarung und gemeinsame Kalkulation vorlegen!
    • Voraussetzungen Reise- & Tourneekostenzuschuss für Theater sind: Sitz in Österreich oder überwiegend in Österreich tätige Künstler
    • Auftritte in mindestens 2 Bundesländern (ausgenommen Premierensitz), oder in einem Bundesland und im Ausland

    Teilfinanzierung:

    • Einreichfrist spätestens 3 Monate vor Reisebeginn.
    • Auslandsstipendien für TänzerInnen: Wenn kein vergleichbares in Österreich existiert. 3 Monate vor Beginn Antrag stellen!

    Tipps

    • Der Antrag sollte mit einer klaren und übersichtlichen Projektbeschreibung einhergehen (alle Informationen über Konzept, Mitarbeiter, Zeitraum, etc.). Kommuniziere, was dieses Projekt von anderen unterscheidet, wer erreicht werden möchte und wie (Marketing) – maximal 10 Seiten.
    • Wenn ihr bisher keine Förderung bekommen habt, stellt frühere Projekte vor, damit die Kommission sich ein genaueres Bild machen kann.
    • Projekte, die im Rahmen von Jahresprogrammförderungen unterstützt werden, können keine gesonderten Anträge einreichen.
    • Wenn euer Projekt von der MA7 nicht gefördert wird, ist auch eine Förderung vom Bund nicht möglich.
      Die Erfolgsquoten der Förderungen beim Bund liegen bei 70 %, also unbedingt einreichen, wenn ihr Zusagen von den regionalen Gebietskörperschaften habt.
    • Änderungen in Kalkulation oder zeitliche Verzögerungen: unbedingt bekanntgeben!
    • Nach Projektabschluss: Nachweis, wie das Geld verwendet wurde.
      Sollte ein früherer Förderungsfall noch offen sein werden vorläufig keine neuen Förderungen genehmigt.
      Investitionsförderungen müssen zuerst vom Bund genehmigt werden.
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  • Female Burning Issues: Broschüre zu den Workshops frisch erschienen

    12.2.2019

    Zusammenfassung der wichtigsten Infos zum Thema Frauen und Berufsbilder in der Freien Theater- und Performanceszene

    Das Interesse an unserer im September 2018 begonnenen Workshop-Reihe Female Burning Issues war groß. Dies haben wir zum Anlass genommen, die wichtigsten Informationen zusammenzufassen und in Form einer Broschüre breiter – und nachhaltiger – zugänglich zu machen. Danke für die Unterstützung durch die MA 57 Frauenservice der Stadt Wien. 

    Entlang der Workshop-Themen informieren wir in dieser Broschüre zu den Themen Berufseinstieg (Ausbildung und Wege in den Beruf, Herausforderungen des Berufs), Erfahrungen von Akteurinnen der Freien Szene als Nicht-Österreicherin, Kind und Beruf, Into Business (inklusive Jahresbudgetplanungsvorschlag für selbständige Künstlerinnen), Selbstmarketing und (Frauen)netzwerke.

    Die Broschüre ist als pdf hier downloadbar und wird auch per Post gerne gratis zugesandt. Anfragen für die Zusendung an .

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  • Kunst und Kultur: Unser Koalitionsprogramm

    Pressekonferenz Kulturrat Österreich/Allianz von 75 Organisationen aus dem Kunst- und Kulturprogramm, 28.10.2019

    Am 28.10.2019 präsentierte eine von 75 Organisationen aus dem Kunst- und Kulturbereich getragene Allianz im Vorfeld der Regierungsbildung dringende kulturpolitische Notwendigkeiten im Kunst- und Kulturbereich. Angesichts der anstehenden Regierungsverhandlungen stellen die österreichischen Kunst- und Kultur-Interessensvertretungen ihr Koalitionsprogramm vor.

    Es enthält die Mindestanforderungen an das Kunst- und Kulturprogramm der Regierung für die nächsten fünf Jahre und beruht auf 4 Grundsätzen:

