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Diskussionsabend „Gender Equality in Kunst/Kultur“

08.11.2018

Am 8. November 2018 lud die Österreichische UNESCO-Kommission gemeinsam mit der IG Freie Theater zu einem Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema „Gender Equality in Kunst/Kultur“ in das Theater Spektakel in Wien ein. Zwei deutsche Expert*innen, Prof. Helmut K. Anheier (Hertie School of Governance, Berlin) und Dr. Katrin Hassler (Leuphana Universität Lüneburg), gaben dem interessierten Publikum Einblick in ihre umfassenden Forschungstätigkeiten und diskutierten diese im Anschluss mit dem Publikum.

Eröffnet wurde die Veranstaltung ‚Berufsfeld Kunst/Kultur: Gender Gaps im internationalen Vergleich‘ von Kathrin Kneissel, Leiterin der Abteilung ‚Europäische und Internationale Kulturpolitik‘ im Bundeskanzleramt Wien. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde startete Prof. Helmut K. Anheier. Er präsentierte die unter seiner Leitung entstandene Studie „Frauen in Kultur und Medien. Ein Europäischer Vergleich“, Dr. Katrin Hassler nahm anschließend eine Kontexualisierung des Themenfeldes vor und zeigte vor allem auch auf, wie die kunstwissenschaftliche und die kulturpolitische Forschung voneinander profitieren können und wie die so gewonnenen Erkenntnisse für die Entwicklung von (politischen) Maßnahmen genutzt werden können.

Im Mittelpunkt der Vorträge sowie auch der anschließenden Diskussion standen folgende Fragen:

  • Inwiefern spielen Gender-Mainstreaming sowie Gleichstellung der Geschlechter eine Rolle in verschiedenen europäischen Ländern?
  • Welche Maßnahmen wurden bereits eingeführt bzw. werden besprochen?
  • Welche dieser Maßnahmen werden von Interessenvertreter*innen als am besten geeignet wahrgenommen, um das Gender-Mainstreaming zu fördern und der Geschlechterparität im jeweiligen Tätigkeitsbereich näherzukommen?
  • Wie effektiv ist die Umsetzung allgemeiner bzw.sektorspezifischer Maßnahmen?                   

Fortschritte, aber zu langsam
Zwar sind sich beide Expert*innen einig, dass im Gender Mainstreaming kontinuierlich Fortschritte zu verzeichnen sind, die Geschwindigkeit, mit der diese erzielt werden, allerdings recht gering ist. So verweist Helmut K. Anheier darauf, dass in den von ihm untersuchten Ländern etliches zur Verbesserung der Situation getan wird, wenn uns aber daran gelegen ist, eine ernsthafte Veränderung zu erzielen, mit einer „Klaviatur an Maßnahmen“ gearbeitet werden müsste. Katrin Hassler wiederum zeigte auf, dass der Frauenanteil etwa im Bereich der Spitzenpositionen in Kunst- und Kultur stetig zunimmt und in den jüngeren Jahrgangskohorten bereits deutlich mehr weibliche Kultur- und Kunstschaffende vertreten sind, es aber gleichzeitig immer noch eine deutliche Überrepräsentation von Männern existiert.

Ein Brennpunktthema bei Vortragenden und Publikum war zum Abschluss auch die Frage der Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen in Kunst und Kultur sowie die Einführung verpflichtender Quotenregelungen. In diesem Zusammenhang wurde diskutiert, warum Quoten nach wie vor oft ein so schlechtes öffentliches Standing haben und in welchen Bereichen sie sinnvoll umgesetzt werden können. Flächendeckende Quoten, so ein Resümee, sind nicht nur schwierig zu erreichen, sondern möglicherweise auch nicht immer sinnvoll, umso mehr gilt es aber in einzelnen Bereichen (z. B. bei der Besetzung von Jurys, Vergabekommissionen, Aufsichtsräten, …) geschlechterparitätische Verteilungen sicherzustellen.

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