    – verlässliche Rahmenbedingungen für Kunst- und Kulturschaffende

    – Kunst und Kultur als Mittel der Auseinandersetzung und Verständigung

    – gleichberechtigter Umgang mit allen Beteiligten

    – offene Zugänge und Teilnahme für alle

    1. Wir fordern:
      Ein eigenständiges Bundesministerium für Kunst, Kultur und Medien inklusive Auslandskultur und Urheber_innenrecht.
    2. Einrichtung einer ständigen Arbeitsplattform zwischen den Ressort-Verantwortlichen für Kunst, Kultur und Medien und der Kunst- und Kulturszene mit mindestens vier Terminen im Jahr.
    3. Förderungsoffensive für Kunst und Kultur. Fokus auf die Kunst- und Kulturschaffenden, die Kunst- und Kulturinitiativen und ihre Interessenvertretungen.
    4. Jährliche Valorisierung der Kunst- und Kulturförderungsmittel und der Kunst- und Kulturförderungen.
    5. Besetzung von Beiräten und Jurys ausschließlich nach sachlich-inhaltlichen Gesichtspunkten mit Einspruchsmöglichkeit der Interessenvertretungen.
    6. Mehrjährige Förderverträge für alle Einrichtungen, deren Tätigkeit sich über ein Kalenderjahr erstreckt.
    7. Kostenwahrheit bei Förderhöhen durch Einhaltung sozialer und wirtschaftlicher Mindeststandards für Künstler_innen sowie Kulturarbeiter_innen (Fairpay).
    8. Durchgängige und durchlässige kulturelle und künstlerische Bildung vom Kindergarten bis zur universitären Ausbildung.
    9. Grundlegende Verbesserung der sozialen Absicherung von Kunst- und Kulturschaffenden und Reform des Künstler_innen-Sozialversicherungsfonds.
    10. Schaffung eines Urheber_innen-Vertragsrechts inklusive Gesamtvertragsfähigkeit für Berufsvereinigungen. Faire Vergütung von Urheber_innen und ausübenden Künstler_innen.
    11. Sicherung der Medienfreiheit und -vielfalt, insbesondere der Unabhängigkeit des ORF, des öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Kulturauftrags und des nichtkommerziellen Mediensektors.
    12. Einhaltung internationaler Verpflichtungen, insbesondere bei der Umsetzung von UNESCO-Konventionen in nationales und EU-Recht, auch gegenüber Kunst- und Kulturschaffenden aus Drittstaaten.

    Unterstützende Verbände und Einrichtungen des Kunst- und Kultursektors 
    (in alphabet. Reihenfolge): 

    AIEP Austria, Plattform österreichischer Kriminalschriftstellerinnen und -schriftsteller
    Alte Schmiede/Kunstverein Wien
    Anno Literatur Sonntag
    ASSITEJ Austria
    Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung Österreich
    ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler/innen Österreichs, Sektion Steiermark
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Landesverband Kärnten
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Landesverband für Wien, Niederösterreich, Burgenland
    Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs, Zentralverband
    BÖS – Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen
    BÖIA – Bund Österreichischer Innenarchitekten
    Crossing Europe Film Festival Linz
    Dachverband der österreichischen Filmschaffenden
    Dachverband Salzburger Kulturstätten
    Das Andere Theater - IG Freie Theater
    Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur
    Drehbuchverband Austria
    edition exil, verein exil
    Erstes Wiener Lesetheater und zweites Stegreiftheater
    Festival der Regionen
    Forum österreichischer Filmfestivals
    Forum Stadtpark
    Freies Radio Innsbruck FREIRAD
    Galerie St. Barbara – musik+ / OSTERFESTIVAL TIROL
    Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler, Künstlerhaus
    IG Autorinnen Autoren
    IG Bildende Kunst
    IG Freie Theaterarbeit
    IG Kultur Burgenland
    IG Kultur Österreich
    IG Kultur Steiermark
    IG Kultur Vorarlberg
    IG Kultur Wien
    IG KiKK – Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška
    IG Theater Tanz Performance Kärnten Koroška
    IG Übersetzerinnen Übersetzer
    IG World Music Austria
    Interessengemeinschaft österreichischer Dokumentarfilm, dok.at
    Kärntner SchriftstellerInnenverband – KSV
    Kulturforum Bad Radkersburg
    Kulturrat Österreich
    KUPF – Kulturplattform Oberösterreich
    Literatur Vorarlberg
    Literaturhaus am Inn
    Literaturhaus Salzburg
    Literaturhaus Wien
    Mödlinger Künstlerbund
    Ö.D.A. – Österreichische DialektautorInnen
    Österreichischer Blasmusikverband
    Österreichischer Komponistenbund
    Österreichischer Musikrat
    Österreichischer PEN-Club
    Österreichischer Regieverband, ADA
    Österreichischer Schriftsteller/innenverband
    Österreichischer Verband Filmschnitt, AEA
    PAKT Wien
    PODIUM Literaturkreis Schloss Neulengbach
    radio AGORA 105 I 5
    Radio ORANGE 94.0
    Robert Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv
    Schule für Dichtung in Wien - fsd
    TKI – Tiroler Kulturinitiativen
    Theater am Saumarkt
    Unabhängiges Literaturhaus NÖ
    Verband Filmregie Österreich
    Verband Freier Radios Österreich
    Verband Österreichischer FilmschauspielerInnen
    Verband Österreichischer Kameraleute, aac
    Verband Österreichischer SounddesignerInnen, VOESD
    Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und MusikproduzentInnen Österreich
    Verein Tschecho-Slowakisch-Österreichisches Kontaktforum
    Vereinigung der FilmmaskenbildnerInnen, VFMÖ
    Wiener Wortstaetten

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Jul 2019
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    • Infoveranstaltung: Frisch im Beruf
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    • Infoveranstaltung: Neue Fristen und Prozedere bei Einreichungen der Stadt Wien
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